Brasilien

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Brasilia (2.570.160 Einwohner, Metropolregion 4.291.577)

Fläche: 8.515.770 km²

Einwohnerzahl: 204.860.000

Währung: 1 Real (BRL) = 100 Centavos

Staatsform: Bundesrepublik

Amtssprache: Portugiesisch, lokal verschiedene Minderheitensprachen

Religion: überwiegend römisch-katholisch, ca. 15% protestantisch, buddhistische, jüdische, muslimische & andere Minderheiten, Naturreligionen und afrobrasilianische Kulte

Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC−5 bis UTC−2

Telefon-Vorwahl: +55

Netzspannung: 110, 127 und 220 V

Gefahrenindex: 0

Visumpflicht: nein

Reisepass erforderlich: ja

Lage

Geographische Einordnung

Brasilien nimmt 47 % des südamerikanischen Kontinents ein, liegt im Osten am Atlantik und grenzt an alle Länder Südamerikas außer Chile und Ecuador. Das Land ist von den ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden geprägt.

Infrastruktur

Von zwei Millionen km Straßen sind rund 200.000 asphaltiert. Die Straßen befinden sich allerdings oft in sehr schlechtem Zustand, insbesondere im Norden.

Die Energie wird zu fast 90 % aus Wasserkraftwerken und anderen regenerativen Quellen gewonnen.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
7. September:        Unabhängigkeitstag (1822 von Portugal)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
16.+17. Februar:    Karneval*
3. April:        Karfreitag*
21. April:        Tiradentes-Tag
1. Mai:            Tag der Arbeit
4. Juni:            Fronleichnam*
12. Oktober:        Erscheinung der Gottesmutter Maria
2. November:        Allerseelen
15. November:    Tag der Republik
20. November:    Dia da Consciência Negra
25. Dezember:    Weihnachten

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
7. September:        Unabhängigkeitstag (1822 von Portugal)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
8.+9. Februar:        Karneval*
26. März:        Karfreitag*
21. April:        Tiradentes-Tag
1. Mai:            Tag der Arbeit
27. Mai:        Fronleichnam*
12. Oktober:        Erscheinung der Gottesmutter Maria
2. November:        Allerseelen
15. November:    Tag der Republik
20. November:    Dia da Consciência Negra
25. Dezember:    Weihnachten        

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
7. September:        Unabhängigkeitstag (1822 von Portugal)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
28.+29. Februar:    Karneval*
14. April:        Karfreitag*
21. April:        Tiradentes-Tag
1. Mai:            Tag der Arbeit
15. Juni:        Fronleichnam*
12. Oktober:        Erscheinung der Gottesmutter Maria
2. November:        Allerseelen
15. November:    Tag der Republik
20. November:    Dia da Consciência Negra
25. Dezember:    Weihnachten

 

*Karneval, Karfreitag und Fronleichnam sind optionale Feiertage, auch “Ponto facultativos” genannt. 

Kontakte

Notrufnummern

Notruf: 192

Polizei: 190

Feuerwehr: 193

Küstenwache: -

Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Infrastruktur

Allgemein

Telefon / Mobilfunk

Die Abdeckung mit Festnetz und Mobilfunk ist entlang der Ostküste und in den großen Städten sehr gut. Je weiter man ins Hinterland vordringt, umso lückenhafter wird die Abdeckung.

Im Umkreis von drei Kilometern von Flughäfen, insbesondere Rio und Sao Paulo, sollten Mobiltelefone nicht eingeschaltet werden, um die unberechtigte Nutzung des Telefonanschlusses durch Dritte zu vermeiden. Die Mobilfunknetze sind regional organisiert, um ein brasilianisches Mobiltelefon anzurufen, muss deshalb auch die jeweilige regionale Vorwahl mitgewählt werden.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Internet

Die Versorgung ist entlang der Ostküste und in den großen Städten sehr gut. Je weiter man ins Hinterland vordringt, umso lückenhafter wird die Abdeckung.

Internetcafés findet man in allen größeren Städten. Einige Hotels bieten ihren Gästen WLAN-/Internetanschlüsse. Oft gibt es auch auf Flughäfen und manchmal auch auf Postämtern Zugang zum Netz.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Strom / Elektrizität

110, 127 und 220 V, 60 Hz. Übliche Netzsteckertypen: N (NBR 14136), vereinzelt in alten Installationen: A, B, C.

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”: www.iec.ch

Steckertyp N

steckertyp-N

Steckertyp A

steckertyp-A

Steckertyp B

steckertyp-B

Steckertyp C

steckertyp-C

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Brasilien wird hauptsächlich der nationalen Fluggesellschaft TAM Airlines sowie von TAP Air Portugal, Lufthansa, SWISS, Air France, Alitalia, British Airways, Iberia, KLM und Swiss International angeflogen. Die internationalen Flughäfen des Landes sind Rio de Janeiro, Sao Paulo, Belo Horizonte, Fortaleza, Recife, Salvador, Brasilia, Porto Alegre, Natal, Campinas, Belem und Manaus.

Der Inlandsflugverkehr gewinnt aufgrund der Größe des Landes immer mehr an Bedeutung. Flughäfen oder -plätze gibt es in jeder größeren Stadt, das Inlandsstreckenenetz ist eines der größten der Welt. Inlandsflüge werden von TAM, GOL, Avianca Brasil, Azul und weiteren kleinen, regional operierende Airlines durchgeführt.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung: 1 Real (BRL) = 100 Centavos

Banköffnungszeiten: In der Regel Mo-Fr 10-16 Uhr.

Karten mit Cirrus- oder Maestro-Symbol werden akzeptiert.

Mit den gängigen internationalen Kreditkarten kann man grundsätzlich landesweit Geld an entsprechend gekennzeichneten Automaten (u.a. HSBC, Citibank, Banco24Horas) abheben sowie bezahlen. Allerdings ist die Eurocard weniger gebräuchlich als American Express, MasterCard, Diners Club und Visa.

Gesundheit

Vorsorge

Empfohlene Impfungen

Diphtherie

Tetanus

Keuchhusten

Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen

Hepatitis A

Gelbfieber: Brasilien verlangt bei der Einreise aus Europa keinen Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Der größte Teil Brasiliens ist inzwischen Gelbfieberendemiegebiet, so dass eine Impfung zum persönlichen Schutz dort notwendig wird. Das Ausmaß der betroffenen Regionen in Brasilien ändert sich auch kurzfristig. Die Impfung wird allen Reisenden ab dem vollendeten 9. Lebensmonat spätestens 10 Tage vor Einreise nach Brasilien dringend empfohlen.

Masern

Röteln

Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Vorgeschriebene Impfungen

Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten

Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten

Dengue-Impfung (Stellungnahme des StAR zum Denguevirus-Impfstoff Qdenga®)

Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Das Gesundheitswesen entspricht landesweit nicht europäischen Standards. Das gilt vor allem für öffentliche Krankenhäuser, die wegen hoher Infektionsgefahr möglichst gemieden werden sollten. Ein gutes Niveau erreichen in der Regel die (teuren) Privatkliniken in den Großstädten, auch die Versorgung mit Ärzten und Zahnärzten ist gut. Schwieriger ist die Situation auf dem Land, besonders wegen der großen Entfernungen. Dort ist das kostenlose öffentliche Gesundheitssystem (“Sistema Único de Saude”) personell und technisch unzureichend ausgestattet, die hygienischen Verhältnisse sind problematisch.

Mit Brasilien gibt es kein Sozialversicherungsabkommen. Bei Ärzten oder in Krankenhäusern müssen vor Beginn einer Behandlung Vorauszahlungen in bar oder per Kreditkarte geleistet werden. Empfohlen wird daher der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt.

Erforderlich ist ebenfalls die Mitnahme einer Reiseapotheke, die neben Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Einwegspritzen und Verbandsmaterial enthält.

Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur Verfügung.

In jedem Zentralort gibt es ein sog. “Centro do Salud”, ein Gesundheitszentrum mit einer oder mehreren Krankenschwester/n und/oder Arzt sowie einem Rettungsfahrzeug für die medizinische Erstversorgung. Für größere medizinische Eingriffe muss allerdings die nächste größere Stadt oder Großstadt aufgesucht werden. Das Gesundheitssystem in Brasilien hat einen schlechten Ruf.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.

Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.

Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.

Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.

Hepatitis B

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen

Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B. 

Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage. 

Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.

Tollwut (Rabies)

Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.

Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).

Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.

Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.

Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.

Typhus

Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen. 
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.

Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall. 
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.

Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.

Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.

Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben. 

Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.

Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.

Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.

Denguefieber

Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.

Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen. 

Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.

Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.

Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.

Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.

Zika-Virus

Das Zika-Virus (ZIKV) ist ein erstmals in Ostafrika nachgewiesenes Virus, das von Stechmücken übertragen wird. Während eine Zika-Infektion für gesunde Erwachsene überwiegend ungefährlich ist und meist keine oder nur milde Symptome auslöst, kann eine Infektion während der Schwangerschaft bei dem Fötus schwere Schäden verursachen.

Übertragen wird das Virus hauptsächlich von der Gelbfiebermücke, auch bekannt als Ägyptische Tigermücke.

Symptome: Fieber (daher auch die Bezeichnung "Zika-Fieber"), knotig-fleckiger Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten auch: Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen.

Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 3–12 Tagen.

Vorkommen: in allen tropischen und manchen subtropischen Ländern. Epidemisch derzeit vor allem im tropischen/subtropischen Süd- und Mittelamerika, einschließlich Mexiko.

Leishmaniose (Orientbeule)

Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.

Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).

Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.

Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).

Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.

Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.

Bilharziose (Schistosomiasis)

Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.

Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.

Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.

Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.

Chikungunyafieber

Das Chikungunya-Fieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Die Krankheit verursacht hohes Fieber und Gelenkschmerzen und verläuft in der Regel ohne schwere Komplikationen. Eine spezifische Therapie und eine Impfung gibt es nicht.

Symptome: plötzlicher, schneller Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden und Muskelschmerzen. Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag können ebenfalls auftreten. Bei Chikungunya-Fieber (CF) kommt es sehr selten zum Auftreten von Blutungen (Hämorrhagien). Die Prognose von CF ist gut. Nur ein geringer Anteil der Patienten leidet unter monatelang persistierenden Gelenkbeschwerden.

Inkubationszeit: zwischen 3–12 Tagen.

Vorkommen: Afrika südlich der Sahara, Indien, Südost-Asien, Indonesien.

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Hygiene

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Luft

In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.

Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.

Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).

Umwelt

Klima

Allgemein

Tropisches und subtropisches Klima. Das Land ist in vier Klimaregionen unterteilt, die Amazonasregion, in der es keine Trockenzeit gibt und tropisches Klima vorherrscht, die Ebene mit Dürreperioden, die Küstenregion mit heißem tropischem Klima sowie der Süden mit gemäßigtem Klima. Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober.

Klimatabelle

Klimastation Recife-Curado, Pernambuco

Höhe über NN in m: 7

geographische Position: 34° 55’ W, 8° 3’ S

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

30,2

30,2

30,0

29,7

28,9

28,8

27,3

27,5

28,1

29,0

30,1

30,2

Temp. ø Min. (°C)

22,4

22,6

22,7

22,6

21,9

21,6

21,1

20,6

20,7

21,4

21,9

22,2

Regentage

12

12

16

19

21

22

23

19

15

11

8

9

Niederschlag (mm)

103

144

265

326

329

390

386

214

123

66

48

65

Sonnenstunden ø

7,9

7,5

6,6

6,2

6,0

5,6

5,5

6,7

7,2

8,0

8,9

8,2

Wasser-Temp. ø (°C)

27

27

27

27

27

27

26

26

26

26

27

27

Klimabelastung*

s

ss

ss

ss

s

s

s

s

s

s

s

s

Klimastation Rio de Janeiro

Höhe über NN in m: 5

geographische Position: 43° 10’ W, 22° 55’ S

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

29,5

30,1

29,4

27,8

26,3

25,0

25,3

25,6

25,2

25,9

27,2

28,7

Temp. ø Min. (°C)

23,4

23,6

23,3

21,9

20,3

18,9

18,4

18,9

19,4

20,1

21,2

22,5

Regentage

11

8

8

9

7

6

5

6

8

9

9

12

Niederschlag (mm)

149

137

128

122

77

61

53

51

67

89

99

157

Sonnenstunden ø

6,3

7,3

6,3

5,5

5,5

5,2

5,9

5,8

4,6

5,1

5,6

5,2

Wasser-Temp. ø (°C)

25

25

26

25

24

23

22

22

22

22

23

24

Klimabelastung*

s

s

s

s

s

zs

zs

zs

zs

s

s

s

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken

Natürliche Umweltgefahren

Überschwemmungen

Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.

Tsunami

In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.

Dürren

Es besteht eine geringe Dürregefahr.

Diese betreffen regelmäßig den Nordosten.

Epidemien

Es besteht eine hohe Epidemiegefahr.

Weitere Gefahren

Starke Strömungen und gefährliche Fische sind die Hauptursachen für Badeunfälle. Entsprechende Warnungen (rote Flagge = Baden verboten) sind zu beachten, oder man holt sich Rat von Ortskundigen ein.