Irak

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Bagdad mit 8.000.000 Einwohner (Schätzung 2024)

Fläche: 434.128 km²

Einwohnerzahl: 47 Millionen (Zählung 2025)

Währung: Irakischer Dinar (IQD)

Staatsform: parlamentarische Republik (Bundesrepublik)

Amtssprache: Arabisch und Kurdisch

Religion: 90-95% Islam (ca. 65% Schiiten, 35% Sunniten), 5-10% Christentum, daneben Minderheiten

Bevölkerungsdichte: 82,7 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC+3

Telefon-Vorwahl: +964

Netzspannung: 230 V, 50 Hz

Gefahrenindex: 5

Visumpflicht: Ja

Reisepass erforderlich: Ja

Lage

Geographische Einordnung
Der Irak liegt in Vorderasien nordöstlich der Arabischen Halbinsel. Landgrenzen bestehen im Norden zur Türkei, im Nordwesten zu Syrien, im Westen zu Jordanien, im Süden zu Saudi-Arabien, im Südosten zu Kuwait und im Osten zum Iran. Zugang zum Meer besteht lediglich über einen sehr kleinen Küstenstreifen am Persischen Golf bei Basra im Südosten des Landes.

Den Nordosten des Irak bildet die Autonome Region Kurdistan, die eine De-Facto-Grenze innerhalb des Landes errichtet hat.

Infrastruktur
Nach den Konflikten, insbesondere gegen den Islamischen Staat (IS) bis 2017, sind große Teile der Infrastruktur – Krankenhäuser, Schulen, Brücken – zerstört. 

Straßennetz: Der Irak verfügt über etwa 58.000 Kilometer asphaltierte Straßen, die das primäre Transportmittel darstellen. Viele Straßen stammen jedoch aus den 1970er- und 1980er-Jahren und sind sanierungsbedürftig. Staus und Sicherheitsprobleme sind in urbanen Gebieten häufig.

Eisenbahn: Das Schienennetz umfasst etwa 2.272 Kilometer, wird jedoch nur begrenzt genutzt. Die Iraqi Republic Railways verbindet wichtige Städte und dient auch dem Güterverkehr, aber der Zustand ist oft veraltet.

Häfen: Der Hafen Umm Qasr am Persischen Golf ist der wichtigste Seehafen des Landes für den internationalen Handel. Weitere Häfen wie Khor Al Zubair und Al-Faw (in Entwicklung) sollen die Kapazitäten erweitern.

Flughäfen: Der Irak hat mehrere internationale Flughäfen, darunter Bagdad, Basra und Erbil. Der Flughafen Bagdad ist der größte, aber die Luftfahrtinfrastruktur leidet unter den Folgen der Konflikte.

Stromversorgung: Die Strominfrastruktur ist stark beschädigt und überaltert. Viele Haushalte erhalten nur wenige Stunden am Tag Strom über das öffentliche Netz, weshalb private Generatoren weit verbreitet sind. Projekte mit internationalen Partnern zielen auf Modernisierung ab.

Öl und Gas: Als einer der größten Erdölproduzenten weltweit ist die Ölindustrie zentral für die Infrastruktur. Pipelines und Raffinerien wurden jedoch durch Kriege und Sabotage beeinträchtigt.

Trinkwasser: Die Wasserversorgung ist unzuverlässig, besonders in ländlichen Gebieten. Viele Systeme sind marode, und die Wasserknappheit wird durch periodische Dürren und sinkende Flusspegel (Tigris und Euphrat) verschärft.

Abwasser: Es gibt kaum flächendeckende Kläranlagen, was zu starker Verschmutzung der Gewässer führt. Dies hat gesundheitliche Probleme wie etwa Krankheitsausbrüche zur Folge.

Telekommunikation: Die Mobilfunknutzung ist seit 2003 stark gestiegen, mit über 23 Millionen Nutzern (Stand 2011). Unternehmen wie Zain Iraq, Asiacell und Korek dominieren den Markt. Das Festnetz ist jedoch veraltet, und schnelles Internet (z. B. UMTS) ist noch nicht flächendeckend verfügbar.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
3. Oktober:        Unabhängigkeitstag (1932 von Großbritannien)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
6. Januar:        Tag der Streitkräfte
5. März:        Tag der Rebellion*
6. März:        Tag der Toleranz und des Miteinanders
21. März:        Tag des Frühlings
21.+22. März:        Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
9. April:        Tag der Befreiung Baghdads*
1. Mai:            Tag der Arbeit
27.-30. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
16. Juni:        Islamisches Neujahr
25. Juni:        Ashura
14. Juli:        Tag der Republik
5. August:        Arbaeen
25. August:        Geburtstag des Propheten Mohammed
10. Dezember:    Tag des Sieges
25. Dezember:    Weihnachten

*Der Tag der Rebellion und der Tag der Befreiung Baghdads werden nur in Kurdistan begangen.

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
3. Oktober:        Unabhängigkeitstag (1932 von Großbritannien)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
6. Januar:        Tag der Streitkräfte
5. März:        Tag der Rebellion*
6. März:        Tag der Toleranz und des Miteinanders
9.(-11.) März:        Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
21. März:        Tag des Frühlings
9. April:        Tag der Befreiung Baghdads*
1. Mai:            Tag der Arbeit
16.-19. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
6. Juni:            Islamisches Neujahr
15. Juni:        Ashura
14. Juli:        Tag der Republik
26. Juli:        Arbaeen
14. August:        Geburtstag des Propheten Mohammed
10. Dezember:    Tag des Sieges
25. Dezember:    Weihnachten

*Der Tag der Rebellion und der Tag der Befreiung Baghdads werden nur in Kurdistan begangen.

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
3. Oktober:        Unabhängigkeitstag (1932 von Großbritannien)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
6. Januar:        Tag der Streitkräfte
26.(-28.) Februar:    Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
5. März:        Tag der Rebellion*
6. März:        Tag der Toleranz und des Miteinanders
21. März:        Tag des Frühlings
9. April:        Tag der Befreiung Baghdads*
1. Mai:            Tag der Arbeit
5.-7. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
25. Mai:        Islamisches Neujahr
3. Juni:            Ashura
14. Juli:        Tag der Republik
3. August:        Geburtstag des Propheten Mohammed
16. August:        Arbaeen
10. Dezember:    Tag des Sieges
25. Dezember:    Weihnachten

*Der Tag der Rebellion und der Tag der Befreiung Baghdads werden nur in Kurdistan begangen.

Kontakte

Notrufnummern

Notruf: 122
Polizei: 104
Feuerwehr: 115

Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Infrastruktur

Allgemein

Telefon / Mobilfunk

Die Telekommunikation im Irak hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich entwickelt, bleibt jedoch im Vergleich zu vielen anderen Ländern zurück, insbesondere was die Infrastruktur und den technologischen Fortschritt angeht.

Festnetztelefonie
Das Festnetzsystem im Irak ist relativ begrenzt und leidet unter einer veralteten Infrastruktur. Im Jahr 2022 wurde die Anzahl der Festnetzanschlüsse auf etwa 2,4 Millionen geschätzt, wobei rund ein Drittel davon aufgrund maroder Netzwerke nicht funktionsfähig ist. Kriege, Konflikte und mangelnde Investitionen haben die Entwicklung des Festnetzes stark beeinträchtigt.

Mobiltelefonie
Die Mobiltelefonie ist im Irak deutlich weiter verbreitet und stellt die Hauptform der Kommunikation dar. Die Netzabdeckung ist in der östlichen Landeshälfte fast flächendeckend, in der westlichen Landeshälfte auf die wichtigsten Verkehrsrouten und Siedlungen begrenzt. Nach dem Sturz von Saddam Hussein im Jahr 2003, als Mobilfunk noch stark eingeschränkt war, stieg die Zahl der Nutzer rasant: von 300.000 im Jahr 2003 auf über 23 Millionen im Jahr 2011. Bis 2023 gab es etwa 45,7 Millionen Mobilfunkanschlüsse, was einem Durchschnitt von etwa 1 Handy pro Person entspricht (bei einer Bevölkerung von rund 46 Millionen). Der Markt wird von drei großen Anbietern dominiert: Zain Iraq, Asiacell und Korek.

Die Mobilfunktechnologie hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Während es noch kein flächendeckendes 5G-Netz gibt (Stand 2023), liegt die 4G-Abdeckung bei etwa 98 %, was bedeutet, dass die meisten Nutzer Zugang zu LTE-Geschwindigkeiten haben. Die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit im mobilen Internet beträgt 36,39 Mbit/s, womit der Irak Platz 74 weltweit einnimmt. Die Kosten für Mobilfunk sind relativ erschwinglich: Ein durchschnittlicher Vertrag (inklusive 140 Minuten, 70 SMS und 2 GB Daten) kostet etwa 8,90 Euro pro Monat (Stand 2023), was etwa 2,1 % des durchschnittlichen Einkommens ausmacht.
 

Internet

Verbreitung und Nutzung
Im Jahr 2023 hatten etwa 79 % der irakischen Bevölkerung Zugang zum Internet, was rund 34,5 Millionen Menschen entspricht (bei einer geschätzten Bevölkerung von 46 Millionen). Das entspricht einem deutlichen Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren – 2017 lag die Internetdurchdringung noch bei etwa 49 %. Der Großteil der Nutzer (über 98 %) greift über mobile Geräte auf das Internet zu, während Festnetzanschlüsse für Breitbandinternet nur etwa 17 % der Haushalte abdecken.

Geschwindigkeit und Technologie

  • Mobilfunk-Internet: Die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit im mobilen Netz liegt bei 36,39 Mbit/s (Stand 2023), was den Irak auf Platz 74 weltweit positioniert. 4G/LTE ist mit einer Abdeckung von etwa 98 % weit verbreitet, allerdings gibt es noch kein flächendeckendes 5G-Netz. Tests und Pilotprojekte für 5G wurden zwar begonnen, aber ein landesweiter Rollout steht aus.
  • Festnetz-Internet: Die Breitbandgeschwindigkeit im Festnetz beträgt im Durchschnitt 33,88 Mbit/s (Download) und 32,45 Mbit/s (Upload), was den Irak auf Platz 117 bzw. 83 im globalen Vergleich platziert. Glasfaseranschlüsse sind selten und auf städtische Gebiete wie Bagdad beschränkt.

Infrastruktur und Anbieter
Die Internetinfrastruktur im Irak leidet unter den Folgen von Konflikten und mangelnden Investitionen. Viele Leitungen sind veraltet, und Stromausfälle beeinträchtigen die Verfügbarkeit. Wichtige Anbieter sind:

  • Mobilfunk: Zain Iraq, Asiacell und Korek dominieren den Markt und bieten die meisten Internetdienste über 4G an.
  • Festnetz: Unternehmen wie EarthLink und ScopeSky sind die größten Anbieter für Breitbandinternet, oft über drahtlose oder Satellitentechnologien, da Glasfaser selten ist.

Der Irak ist über mehrere Unterseekabel (z. B. FALCON und SeaMeWe-5) mit dem globalen Internet verbunden, was die Kapazität erhöht hat, aber interne Verteilungsnetze bleiben ein Engpass.

Kosten
Internetzugang ist im Irak relativ erschwinglich. Ein mobiler Datentarif mit 2 GB kostet etwa 2-3 Euro pro Monat, während ein Festnetz-Breitbandanschluss (z. B. 10 Mbit/s) etwa 20-30 Euro monatlich kostet. Dennoch machen diese Kosten für viele Haushalte mit niedrigem Einkommen einen spürbaren Anteil aus (ca. 2-5 % des Durchschnittseinkommens).

Herausforderungen

  • Stabilität: Häufige Stromausfälle und eine fragile Infrastruktur führen zu Verbindungsabbrüchen.
  • Zensur: Die Regierung hat in der Vergangenheit das Internet während Protesten (z. B. 2019) abgeschaltet oder soziale Medien gesperrt. Auch 2023 gab es Berichte über Einschränkungen.
  • Digital Divide: Während Städte wie Bagdad oder Erbil besseren Zugang haben, sind ländliche Gebiete oft schlecht versorgt.

Ausblick
Der Irak investiert zunehmend in seine digitale Infrastruktur, unterstützt durch internationale Partner. Der Ausbau von 5G und Glasfaser könnte die Situation in den kommenden Jahren verbessern, aber politische Instabilität und wirtschaftliche Unsicherheiten bleiben Hindernisse. Die hohe Nutzung mobiler Daten zeigt jedoch, dass das Internet für die irakische Bevölkerung – insbesondere die junge Generation – eine zentrale Rolle einnimmt, etwa für soziale Medien, Bildung und Geschäftsentwicklung.

Strom / Elektrizität

230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C, D, G

Ein Steckdosenadapter ist empfohlen.

Die Stromversorgung im Irak ist seit Jahrzehnten ein Problemfeld, geprägt von einer Mischung aus veralteter Infrastruktur, politischer Instabilität, Konflikten und wirtschaftlichen Herausforderungen. 

Kapazität und Nachfrage
Der Irak verfügt über eine installierte Kraftwerkskapazität von etwa 20 Gigawatt (GW), aber die tatsächliche Verfügbarkeit schwankt oft zwischen 12 und 17 GW, während die Nachfrage im Sommer (bei Temperaturen bis 50 °C) auf über 30 GW steigen kann. Das führt regelmäßig zu Stromausfällen, die im Durchschnitt nur 8-12 Stunden Versorgung pro Tag erlauben.

Verluste
Zwischen 40 und 50 % des erzeugten Stroms gehen durch technische Mängel (alte Leitungen, Transformatoren) und nicht-technische Ursachen (Stromdiebstahl, Korruption) verloren – ein globaler Spitzenwert.

Abhängigkeit von Importen
Historisch war der Irak auf Strom- und Gasimporte aus dem Iran angewiesen (ca. 30-40 % des Bedarfs), aber US-Sanktionen und deren auslaufende Ausnahmegenehmigungen (zuletzt März 2025) haben diese Lieferungen unsicher gemacht.

Infrastruktur und Investitionen
Zustand: Kriege (zuletzt gegen den IS) und mangelnde Wartung haben Kraftwerke und Netze zerstört oder veralten lassen. Sabotageakte, etwa durch den IS, verschärfen die Lage – 2021 wurden über 70 Starkstrommasten gesprengt.

Protest und Politik
Stromausfälle führen regelmäßig zu Unruhen, etwa in Basra 2021. Korruption wird oft als Hauptursache genannt – seit 2005 flossen 68 Milliarden Euro in den Sektor, mit unklarer Verwendung.

Private Generatoren
Viele Haushalte nutzen Dieselgeneratoren (Kosten: ca. 4 Milliarden US-Dollar jährlich).

Ausblick
Der Weg zu einer stabilen Versorgung ist lang: Experten schätzen, dass selbst bei optimalem Fortschritt erst nach 2030 flächendeckender, zuverlässiger Strom realistisch ist. Bis dahin bleibt die Bevölkerung auf Notlösungen angewiesen, während die Regierung zwischen geopolitischen Spannungen (USA-Iran) und internen Reformen manövriert.

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.

Steckertyp C

steckertyp-C

Steckertyp D

steckertyp-D

Steckertyp G

steckertyp-G

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Flughäfen
Der Irak hat sechs internationale Flughäfen, darunter Bagdad International (BIAP), Basra, Erbil, Sulaimaniyya, Najaf und Mosul. BIAP ist der größte mit etwa 2,5 Millionen Passagieren jährlich (2023).

Airlines
Iraqi Airways ist die nationale Fluggesellschaft, bedient aber nur wenige internationale Ziele (z. B. Türkei, Indien). Billigfluglinien wie Fly Baghdad gewinnen an Bedeutung. Internationale Airlines bieten Verbindungen in den Irak an.

Entwicklung
Nach Jahren der Isolation wächst der Luftverkehr – Erbil und Sulaimaniyya (Region Kurdistan) sind moderner als der Rest des Landes. Investitionen (z. B. Türkei, VAE) zielen auf Ausbau ab, aber Sicherheitsbedenken und Bürokratie bremsen den Fortschritt.

Wirtschaft

Banken / Geld

Das Bankwesen im Irak ist funktional, aber auf Bargeld ausgerichtet. Reisende sollten sich auf eingeschränkte Kartennutzung und ATM-Verfügbarkeit einstellen und Bargeld in Dinar für den täglichen Bedarf bereithalten, insbesondere außerhalb von Städten. Eine Kombination aus Bargeld und Karte bietet die beste Absicherung.

Überblick

  • Währung: Irakischer Dinar (IQD), unterteilt in 1.000 Fils (Fils kaum genutzt); Banknoten: 50 bis 25.000 IQD, Münzen: 25 und 100 IQD.
  • Wechselkurs: Ca. 1 EUR = 1.400–1.500 IQD (offiziell), 1.600–1.700 IQD (Schwarzmarkt), Stand April 2025, Schwankungen möglich.
  • Bargeldwirtschaft: Stark bargeldorientiert; US-Dollar seit 2024 eingeschränkt, Euro wenig akzeptiert.
  • Banköffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, ca. 8:00–14:00 Uhr; freitags, samstags und an Feiertagen geschlossen; Ramadan mit kürzeren Zeiten.
  • Kartennutzung: Begrenzt auf Städte (Visa, Mastercard), selten in ländlichen Gebieten.
  • Geldautomaten: In Städten verfügbar, nur IQD-Auszahlung, Gebühren 5–10 EUR.
  • Umtausch: Dinar Ein-/Ausfuhr verboten; Umtausch vor Ort in Banken oder Wechselstuben, Euro/USD mitbringen.

Bankwesen
Das Bankensystem im Irak besteht aus staatlichen und privaten Banken, wobei die Infrastruktur in den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat, jedoch weiterhin von den Nachwirkungen vergangener Konflikte beeinflusst wird. Größere Banken wie die Zentralbank des Irak, die Rasheed Bank und die Rafidain Bank dominieren den Markt, während internationale Banken nur begrenzt präsent sind. Die Digitalisierung ist noch nicht weit fortgeschritten, und viele Transaktionen erfolgen nach wie vor in bar.

Öffnungszeiten
Banken im Irak sind üblicherweise sonntags bis donnerstags von etwa 8:00 bis 14:00 Uhr geöffnet, wobei die genauen Zeiten je nach Region und Bank variieren können. Freitags und samstags – dem islamischen Wochenende – bleiben die meisten Banken geschlossen. Während des Ramadan können die Öffnungszeiten verkürzt sein, und an staatlichen Feiertagen sind Banken ebenfalls nicht geöffnet.

Währung
Die offizielle Währung des Irak ist der irakische Dinar (IQD), unterteilt in 1.000 Fils (obwohl Fils aufgrund der Inflation kaum noch genutzt werden). Banknoten gibt es in Stückelungen von 50, 250, 500, 1.000, 5.000, 10.000 und 25.000 Dinar, Münzen in 25 und 100 Dinar. Seit 2024 ist die Nutzung von US-Dollar als Bargeld stark eingeschränkt, da die irakische Regierung die „De-Dollarisierung“ vorantreibt, um die lokale Währung zu stärken.

Wechselkurs zum Euro
Der Wechselkurs des irakischen Dinar zum Euro schwankt und wird von der Zentralbank des Irak beeinflusst. Zum Stand April 2025 liegt der offizielle Kurs bei etwa 1 EUR = 1.400–1.500 IQD, während der inoffizielle Kurs auf dem Schwarzmarkt höher sein kann (z. B. 1 EUR = 1.600–1.700 IQD). Für aktuelle Werte sollten Reisende Währungsrechner oder lokale Banken konsultieren, da Schwankungen durch politische und wirtschaftliche Faktoren häufig sind.

Bargeldwirtschaft
Der Irak ist eine stark bargeldorientierte Gesellschaft. Obwohl elektronische Zahlungen zunehmen, werden die meisten alltäglichen Transaktionen – von Märkten bis zu kleinen Geschäften – in bar abgewickelt. Bargeld in US-Dollar war lange Zeit beliebt, ist jedoch seit Januar 2024 durch die neuen Regelungen der Zentralbank weitgehend verboten. Reisende sollten daher ausreichend Dinar bereithalten, da Fremdwährungen wie Euro nur begrenzt akzeptiert werden.

Kartennutzung
Die Nutzung von Kredit- und Debitkarten ist im Irak eingeschränkt, aber in größeren Städten wie Bagdad, Erbil oder Basra möglich. Visa und Mastercard werden in internationalen Hotels, gehobenen Restaurants und einigen Einkaufszentren akzeptiert, American Express seltener. Girokarten mit Maestro-Symbol können ebenfalls genutzt werden, allerdings ist die Akzeptanz auf urbane Gebiete beschränkt. Für bargeldlose Zahlungen fallen oft Auslandseinsatzgebühren an (üblicherweise 1–3 % des Betrags), die bei der Hausbank erfragt werden sollten.

Geldautomaten
Geldautomaten (ATMs) sind in größeren Städten verfügbar, insbesondere bei Bankfilialen, Flughäfen, Einkaufszentren und internationalen Hotels. Sie akzeptieren Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard) und manchmal Maestro-Karten, zahlen jedoch ausschließlich irakische Dinar aus. Die Menüs können oft auf Englisch umgestellt werden (z. B. über „Foreign Language“). Abhebungsgebühren variieren zwischen 5 und 10 Euro pro Transaktion, abhängig von der Hausbank. In ländlichen oder unsicheren Regionen sind ATMs selten bis gar nicht vorhanden, und die Wartung der Geräte kann unregelmäßig sein, weshalb Bargeldreserven wichtig sind.

Währungsumtausch
Die Ein- und Ausfuhr von irakischen Dinar ist verboten, weshalb Euro oder US-Dollar erst vor Ort in Dinar umgetauscht werden können. Dies ist in Banken, autorisierten Wechselstuben oder bei lizenzierten Händlern möglich. Banken bieten stabilere Kurse, während Wechselstuben flexibler, aber teurer sein können. Aufgrund von Finanzsanktionen und wechselnden Devisenregelungen sollten Reisende die aktuellen Bestimmungen vorab bei der irakischen Botschaft klären. Der Rücktausch von Dinar in Euro ist oft mit schlechten Kursen verbunden, weshalb nur der benötigte Betrag gewechselt werden sollte. Reiseschecks sind im Irak unbrauchbar und werden weder akzeptiert noch umgetauscht.

Praktische Hinweise

  • Sicherheit: Beim Geldabheben sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, z. B. die PIN-Eingabe abschirmen und Kontobewegungen regelmäßig prüfen.
  • Vorbereitung: Bargeld in Euro oder USD mitbringen, da der Umtausch vor Ort nötig ist. Eine Kreditkarte als Reserve ist empfehlenswert.
  • Apps: Dienste wie Wise können helfen, Wechselkurse zu verfolgen, sind jedoch für direkte Transaktionen im Irak begrenzt nutzbar.
Gesundheit

Vorsorge

Empfohlene Impfungen

Diphtherie

Tetanus

Keuchhusten

Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen

Hepatitis A

Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Vorgeschriebene Impfungen

Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

Poliomyelitis: Eine gültige Impfung kann bei Einreise aus oder Ausreise in ein Land mit Vorkommen von Poliomyelitis verlangt werden.

Gelbfieber: Alle Personen, die älter als neun Monate sind und aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder sich dort im Transit länger als 12 Stunden aufgehalten haben, müssen einen Nachweis über eine Gelbfieberimpfung vorlegen. Der Irak selbst ist kein Gelbfiebergebiet.

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)

Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)

Tollwut-Impfung bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Vor 1990 galt das irakische Gesundheitssystem als eines der besten im Nahen Osten, mit moderner Ausstattung, gut ausgebildeten Fachkräften und flächendeckender Versorgung. Seitdem haben Kriege, Sanktionen und anhaltende Unsicherheit zu einem erheblichen Verfall geführt.

Heute ist die medizinische Versorgung im Land stark eingeschränkt. Viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren sind beschädigt, unterfinanziert oder schlecht ausgestattet. Es gibt einen Mangel an Medikamenten, medizinischem Material und qualifiziertem Personal, da zahlreiche Ärzte und Pflegekräfte das Land verlassen haben. Besonders in ländlichen Gebieten und Konfliktzonen ist der Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung oft unzureichend. In Städten wie Bagdad oder Mossul, die stark von den Kämpfen gegen den Islamischen Staat betroffen waren, sind viele Einrichtungen noch nicht vollständig wiederaufgebaut.

Humanitäre Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leisten Unterstützung, etwa durch mobile Kliniken, Traumazentren oder die Versorgung von Binnenvertriebenen und Rückkehrern. Dennoch bleibt die Situation angespannt, insbesondere für vulnerable Gruppen wie Kinder, Schwangere oder chronisch Kranke. In der autonomen Region Kurdistan im Norden ist die Versorgung vergleichsweise besser, erreicht jedoch selten westeuropäische Standards.

Zusätzlich erschweren Korruption, unsichere Verhältnisse und fehlende staatliche Mittel eine nachhaltige Verbesserung. Die Bevölkerung ist oft auf private Anbieter oder informelle Märkte angewiesen, was die Kosten erhöht und die Versorgung unzuverlässig macht. Insgesamt bleibt die medizinische Lage im Irak ein Spiegelbild der anhaltenden humanitären und politischen Krise.

Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall wird dringend empfohlen. Lassen Sie sich vor einer Reise durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Auslandsreiseerfahrung haben.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

MERS-Corona-Virus ( MERS-CoV)

MERS steht für das Middle East Respiratory Syndrome und bezeichnet eine Infektion der Atemwege, die durch das neuartige MERS-Coronavirus (MERS-CoV) verursacht wird. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch den Kontakt mit Tieren, hier meist mit Dromedaren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist auch möglich.

Symptome: Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen. Bei schweren Ver­läu­fen kann sich eine Pneu­mo­nie entwickeln, die in ein akutes Atem­not­syn­drom übergehen kann. Ein häufiges Begleitsymptom ist Durchfall; außer­dem kann es zu Nierenversagen kommen. Schwere Verläufe treten überwiegend bei Menschen mit chronischen Vor­er­kran­kungen auf, wie z.B. Diabetes, einer Krebserkrankung oder Immunsuppression.

Inkubationszeit: i.d.R. ein bis zwei Wochen.

Vorkommen: vor allem auf der arabischen Halbinsel und ihren Nachbarländern, ausserdem Südkorea und Hongkong.

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

Cholera

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
 
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
 
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.

Hygiene

Luft

Insbesondere in Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen. Staub- und Sandstürme sind im Irak häufig, besonders in der Wüstenregion. Diese verschlechtern die Luftqualität und können Atemwegserkrankungen wie Asthma oder chronische Bronchitis auslösen. Zudem tragen Ölraffinerien, Verkehr und offene Müllverbrennung zur Belastung bei. 

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Umwelt

Natürliche Umweltgefahren

Stürme

Wüstenstürme und Sandstürme
Der Irak liegt teilweise in einer Wüstenregion, insbesondere im Süden und Westen. Sand- und Staubstürme treten häufig und vor allem in den Sommermonaten auf und können die Luftqualität verschlechtern, die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen (z. B. Atemwegserkrankungen) und die Landwirtschaft schädigen. Zudem kann es zu kurzfristigen und vorübergehenden Einschränkungen im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr kommen.

Extreme Hitze

Die Sommertemperaturen im Irak können regelmäßig 50 °C überschreiten, insbesondere in Städten wie Basra. Diese extremen Hitzeperioden gefährden die Gesundheit, belasten die Stromversorgung und verschärfen Wasserknappheit.

Verhaltenstipps
Ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees sowie eher leichte Speisen zu sich nehmen. Durch das Schwitzen verliert der Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente. Diese können durch Mineraldrinks wieder ersetzt werden. Es empfiehlt sich, helle, luftige Kleidung aus Naturfasern zu tragen. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollten vor allem Kinder eine Kopfbedeckung tragen. Überanstrengungen sollten vermieden werden.

Dürren

Aufgrund des ariden bis semiariden Klimas und der unregelmäßigen Niederschläge leidet der Irak regelmäßig unter Dürren. Diese werden durch den Klimawandel und die abnehmende Wasserzufuhr aus den Flüssen Tigris und Euphrat verschärft, die durch Staudämme in Nachbarländern wie der Türkei und dem Iran beeinträchtigt werden.

Wassermangel und Versalzung
Die Marschgebiete im Süden, einst eine der größten Feuchtzonen der Welt, sind durch Wasserentzug, Verschmutzung und Versalzung stark bedroht. Dies beeinträchtigt die Biodiversität und die Lebensgrundlage der dortigen Bevölkerung.

Weitere Gefahren

Neben den bereits genannten Umweltgefahren gibt es im Irak auch potenzielle Risiken durch Tiere und Pflanzen, die zwar weniger prominent sind, aber dennoch relevant sein können. Hier sind einige zusätzliche Gefahren:

Gefahren durch Tiere
Giftige Schlangen: Im Irak gibt es mehrere Arten giftiger Schlangen, darunter die Levante-Viper (Macrovipera lebetina) und die Wüsten-Hornviper (Cerastes cerastes). Diese Schlangen sind in trockenen Wüstenregionen und ländlichen Gebieten verbreitet. Ihre Bisse können für Menschen gefährlich oder sogar tödlich sein, insbesondere in abgelegenen Gebieten mit begrenztem Zugang zu medizinischer Versorgung.

  • Vermeidung: Auf offenen Pfaden bleiben und hohes Gras, Gestrüpp oder Felsspalten vermeiden, wo Schlangen lauern können. In Risikogebieten feste Stiefel und lange Hosen tragen.
  • Ruhe bewahren: Bei Sichtung einer Schlage langsam zurückweichen, ohne sie zu provozieren – die meisten beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Nicht versuchen, sie zu fangen oder zu töten.
  • Lärm machen: Beim Wandern in der Natur mit einem Stock auf den Boden klopfen oder laut gehen, um Schlangen zu verscheuchen, da sie Vibrationen meiden.
  • Erste Hilfe bei Biss: Bei einem Biss die Stelle ruhig halten, nicht aussaugen oder abschnüren, und so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Nach Möglichkeit die Schlange fotografieren oder ihr Aussehen zu erinnern (Farbe, Muster, Größe) für die spätere Identifikation des Gegengifts - jedoch stets, ohne sich selbst weiter zu gefährden..

Skorpione: Der Irak ist Heimat verschiedene Skorpionarten, darunter der Gelbflächige Skorpion (Androctonus crassicauda), dessen Stich hochgiftig ist und ohne Behandlung tödlich enden kann. Sie sind vor allem in Wüsten- und Halbwüstengebieten aktiv, oft in der Nähe menschlicher Siedlungen.

  • Vorsicht bei Verstecken: Skorpione verstecken sich gerne in dunklen, kühlen Orten wie unter Steinen, in Schuhen, Kleidung oder Bettzeug. Kleidung und Schuhe ausschütteln, bevor sie angezogen werden; besonders in ländlichen Gebieten oder bei Camping Betten und Schlafstätten vor dem Benutzen überprüfen.
  • Schutz tragen: Geschlossene Schuhe und lange Hosen, besonders nachts oder in Wüstenregionen, da Skorpione oft nachtaktiv sind.
  • Abstand halten: Nicht versuchen, Skorpione mit der Hand zu entfernen, sondern ein Werkzeug wie einen Stock oder Besen benutzen, um ihn vorsichtig wegzubewegen.
  • Erste Hilfe: Bei einem Stich sofort medizinische Hilfe suchen, da einige Arten (z. B. Androctonus crassicauda) hochgiftig sind. Bis Hilfe eintrifft, die betroffene Stelle ruhig halten, nicht abschnüren und kühlende Umschläge anlegen, falls verfügbar.

Wildtiere: In ländlichen und bergigen Regionen im Norden (z. B. Kurdistan) können Begegnungen mit Wildtieren wie Wölfen, Wildschweinen oder gelegentlich Bären (im Zagros-Gebirge) Risiken darstellen, insbesondere für Landwirte oder Hirten. Diese Tiere greifen selten an, aber Konflikte sind möglich.

  • Abstand wahren: Direkte Begegnungen mit Tieren wie Wölfen, Wildschweinen oder Bären nach Möglichkeit vermeiden. Langsam zurückweichen, ohne zu rennen, da das einen Angriff auslösen könnte. Blickkontakt vermeiden, da dieser als Bedrohung wahrgenommen werden kann.
  • Nahrung sichern: Bei Camping oder in ländlichen Gebieten Essen in verschlossenen Behältern lagern und Müll entsorgen, um Tiere nicht anzulocken.
  • Schutz in der Nacht: In Regionen mit Wildtieren nachts in geschlossenen Unterkünften bleiben oder ein Lagerfeuer nutzen, um sie fernzuhalten (sofern sicher und erlaubt).
  • Verhalten bei Angriff: Bei einer Konfrontation (z. B. Wildschwein) laut schreien, größer machen (Arme heben) und langsam zurückziehen. Bei Bären nicht weglaufen, sondern ruhig stehen bleiben oder sich tot stellen, falls es eskaliert.

Gefahren durch Pflanzen
Giftige Pflanzen: Es gibt im Irak einige Pflanzen, die potenziell gefährlich sind, wenn sie konsumiert oder berührt werden. Ein Beispiel ist die Datura (Stechapfel), die in verschiedenen Regionen wächst und halluzinogene sowie toxische Wirkungen hat. Unwissentlicher Kontakt oder Verzehr kann zu Vergiftungen führen.

Dornige Vegetation: In Wüsten- und Steppenregionen wachsen dornige Sträucher und Pflanzen wie der Kameldorn (Alhagi maurorum). Diese können Verletzungen verursachen, insbesondere bei Menschen, die barfuß gehen oder in der Landwirtschaft arbeiten. Infektionen durch Dornenstiche sind ein zusätzliches Risiko.

Erdbeben

Der Norden des Iraks, insbesondere in der Nähe der Grenze zum Iran und zur Türkei, liegt in einer seismisch aktiven Zone. Erdbeben treten hier gelegentlich auf, wobei stärkere Beben Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursachen können.

Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!

Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.

Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden. 

Überschwemmungen

Trotz der Trockenheit können starke Regenfälle, insbesondere in den nördlichen und zentralen Regionen, zu plötzlichen Überschwemmungen führen. Diese sind oft durch unzureichende Infrastruktur und Entwässerungssysteme besonders verheerend, wie etwa in Bagdad oder den Marschgebieten im Süden.

Klima

Allgemein

Das Klima im Irak ist überwiegend arid bis semiarid, geprägt von Hitze, Trockenheit und extremen Bedingungen, und variiert je nach Region. Es wird stark von der geografischen Lage zwischen Wüsten, Flüssen und Gebirgen beeinflusst, mit deutlichen Unterschieden zwischen dem wüstenreichen Süden und dem bergigen Norden.

Große Teile des Landes, insbesondere im Westen und Süden, bestehen aus Wüsten oder Steppen (z. B. die Syrische Wüste). Niederschläge sind selten und unregelmäßig.

Wer das Land besucht, sollte sich auf Hitze und Staub vorbereiten, besonders zwischen Juni und August.

Extreme Temperaturen: Der Irak erlebt heiße Sommer und kühle Winter, wobei die Schwankungen je nach Region stark ausgeprägt sind.

Jahreszeiten

  • Sommer (Juni bis September):
    • Temperaturen erreichen oft 40–50 °C, besonders in der Ebene (z. B. Bagdad, Basra). In der Wüste können sie noch höher klettern.
    • Kaum Niederschlag, hohe Luftfeuchtigkeit im Süden nahe dem Persischen Golf.
    • Häufige Staub- und Sandstürme, die die Sicht und Luftqualität beeinträchtigen.
  • Winter (Dezember bis Februar):
    • Kühler, mit Durchschnittstemperaturen von 5–15 °C in der Ebene. In Bagdad kann es nachts frostig werden.
    • Im Norden (z. B. Kurdistan) sinken die Temperaturen oft unter 0 °C, mit Schnee in den Bergen (Zagros-Gebirge).
    • Die meisten Niederschläge (50–200 mm jährlich) fallen in dieser Zeit, vor allem im Norden.
  • Übergangszeiten (Frühling und Herbst):
    • März bis Mai sowie Oktober bis November sind milder (20–30 °C) und gelten als angenehmste Reisezeiten.
    • Frühling bringt gelegentlich heftige Regenschauer und Überschwemmungen, besonders in den Flussebenen von Euphrat und Tigris.

Regionale Unterschiede

  • Süden (z. B. Basra): Subtropisches Klima mit extrem heißen, feuchten Sommern und milden Wintern. Nähe zum Persischen Golf erhöht die Luftfeuchtigkeit.
  • Zentralirak (z. B. Bagdad): Kontinentales Wüstenklima mit glühenden Sommern, kühlen Wintern und minimalem Regen.
  • Norden (Kurdistan, z. B. Erbil, Sulaimaniyya): Mediterraner Einfluss mit kälteren, feuchteren Wintern und heißen, trockenen Sommern. Die Berge bieten kühlere Höhenlagen.

Besondere Phänomene

  • Staubstürme: Besonders im Sommer durch trockene Winde aus der Wüste häufig. Sie verschlechtern die Luftqualität und beeinträchtigen die Gesundheit.
  • Wassermangel: Sinkende Pegel von Euphrat und Tigris durch Dürren, Staudämme in Nachbarländern (Türkei, Syrien) und Klimawandel verschärfen die Trockenheit.

Klimawandel
Der Irak ist stark vom Klimawandel betroffen. Steigende Temperaturen, längere Dürreperioden und schwindende Wasserressourcen bedrohen Landwirtschaft und Lebensgrundlagen, besonders in den südlichen Marschgebieten, die zunehmend austrocknen.

Klimatabelle

Klimastation BAGDAD

Höhe über NN in m: 34

geographische Position: 44° 14’ E, 33° 14’ N

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

16,0

18,7

22,7

28,7

35,8

41,0

43,4

43,3

39,8

33,4

24,6

17,6

Temp. ø Min. (°C)

4,3

5,9

9,6

14,6

20,0

23,4

25,3

24,6

21,0

16,2

10,3

5,2

Regentage

4

3

3

3

1

< 1

0

0

< 1

< 1

2

4

Niederschlag (mm)

25

24

23

22

8

< 1

< 1

4

17

23

  

Sonnenstunden ø

6,3

7,4

7,8

8,5

10,1

11,9

11,9

11,6

10,6

9,0

7,2

6,3

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

--

--

--

--

h + t

h + t

h + t

h + t

h + t

--

--

--

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken