Estland
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Tallinn
Fläche: 45.339 km²
Einwohnerzahl: 1.315.944
Währung: Euro
Staatsform: parlamentarische Republik
Amtssprache: Estnisch
Religion: evangelisch-lutherisch und orthodox, beim nicht-estnischen Bevölkerungsteil dominiert russisch-orthodox
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März bis Oktober)
Telefon-Vorwahl: + 372
Netzspannung: 230V/ 50Hz
Gefahrenindex:
Visumpflicht: nein
Reisepass erforderlich: nein
Lage
Geographische Einordnung
Estland ist der nördlichste und kleinste der drei baltischen Staaten. Es ist ein Land zwischen Ost und West: Russland, der große Nachbar im Osten, Lettland der baltische Bruder im Süden, über die verbindende Ostsee Schweden und Finnland.
Infrastruktur
Estland hat den internationalen Flughafen Tallinn (TLL), Inlandsflüge werden angeboten, ebenfalls Fährverbindungen (national wie auch international).
Ein nicht ganz national ausgebautes Schienennetz ist existent; das Straßennetz ist gut, allerdings gibt es nur wenige Autobahnen.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
24. Februar: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
3. April: Karfreitag
5. April: Ostersonntag
1. Mai: Tag des Frühlings
24. Mai: Pfingstsonntag
23. Juni: Tag des Sieges
24. Juni: Mittsommertag
20. August: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
24. Februar: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
26. März: Karfreitag
28. März: Ostersonntag
1. Mai: Tag des Frühlings
16. Mai: Pfingstsonntag
23. Juni: Tag des Sieges
24. Juni: Mittsommertag
20. August: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
24. Februar: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
14. April: Karfreitag
16. April: Ostersonntag
1. Mai: Tag des Frühlings
4. Juni: Pfingstsonntag
23. Juni: Tag des Sieges
24. Juni: Mittsommertag
20. August: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 112
Polizei: 110
Feuerwehr: 112
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Festnetz und Mobilfunkanbieter sind (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
Die Netzabdeckung für Mobilfunk ist im Prinzip lückenlos.
Internet
Der Zugang zum Internet ist (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
WLAN-Hotspots und Internetcafés sind in allen Städten und größeren Orten zahlreich vorhanden.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C, F & L.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“: www.iec.ch.
Steckertyp C
Steckertyp F
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Die wichtigsten Städte verfügen über gut ausgebaute internationale Flughäfen, die an das interkontinentale Streckennetz angebunden sind. Diese werden wöchentlich, manchmal auch täglich von verschiedenen Airlines aus der ganzen Welt angeflogen. Es gibt täglich Linienflüge von den meisten Flughäfen der Nachbarländer nach Tallinn. Zwischen den meisten Regionen und Inseln des Landes gibt es i.d.R. täglich, Linienflüge.
Das inländische Flugstreckennetz ist gut ausgebaut.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährungen: 1 Euro (EUR) = 100 Cents.
Banköffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-16.00 Uhr.
Bargeld kann man fast überall rund um die Uhr an Geldautomaten mit EC-Karte oder internationalen Kreditkarten abheben, alle gängigen Kreditkarten werden akzeptiert. Kreditkarten werden oft nur in größeren Hotels, Geschäften und Restaurants akzeptiert, daher empfiehlt es sich ausreichend Bargeld bei sich zu haben.
Achtung
Kreditkarten- und EC-Karten-Betrug nehmen vermehrt zu. Reisende sollten besonders während der Zahlungsabwicklung durch Dritte auf ihre Kreditkarten achten.
Vorsorge
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
FSME
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis A (Rucksack- oder Individualreise, Langzeitaufenthalt, enge Kontakte zur Bevölkerung)
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Eine medizinische Grundversorgung ist in Estland sichergestellt, aber die Qualität vieler staatlicher Krankenhäuser entspricht nicht westeuropäischen Standards. Sie ist in den meisten Privatkliniken wesentlich höher.
Mit Estland gibt es ein Sozialversicherungsabkommen, das die gegenseitigen Abrechnung von medizinischen Behandlungskosten regelt. Alle Patienten werden mit der europäischen Versicherungskarte (EHIC) in Arztpraxen und Krankenhäusern behandelt, wobei nicht alle Untersuchungen und Therapien durch den Leistungskatalog der Krankenkassen gedeckt sind und separat bezahlt werden müssen. Da die Krankenkassen aber nicht alle Leistungen erstatten (Rücktransport im Notfall, Behandlung als Privatpatient), wird ein ausreichender Schutz durch eine Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt, empfohlen.
Erforderlich ist ebenfalls die Mitnahme einer Reiseapotheke, die neben Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Einwegspritzen und Verbandsmaterial enthält.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.
Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Trinkwasser sollte daher immer abgekocht werden und auf Eiswürfel in Getränken sollte verzichtet werden. Süßwasser ist häufig belastet durch Keime und auch durch Schadstoffe.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Lebensmittel sollten immer gekocht verzehrt werden. Obst und Gemüse sollte immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Klima
Allgemein
In Estland herrscht ein mitteleuropäisches Klima mit warmen Sommern und kalten Wintern. Die durchschnittliche Temperatur im Juli beträgt 20 °C, im Februar -5 °C. Auch Temperaturen bis 30 °C bzw. bis -25 °C sind keine Seltenheit.
Klimatabelle
Klimastation REVAL (TALLINN)
Höhe über NN in m: 44
geographische Position: 24° 48’ E, 59° 25’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | -3,0 | -3,3 | 0,3 | 7,0 | 13,2 | 18,1 | 20,5 | 19,7 | 15,1 | 9,0 | 3,2 | -0,9 |
Temp. ø Min. (°C) | -8,7 | -9,0 | -6,2 | -0,2 | 4,5 | 9,7 | 12,6 | 11,7 | 8,4 | 3,9 | <1,0 | -5,1 |
Regentage | 11 | 8 | 8 | 8 | 7 | 8 | 10 | 10 | 13 | 11 | 15 | 14 |
Niederschlag (mm) | 43 | 28 | 28 | 34 | 34 | 51 | 77 | 83 | 81 | 63 | 66 | 53 |
Sonnenstunden ø | 0,7 | 1,9 | 4,3 | 6,4 | 8,4 | 9,8 | 9,1 | 7,4 | 4,8 | 2,5 | 1,1 | 0,5 |
Wasser-Temp. ø (°C) | 1 | 1 | 1 | 2 | 5 | 11 | 15 | 16 | 13 | 9 | 6 | 3 |
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Erdbeben
Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Stürme
Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Vor allem in den Wintermonaten kann es zu schweren Winterstürmen kommen.
Weitere Gefahren
In den Wintermonaten kann es aufgrund der niedrigen Temperaturen von unter -20 Grad, zu einer extremen Kälte kommen, die gesundheitsgefährdend sein kann. Diese Extremtemperaturen können Engpässe im Verkehrsbereich (eingeschränkter Nah-, Fern- und Flugverkehr) und in der Infrastruktur verursachen. Dies kann zu Einschränkungen im öffentlichen Leben führen.