Italien
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Rom
Fläche: 301.338 km²
Einwohnerzahl: knapp 60 Millionen (Stand 2023)
Währung: Euro (EUR)
Staatsform: Republik, parlamentarische Demokratie mit Zweikammersystem
Amtssprache: Italienisch (offiziell anerkannte Minderheitensprachen sind außerdem friaulisch, ladinisch, deutsch, slowenisch, okzitanisch, französisch, frankoprovenzalisch, albanisch, griechisch, sardisch, katalanisch und kroatisch)
Religion: 85 % römisch-katholische Christen, daneben orthodoxe Christen, Zeugen Jehovas, protestantische Christen und Muslime
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+1 MEZ, UTC+2 MESZ (März bis Oktober)
Telefon-Vorwahl: +39
Netzspannung: 230 V, 50 Hz
Gefahrenindex:
Visumpflicht: Nein
Reisepass erforderlich: Nein
Lage
Geographische Einordnung
Italien liegt in Südeuropa auf der Apennin-Halbinsel. Direkt angrenzende Länder sind Frankreich im Nordwesten, die Schweiz und Österreich im Norden, sowie Slowenien im Nordosten. Von Italien eingeschlossene Enklaven sind der Vatikan in Rom sowie San Marino im zentralen Osten Italiens. Des weiteren liegen in der Nachbarschaft Tunesien und der Inselstaat Malta südlich von Sizilien, im Westen die spanischen Baleareninseln, im Osten und Südosten die Balkanstaaten der Adriaküste sowie Griechenland.
Infrastruktur
Italien hat mehrere internationale Flughäfen, wobei Rom (FCO) (Fiumicino) die größte Bedeutung zukommt; Inlandsflüge werden angeboten.
Der Fährverkehr zu den Inseln und Anrainerstaaten im Mittelmeerraum spielt eine große Rolle. Das Schienen- wie auch das Straßennetz sind sehr gut ausgebaut. Für die meisten Autobahnen muss eine Mautgebühr bezahlt werden.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
2. Juni: Tag der Republik (1946)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
6. Januar: Dreikönigstag
5. April Ostersonntag
6. April: Ostermontag
25. April: Tag der Befreiung
1. Mai: Tag der Arbeit
15. August: Ferragosto (Mariä Himmelfahrt)
1. November: Allerheiligen
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Stephanstag
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
2. Juni: Tag der Republik (1946)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
6. Januar: Dreikönigstag
28. März Ostersonntag
29. März: Ostermontag
25 April: Tag der Befreiung
1. Mai: Tag der Arbeit
15. August: Ferragosto (Mariä Himmelfahrt)
1. November: Allerheiligen
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Stephanstag
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
2. Juni: Tag der Republik (1946)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
6. Januar: Dreikönigstag
16. April Ostersonntag
17. April: Ostermontag
25. April: Tag der Befreiung
1. Mai: Tag der Arbeit
15. August: Ferragosto (Mariä Himmelfahrt)
1. November: Allerheiligen
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Stephanstag
Kontakte
Notrufnummern
Einheitliche Notrufnummer: 112
Polizei: 113
Feuerwehr: 115 (Waldbrand: 1515)
Notarzt: 118
Pannenhilfe: 116
Bergrettung: 77171
Küstenwache: 1530
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Hinweis: In der Regel erfolgt die Kommunikation nur in der Landessprache.
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Festnetz und Mobilfunk sind landesweit und jederzeit verfügbar.
Die Netzabdeckung für Mobilfunk ist fast lückenlos. Die größten Anbieter sind Wind Tre, Telecom Italia und Vodafone.
Internet
Der Zugang zum Internet ist (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
WLAN-Hotspots und Internetcafés sind in allen Städten und größeren Orten zahlreich vorhanden.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertyp(en): C, F, L (die italienische L-Steckdose wird in Neuinstallationen zunehmend durch die deutsche SchuKo-Steckdose F ersetzt).
Steckertyp C
Steckertyp F
Steckertyp L
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Italiens nationale Fluggesellschaft ist die ITA Airways. Von den meisten westlichen Ländern bieten zahlreiche Airlines Direktverbindungen an, u.a. Rom, Bologna, Florenz, Neapel, Palermo, Mailand, Turin und Venedig.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Euro (EUR) = 100 Cents
Banköffnungszeiten: In der Regel Mo-Fr, 8.30-13.30 Uhr, sowie anderthalb Stunden am Nachmittag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr, z.T. auch Samstag vormittags.
Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert. Reiseschecks können nur in einer Bank oder in einem »American Express«-Büro gebührenpflichtig eingelöst werden. Geldautomaten (»Bancomat«) sind überall verfügbar.
Warnung: Die Gefahr, dass Bankkartendaten vom Magnetstreifen ausgelesen und/oder die PIN-Eingabe ausgespäht werden (»Skimming«), ist niht zu vernachlässigen.
Achtung: Barzahlungen von mehr als 1.000 Euro sind in Italien aufgrund einer Direktive zur Nachvollziehbarkeit von Finanzierungen seit Anfang 2022 verboten. In diesem Zusammenhang wird vor der Zahlung von hohen Geldbeträgen in bar bei der Abwicklung von An- und Verkäufen von wertvollen Objekten (z.B. Grundstücken, Jachten) ausdrücklich gewarnt.
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A (bes. für die südlichen Landesteile)
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Personen, die in einem EU-Land krankversichert sind, haben in Italien Anspruch auf medizinische Versorgung bei Ärzten, Zahnärzten und in Krankenhäusern. Die öffentlichen Krankenhäuser erreichen oft nicht westeuropäische Standards, eine bessere Versorgung bieten nur private Kliniken, sie sind personell und apparativ besser ausgestattet. Die höheren Kosten muss der Patient vorschießen, der von seiner Krankenkasse gedeckte Betrag wird später gegen Vorlage der Quittungen erstattet. Um die restlichen Kosten einer Privatbehandlung abzudecken, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden, empfiehlt sich der Abschluss einer entsprechenden Reisekrankenversicherung mit Rücktransportgarantie.
Ratsam ist ebenfalls die Mitnahme einer eigenen Reiseapotheke, die auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest) enthält.
Infektionen / Krankheiten
West-Nil-Fieber
Infektionskrankheit, die durch Mücken auf den Menschen übertragen wird.
Symptome: Häufig ist der Verlauf symptomlos. Bei manchen eher grippeähnliche Symptome: Fieber, Schüttelfrost. Abgeschlagenheit, Durchfall, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknotenschwellung. In einigen Fällen kann es zu schweren Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) und der Hirnhäute (Meningitis) sowie zu akuten Lähmungserscheinungen (Paralyse) kommen, die sich nur teilweise oder gar nicht mehr zurückbilden. Diese schwerwiegenden Komplikationen können zum Tod führen.
Inkubationszeit: zwischen 2–14 Tagen.
Vorkommen: hauptsächlich in Afrika, Nordamerika und in den südöstlichen Ländern des Mittelmeerraums, Indien.
Denguefieber
Seit den späten 2010-er Jahren treten in Italien immer häufiger lokal übertragene Fälle von Dengue-Fieber auf. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Tropenkrankheit. Die Fälle sind noch vereinzelt und in der Gesamtzahl überschaubar, das Risiko weiterhin als gering einzustufen. Trotzdem sollte ein entsprechendes Bewusstsein vorherrschen.
Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.
Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.
Allgemein
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.
Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.
Borreliose (Lyme-Borreliose)
Die Borreliose oder Lyme-Krankheit stellt die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung dar und wird durch Bakterien, die sog. Borrelien verursacht.
Die Zecken befinden sich zumeist in Wäldern, Gehölz und Gräsern. Die Hauptaktivitätszeit der Zecken ist von März bis Oktober (je nach Witterungsverhältnissen auch etwas früher bzw. später).
Symptome: Grippeähnliche Beschwerden können bereits innerhalb von 3–30 Tagen nach Ansteckung auftreten. Neben der Wanderröte sind grippeähnliche Beschwerden ein mögliches Symptom im Rahmen von Stadium I der Borreliose. Stadium II (Wochen bis Monate nach Ansteckung): Krankheitsgefühl mit Kopfschmerz, Erschöpfungszustände, Nackensteifigkeit und sonstige überwiegend neurologische Symptome. Stadium III: Auftreten chronischer Gelenkentzündungen. Als Komplikation innerhalb des Stadium III können schwere chronische Nervenschädigungen (Neuroborreliose) hinzukommen.
Inkubationszeit: zwischen 3 bis 30 Tagen.
Vorkommen: vorwiegend auf der nördl. Halbkugel, d.h. Nordamerika, Europa und Asien.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft meist Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ganzjährig auftreten, ist jedoch vor allem im Spätsommer und Herbst besonders häufig.
Symptome: beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten des Fiebers entwickeln sich im Mundraum schmerzhafte rote Punkte. Diese Stellen befinden sich vor allem im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder auch um den Mund herum. Sie wandeln sich nach kurzer Zeit in kleine Bläschen oder oberflächliche Geschwüre (Aphten) um. Etwa zeitgleich oder wenige Stunden nach dem Auftreten der roten Punkte im Mundraum entwickelt sich an Händen und Füßen ein Ausschlag mit Bläschen, die ein Sekret absondern, in dem viele Viren stecken. Dadurch können die Viren problemlos auch an andere Körperstellen gelangen.
In 20% der Fälle verläuft die Krankheit symptomlos.
Inkubationszeit: zwischen 2–35 Tagen, i.d.R. zwischen 7–14 Tagen.
Vorkommen: insbesondere im westpazifischen Raum (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Grundsätzlich gibt es den Erreger jedoch weltweit.
Echinokokkose
Die Echinokokkose ist eine potenziell lebensbedrohliche Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm. Die Symptome sind abhängig vom betroffenen Organ. Durch die Aufnahme von fäkal verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser oder durch engen Kontakt mit infizierten Tieren wird diese Krankheit übertragen. Es gibt zwei verschiedene Krankheitsbilder:
die durch den Kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ausgelöste alveoläre Echinokokkose
die durch den Kleinen Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) ausgelöste zystische Echinokokkose
Symptome: variieren, je nachdem welche Organe betroffen sind und nach Anzahl und Größe der Wurmzysten. Die Symptome können erst nach Monaten oder Jahren auftreten. In den meisten Fällen ist die Leber befallen (Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut, Gewichtsabnahme, Fieber, Druckempfindlichkeit des Bauchs). Lunge (Brustschmerzen, Atemnot, Husten), Milz, Gehirn, Herz und Nieren können ebenfalls befallen sein.
Inkubationszeit: zwischen mehreren Monaten und Jahren.
Vorkommen des Hundebandwurms: weltweit.
Vorkommen des Kleinen Fuchsbandwurms: Mitteleuropa und besonders Süddeutschland.
Rotavirus
Das Rotavirus ist eine Infektionskrankheit, die durch die sogenannten Rotaviren hervorgerufen wird. Das Rotavirus ist die weltweit häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Insbesondere für kleine Kinder kann das Rotavirus sehr gefährlich werden, in Deutschland sind Todesfälle jedoch selten. Das Rotavirus ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Die Übertragung erfolgt zumeist über eine Schmierinfektion, d.h. über Fäkalien oder verunreinigte Gegenstände sowie Lebensmittel oder Trinkwasser. Seit 2001 ist diese Infektion in Deutschland meldepflichtig.
Symptome: Erkrankungen setzen meist plötzlich ein, verlaufen aber unterschiedlich. Ein milder Verlauf ist durch Durchfall und Übelkeit/Erbrechen gekennzeichnet. Der Durchfall hält 2 bis 6 Tage an und vergeht dann wie von selbst.
Schwere Verläufe gehen mit sehr heftigem Durchfall einher, der nicht selten von Fieber, Magen-Darm-Krämpfen und grippeähnlichem Krankheitsgefühl begleitet wird. Der Durchfall ist meist wässrig, mitunter findet man im Stuhl Schleimbeimengungen. Auch bei einem schweren Verlauf geht der Durchfall binnen einer Woche vorüber. Rotavirus verläuft bei Säuglingen und Kleinkindern durchschnittlich schwerer als Durchfallerkrankungen durch andere Erreger.
Inkubationszeit: 1 bis 3 Tage.
Vorkommen: weltweit, allerdings ist die Infektion besonders stark verbreitet in Schwellen- und Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Wurmerkrankungen (Helminthiasis)
Als Wurmerkrankung oder Helminthiasis bezeichnet man Erkrankungen, die durch parasitische Würmer ausgelöst werden. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von Trinkwasser, Gemüse und Fleisch (halbroh/roh). Weitere Übertragungswege sind Stechmücken und Fliegen. Es gibt aber auch Würmer, die direkt über die Haut in den Körper gelangen.
Symptome: allergische Reaktionen, Ödeme, Arthritis und/oder Entzündungserscheinungen an den betroffenen Organen. Am häufigsten sind Haut, Lunge, Leber, Darm, Augen und das Zentralnervensystem betroffen.
Inkubationszeit: Wochen bis Monate.
Vorkommen: weltweit.
Hygiene
Trinkwasser
Die Hygienebedingungen entsprechen westeuropäischen Standards.
Dennoch: Leitungswasser ist ggf. nicht immer zum Trinken geeignet.
Nahrung
Die Hygienebedingungen entsprechen westeuropäischen Standards.
Dennoch: Die Hygiene der Nahrungsmittelzubereitung kann sehr unterschiedlich sein.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Natürliche Umweltgefahren
Weitere Gefahren
Bärenvorkommen
In der norditalienischen Provinz Trient/Trentino wurde Mitte Juli 2024 ein Jogger nördlich des Gardasees von einer Bärin attackiert und verletzt. 2023 wurde ein Jogger von einem Bären getötet. In dieser Provinz lebt eine größere Bärenpopulation; in der Nachbarprovinz Südtirol wurden bislang nur vereinzelte Bärenstreifzüge festgestellt.
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Venedig ist durch einen ansteigenden Meeresspiegel sowie Hochwasser bedroht.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Vulkane
Der Vesuv bei Neapel, der Stromboli auf einer Insel nördlich von Sizilien sowie der Ätna auf Sizilien selbst sind die potenziell gefährlichsten Vulkane Italiens. Stromboli und Ätna zeigen regelmäßig Aktivität, während der Vesuv seit 1944 weitestgehend ruhig ist, mit Ausnahme einiger geringfügiger Erdbeben. Allerdings gilt der Vesuv auch als der gefährlichste Vulkan, sollte er ausbrechen. Die Ausbrüche von Stromboli und Ätna verlaufen in der Regel ohne größere Schäden, es kommt meist lediglich zu kurzfristigen Einschränkungen im Flugverkehr sowie Evakuierungsempfehlungen der direkt um die Krater liegenden Gemeinden.
Waldbrände
Insbesondere in den Sommermonaten kann es zu größeren Wald- und Buschbränden kommen. Evakuierungen und Einschränkungen im Verkehr sind die Folge.
Dürren
Es besteht eine hohe Dürregefahr.
Klima
Allgemein
In Oberitalien herrscht ein mitteleuropäisches Klima, in Mittel- und Süditalien ein mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern. Hitze und intensive Sonneneinstrahlung treten auf.
Klimatabelle
Nachfolgend finden Sie hier Klimadaten einer ausgewählten Wetterstation des Landes:
Klimastation ROM (ROMA)
Höhe über NN in m: 51
geographische Position: 12° 29’ E, 41° 54’ N
Mittleres Temperaturmaximum (°C)
Jan. | Feb. | Mär. | Apr. | Mai | Jun. | Jul. | Aug. | Sep. | Okt. | Nov. | Dez. |
11,0 | 12,5 | 15,6 | 19,2 | 23,3 | 28,3 | 31,2 | 30,6 | 27,1 | 21,4 | 16,2 | 12,1 |
Mittleres Temperaturminimum (°C)
Jan. | Feb. | Mär. | Apr. | Mai | Jun. | Jul. | Aug. | Sep. | Okt. | Nov. | Dez. |
3,9 | 4,5 | 6,9 | 9,9 | 13,4 | 17,2 | 19,9 | 19,7 | 17,3 | 13,0 | 8,7 | 5,3 |