Iran
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Teheran (8.693.706 Einwohner)
Fläche: 1.648.195 km²
Einwohnerzahl: 84 Millionen (Schätzung 2020)
Währung: Iranischer Rial (IRR)
Staatsform: Islamische Republik
Amtssprache: Persisch
Religion: Islam (99%)
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+3:30
Telefon-Vorwahl: +98
Netzspannung: 230 V, 50 Hz
Gefahrenindex: 3
Visumpflicht: Ja
Reisepass erforderlich: Ja
Lage
Geographische Einordnung
Im Süden grenzt der Iran an den Golf von Oman und den Persischen Golf. Im Westen grenzt der Iran an den Irak. Dort folgt die Grenze zunächst dem Fluss Schatt al-Arab, dem Zusammenflussgebiet von Euphrat und Tigris. Der genaue Grenzverlauf ist seit geraumer Zeit strittig. Im Norden des Landes bilden die Türkei, Armenien und Aserbaidschan die Grenze. Im Nordosten liegt Turkmenistan und im Osten begrenzen Afghanistan und Pakistan den Iran.
Infrastruktur
Es sind ca. 2.500 km Autobahnen vorhanden, sowie ein großes Netz weiterer Straßen, unter denen auch ausgebaute Schnellstraßen sind. Ein Eisenbahnnetz ist in Betrieb und es gibt internationale wie auch nationale Flugverbindungen.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
11. Februar: Tag der Islamischen Revolution (1979)
Weitere Feiertage:
2. Januar: Geburtstag des Imam Ali
16. Januar: Mabaath
3. Februar: Geburtstag des Imam Mahdi
10. März: Martyrium des Imam Ali
20. März: Tag der Nationalisierung des Erdöls
20.+21. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
21.–24. März: Novruz (Persisches Neujahr)
1. April: Tag der Islamischen Republik
2. April: Sizdah Bedar (Tag der Natur)
13. April: Martyrium des Imam Sadeq
26. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
4. Juni: Todestag des Imam Khomeini
4. Juni: Eid al-Ghadir
5. Juni: Jahrestag der Auflehnung gegen den Schah (1963)
25. Juni: Tasu’a
26. Juni: Ashura
5. August: al-Arba’in
12. August: Tod des Propheten Mohammed und Martyrium des Imam Hasan
13. August: Martyrium des Imam Reza
22. August: Martyrium des Imam Hassan Asgari
31. August: Geburtstage des Propheten Mohammed und des Imam Sadeq
14. November: Martyrium der Hazrat Fatima
23. Dezember: Geburtstag des Imam Ali
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
11. Februar: Tag der Islamischen Revolution (1979)
Weitere Feiertage:
6. Januar: Mabaath
24. Januar: Geburtstag des Imam Mahdi
28. Februar: Martyrium des Imam Ali
10.+11. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
20. März: Tag der Nationalisierung des Erdöls
21.-24. März: Novruz (Persisches Neujahr)
1. April: Tag der Islamischen Republik
2. April: Sizdah Bedar (Tag der Natur)
3. April: Martyrium des Imam Sadeq
17. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
25 Mai: Eid al-Ghadir
4. Juni: Todestag des Imam Khomeini
5. Juni: Jahrestag der Auflehnung gegen den Schah (1963)
14. Juni: Tasu’a
15. Juni: Ashura
25. Juli: al-Arba’in
2. August: Tod des Propheten Mohammed
3. August: Martyrium des Imam Reza
11. August: Martyrium des Imam Hassan Asgari
20. August: Geburtstage des Propheten Mohammed und des Imam Sadeq
2. September: Martyrium des Imam Hasan
2. November: Martyrium der Hazrat Fatima
26. Dezember: Mabaath
26. Dezember: Geburtstag des Imam Ali
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
11. Februar: Tag der Islamischen Revolution (1979)
Weitere Feiertage:
13. Januar: Geburtstag des Imam Mahdi
17. Februar: Martyrium des Imam Ali
26.-28. Februar: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
20. März: Tag der Nationalisierung des Erdöls
21.-23. März: Novruz (Persisches Neujahr)
22. März: Martyrium des Imam Sadeq
1. April: Tag der Islamischen Republik
2. April: Sizdah Bedar (Tag der Natur)
5. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
13. Mai: Eid al-Ghadir
3. Juni: Tasu’a
4. Juni: Ashura
4. Juni: Todestag des Imam Khomeini
5. Juni: Jahrestag der Auflehnung gegen den Schah (1963)
13. Juli: al-Arba’in
21. Juli: Tod des Propheten Mohammed
21. Juli: Martyrium des Imam Hasan
22. Juli: Martyrium des Imam Reza
31. Juli: Martyrium des Imam Hassan Asgari
9. August: Geburtstage des Propheten Mohammed und des Imam Sadeq
22. Oktober: Martyrium der Hazrat Fatima
30. November: Geburtstag des Imam Ali
14. Dezember: Mabaath
Kontakte
Notrufnummern
Polizei: 110 oder mobil 112
Ambulanz: 115 oder mobil 112
Feuerwehr: 125 oder mobil 112
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Internet
Internet ist in den besiedelten Gebieten gut verfügbar. In jeder größeren Siedlung gibt es öffentliche Internet-Cafés. Allerdings schränkt die Regierung den Zugang zu bestimmten Diensten und Webseiten regelmäßig bis dauerhaft stark ein.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Telefon / Mobilfunk
Festnetztelefonie und Mobilfunk sind in den besiedelten Gebieten gut ausgebaut.
Allerdings kann es außerhalb der Siedlungen auf Fernstraßen bereits zu Funklücken kommen.
Übersichtskarten zu den einzelnen Netzanbietern finden Sie hier.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.
Steckertyp C
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Fast alle internationalen Flüge ab Teheran werden nur vom Flughafen Imam Khomeini abgewickelt. Der zentral gelegene Flughafen Mehrabad wird, mit wenigen Ausnahmen in die Nachbarländer, nur noch für nationale Flüge genutzt. Aufgrund der Größe des Landes ist das Flugzeug ein sehr beliebtes Verkehrsmittel. Allerdings haben die Airlines aufgrund der anhaltenden Sanktionen gegen den Iran immer wieder Probleme, ihre veralteten Flotten zu erneuern.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Iranischer Rial (IRR) = 100 Dinar.
Banköffnungszeiten: Samstag - Mittwoch: 7:30 Uhr - 16:00 Uhr (mit Mittagspause), Donnerstag 7:30 - 12:00 Uhr.
Im Alltag werden Beträge oft noch in der alten Währung Toman gerechnet, wobei es keine einheitliche Regel gibt, wie viele Toman wie vielen Rial entsprechen. Je nach Kontext kann ein Toman zwischen zehn und zehn Millionen Rial entsprechen!
Des weiteren werden bei Preisangaben sowohl in Rial als auch in Toman oft mehrere Nullen ausgelassen.
Bei Geschäften und Einkäufen sollte daher immer rechtzeitig geklärt werden, über welche Beträge in Rial man gerade spricht.
Meist werden Kreditkarten nicht akzeptiert, weil die meisten Kreditkartensysteme über die USA abgerechnet werden und der Finanzsektor unter die internationalen Sanktionen gegen Iran fiel. Möglicherweise ist die Zahlung mit Kreditkarte bei Fluggesellschaften und in großen Hotels möglich. Einzelheiten erfahren sie vom Aussteller der betreffenden Kreditkarte.
Generell gilt, dass es im Iran keinerlei Möglichkeiten gibt, Geld abzuheben oder sich anderweitig zu beschaffen. Es gibt auch keine offiziellen Überweisungswege, die ausländische Touristen kurzfristig nutzen könnten. Reisende sollten deshalb unbedingt genügend Bargeld mitführen.
Geld kann in großen Banken gewechselt werden, diese sind in aller Regel mit einem „Exchange“-Schild gekennzeichnet. In größeren Städten gibt es außerdem lizenzierte Wechselstuben. Internationale Hotels, in denen die Zimmer in Dollar bezahlt werden, tauschen ebenfalls, allerdings häufig zu einem schlechteren Kurs als die staatlichen Banken.
Es gibt zwar auch noch den inoffiziellen Weg, Geld auf der Straße zu tauschen. Allerdings sollte davon abgesehen werden, da dies illegal ist und zu hohen Strafen führen kann.
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio:
- Bei Aufenthalt bis max. 4 Wochen: Auffrischimpfung, wenn letzte Impfstoffdosis vor mehr als 10 Jahren verabreicht wurde.
- Bei Aufenthalt >4 Wochen: Impfung sollte bei Ausreise aus dem betroffenen Land höchstens 4 Wochen bis 12 Monate zurückliegen.
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)
Tollwut-Impfung bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen
Meningokokken ACWY bei sehr engen Bevölkerungskontakten
Dengue-Impfung (Stellungnahme des StAR zum Denguevirus-Impfstoff Qdenga®)
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
In Teheran besteht Zugang zu medizinischer Versorgung in allen Fachdisziplinen auf einem recht hohen Niveau. Eine Evakuierung aus gesundheitlichen Gründen ins Ausland oder die Heimat ist daher nur selten notwendig. Ein Krankenversicherungsschutz, welcher eine Reiserückholversicherung beinhaltet, wird trotzdem empfohlen.
Außerhalb der Hauptstadt und v.a. im ländlichen Raum befindet sich die spezialisierte, medizinische Versorgung auf weniger gutem Niveau, mit Mängeln bei der Organisation, technischen Ausstattung und der Hygiene. Zudem kommen Sprachbarrieren dazu.
Vor der Ausreise sollte in jedem Fall eine individuelle Beratung durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt erfolgen (z.B. über dtg.org oder frm-web.de).
Wichtige Medikamente sollten in ausreichender Menge mitgeführt werden, da diese nicht unbedingt vor Ort erhältlich sind. Da es bezüglich einiger Arzneimittel allerdings Einfuhrbeschränkungen geben kann, sollte man diese unbedingt beachten. Zudem sollte eine Reiseapotheke mit Arzneimitteln für gängige Reisekrankheiten mitgeführt werden.
Im Notfall halten Botschaften Adresslisten von Ärzten und Krankenhäusern bereit, oder vermitteln auch an diese.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Leishmaniose (Orientbeule)
Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.
Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).
Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.
Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).
Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.
Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.
Tuberkulose
Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.
Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.
Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.
Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Um in Teheran der extrem schlechten Luft und dem Verkehrschaos zumindest ein Stück weit zu entkommen, zieht jeder, der es sich leisten kann, in den höher gelegenen Norden der Stadt.
Natürliche Umweltgefahren
Lawinen
In den Bergen kann es insbesondere in den Wintermonaten zu Lawinen und zu Erdrutschen kommen.
Allgemein
Der Iran liegt in einer erdbebengefährdeten Zone. Bedingt durch das Aufeinanderstoßen der Indisch-Australischen und der Arabischen Kontinentalplatten kann es mehrmals im Jahr zu leichten Erdstößen bis größeren Erdbeben kommen.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Stürme
Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Extreme Hitze
Teilweise kommt es in Regionen zu Temperaturen von über 40 °C, die zu Einschränkungen im öffentlichen Leben und im Infrastrukturbereich (Verkehrswesen, Wasser- und Stromversorgung) führen können.
Verhaltenstipps
Ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees sowie eher leichte Speisen zu sich nehmen. Durch das Schwitzen verliert der Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente. Diese können durch Mineraldrinks wieder ersetzt werden. Es empfiehlt sich, helle, luftige Kleidung aus Naturfasern zu tragen. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollten vor allem Kinder eine Kopfbedeckung tragen. Überanstrengungen sollten vermieden werden.
Weitere Gefahren
Bei Aufenthalten über 2.300 Meter Höhe kann es bei Einzelnen zu den verschiedenen Formen der Höhenkrankheit kommen, wenn die graduelle Anpassung an die Höhe missachtet wurde. Die Höhenkrankheit ist eine potentiell sehr gefährliche Funktionsstörung von Lunge und Gehirn. Erkranken können auch junge, gesunde und gut trainierte Personen, auch solche, die bereits früher große Höhen und rasche Aufstiege ohne Probleme bewältigt haben.
Klima
Allgemein
Die Sommer im Kontinentalklima des iranischen Hochlands sind warm und trocken. In Teheran liegen die Temperaturen im Juli und August bei bis zu 40 °C. In den Gebieten unterhalb von 1.000 m ist es sehr heiß, in den höheren Lagen ist es jedoch auch im Sommer angenehm. Im Winter, November bis Februar/März, ist es dort sehr kalt und es gibt starke Schneefälle. Der Frühling ist kurz und niederschlagsarm, der Herbst ist in allen Gebieten sehr angenehm. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind erheblich.
Sehr mild sind die Winter in der Khuzistan-Ebene und am Persischen Golf. Die Sommer sind sehr heiß mit bis zu über 50 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. Am Kaspischen Meer herrscht mildes und zu allen Jahreszeiten ausgeglichenes Klima, jedoch kommt es immer wieder zu heftigen Regenschauern. In Teheran herrscht extreme Luftverschmutzung durch Autoabgase.
Klimatabelle
Klimastation TEHERAN-MEHRABAD (Flughafen)
Höhe über NN in m: 1.204
geographische Position: 51° 21’ E, 35° 41’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 7,2 | 9,9 | 15,4 | 21,9 | 28,0 | 34,1 | 36,8 | 35,4 | 31,5 | 24,0 | 16,5 | 9,8 |
Temp. ø Min. (°C) | < 1,1 | 0,7 | 5,2 | 10,9 | 16,1 | 20,9 | 24,0 | 23,0 | 19,2 | 12,9 | 6,7 | 1,3 |
Regentage | 6 | 5 | 6 | 5 | 4 | 1 | 1 | < 1 | < 1 | 3 | 3 | 6 |
Niederschlag (mm) | 37 | 34 | 37 | 28 | 15 | 3 | 3 | 1 | 1 | 14 | 21 | 36 |
Sonnenstunden ø | 5,5 | 6,4 | 6,5 | 7,4 | 9,3 | 11,5 | 11,2 | 10,8 | 10,1 | 8,1 | 6,8 | 5,5 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | h + t | h + t | h + t | h + t | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken