Kolumbien
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Bogotá, D.C., ca. 8 Millionen Einwohner, in der Metropolregion ca. 10 Millionen (2022)
Fläche: 1.141.748 km²
Einwohnerzahl: ca. 50 Millionen (2020)
Währung: 1 Kolumbianischer Peso (COP) = 100 Centavos
Staatsform: präsidentielle Republik
Amtssprache: Spanisch
Religion: ca, 70 % katholische Christen, ca. 20 % evangelikale Christen, Minderheiten von protestantischen Christen, Muslimen, Juden und indigenen Religionen
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC−5
Telefon-Vorwahl: +57
Netzspannung: 110 V
Gefahrenindex: 0
Visumpflicht: nein
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Kolumbien ist ein Küstenstaat im nordwestlichen Südamerika. Ca. 1.600 km Küstenlinie am Karibischen Meer und ca. 1.400 km am Pazifik. Nachbarländer sind Panama im Nordwesten, Venezuela im Nordosten, Brasilien im Südosten sowie Peru und Ecuador im Südwesten.
Infrastruktur
Das Straßennetz ist eines der schlechtesten in Süd- und Mittelamerika. Busse, Taxis und Mietwagen sind in allen größeren Städten vorhanden.
Das Stromnetz ist im regionalen Vergleich ebenfalls recht instabil.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
20. Juli: Unabhängigkeitstag (1810 von Spanien)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
12. Januar: Dreikönigstag
23. März: Sankt Josef
2. April: Gründonnerstag
3. April: Karfreitag
1. Mai: Tag der Arbeit
18. Mai: Christi Himmelfahrt
8. Juni: Fronleichnam
15. Juni: Herz Jesu
29. Juni: Sankt Peter und Sankt Paul
7. August: Schlacht von Boyacá
17. August: Mariä Himmelfahrt
12. Oktober. Kolumbus-Tag
2. November: Allerheiligen
16. November: Unabhängigkeit von Cartagena
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
20. Juli: Unabhängigkeitstag (1810 von Spanien)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
11. Januar: Dreikönigstag
22. März: Sankt Josef
25. März: Gründonnerstag
26. März: Karfreitag
1. Mai: Tag der Arbeit
10. Mai: Christi Himmelfahrt
31. Mai: Fronleichnam
7. Juni: Herz Jesu
5. Juli: Sankt Peter und Sankt Paul
7. August: Schlacht von Boyacá
16. August: Mariä Himmelfahrt
18. Oktober. Kolumbus-Tag
1. November: Allerheiligen
15. November: Unabhängigkeit von Cartagena
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
20. Juli: Unabhängigkeitstag (1810 von Spanien)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
10. Januar: Dreikönigstag
20. März: Sankt Josef
13. April: Gründonnerstag
14. April: Karfreitag
1. Mai: Tag der Arbeit
29. Mai: Christi Himmelfahrt
19. Juni: Fronleichnam
26. Juni: Herz Jesu
3. Juli: Sankt Peter und Sankt Paul
7. August: Schlacht von Boyacá
21. August: Mariä Himmelfahrt
16. Oktober. Kolumbus-Tag
6. November: Allerheiligen
13. November: Unabhängigkeit von Cartagena
8. Dezember: Mariä Empfängnis
25. Dezember: Weihnachten
Kontakte
Notrufnummern
Allgemeine Notrufnummer: 123
Ambulanz: 123
Feuerwehr: 119 oder 123
Polizei: 112 oder 123
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Sowohl das Festnetz als auch der Mobilfunk beschränken sich weitgehend auf die besiedelten Gebiete an den Küsten und im Hochland, sowie die Verkehrsverbindungen dazwischen. In der Amazonas-Ebene sind praktische keine Verbindungen mehr verfügbar.
Für Fahrten und Aufenthalte in abgelegenen Gebieten sollte daher erwogen werden, ein Satellitentelefon mitzunehmen.
Internet
Die Internet-Versorgung ist im regionalen Vergleich sehr gut. Das Glasfasernetz ist eines der am weitesten ausgebauten in Lateinamerika.
Internet-Verbindungen sind dementsprechend meist schnell, stabil und sicher. Eine staatliche Einschränkung einzelner Dienste, Webseiten und Anwendungen findet nicht statt.
In den meisten Siedlungen gibt es Internet-Cafés. Wie bei der Telefonie auch besteht außerhalb der besiedelten Gebiete keine Infrastruktur für IT mehr.
Strom / Elektrizität
110 V, 60 Hz. Übliche Netzsteckertypen: A und B.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”: www.iec.ch.
Steckertyp A
Steckertyp B
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Der internationale Flugverkehr wird hauptsächlich über die Flughäfen El Dorado in Bogotá, José María Córdoba in Medellín und Alfonso Bonilla Aragón in Cali abgewickelt, daneben auch über Rafael Núñez in Cartagena und Ernesto Cortissoz in Barranquilla.
Direkt-Verbindungen mit Europa und Amerika werden von der kolumbianischen Avancia sowie vielen anderen großen Airlines angeboten.
Der Inlands-Flugverkehr ist gut ausgebaut, und deckt so ziemlich alle Gegenden des Landes ab. Die Preise sind relativ günstig. Der technische Zustand der Flotten ist gut, und Flüge sind eine recht sichere Form des Transports.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Kolumbianischer Peso (COP) = 100 Centavos
Banköffnungszeiten: In der Regel Mo-Fr 9-15 Uhr. Einige Banken bieten auch verlängerte Öffnungszeiten, einschließlich nachts und am Wochenende an. Am letzten Tag eines jeden Monats endet die Öffnungszeit um 12 Uhr. In der Karwoche und zum Jahreswechsel gibt es Beschränkungen.
Mit Karten mit Cirrus- oder Maestro-Symbol kann an Automaten Geld abgehoben werden, zum bargeldlosen Zahlen werden sie in der Regel aber nicht akzeptiert.
US-Dollar, Euro, Franken und Pfund können in der Regel umgetauscht werden.
Die meisten Hotels, Restaurants und Geschäfte akzeptieren internationale Kreditkarten, insbesondere Master Card und Visa.
Vorsorge
Impfungen aus besonderem Grund
- Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten
- Dengue-Fieber bei besonderer Exposition und gegebener Indikation
- Tollwut, besonders bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen oder bei Risiko nicht-vermeidbarer Tierkontakte
- Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)
Empfohlene Impfungen
- Gelbfieber v.a. bei Aufenthalten unterhalb von 2.300 m. Dies betrifft nicht Bogotá sowie die Inseln San Andrès und Providencia. In Barranquilla, Cali, Cartagena und Medellín ist das Risiko einer Gelbfieber-Infektion eher gering.
- Tetanus
- Diphtherie
- Keuchhusten
- Hepatitis A
- Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
- (Masern und Röteln)
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in den Städten ist auf gutem Niveau und nahezu mit Europa zu vergleichen. Außerhalb der Städte ist die Versorgung unzureichend, oft bestehen zudem technische und hygienische Mängel.
Es ist außerdem ratsam, eine eigene Reiseapotheke, die neben den Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Verbandsmaterial und Einwegspritzen enthält, bei sich zu haben.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Gelbfieber
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben.
Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.
Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.
Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Denguefieber
Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.
Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.
Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.
Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.
Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.
Leishmaniose (Orientbeule)
Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.
Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).
Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.
Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).
Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.
Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
Zika-Virus
Das Zika-Virus (ZIKV) ist ein erstmals in Ostafrika nachgewiesenes Virus, das von Stechmücken übertragen wird. Während eine Zika-Infektion für gesunde Erwachsene überwiegend ungefährlich ist und meist keine oder nur milde Symptome auslöst, kann eine Infektion während der Schwangerschaft bei dem Fötus schwere Schäden verursachen.
Übertragen wird das Virus hauptsächlich von der Gelbfiebermücke, auch bekannt als Ägyptische Tigermücke.
Symptome: Fieber (daher auch die Bezeichnung "Zika-Fieber"), knotig-fleckiger Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten auch: Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen.
Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 3–12 Tagen.
Vorkommen: in allen tropischen und manchen subtropischen Ländern. Epidemisch derzeit vor allem im tropischen/subtropischen Süd- und Mittelamerika, einschließlich Mexiko.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).
Natürliche Umweltgefahren
Weitere Gefahren
Gifttiere und -pflanzen
Wie in allen anderen (sub-)tropischen Regionen kommen auch iin Kolumbien Gifttiere vor, v.a. Schlangen, Spinnen und Skorpione. Diese sind meist nachtaktiv, daher sollten nächtliche Aufenthalte nur mit sicherem Schuhwerk und wenn möglich an sicheren Orten vorgenommen werden. Bei Sichtkontakt mit verdächtigen Tieren sollten diese nicht provoziert werden, z.B. durch Versuche, diese zu vertreiben. Stattdessen sollten Sie sich langsam entfernen. Da Tiere sich oft in Erdlöchern und unter Felsspalten aufhalten, sollte man in diese nicht hineingreifen, sondern grundsätzlich Abstand halten.
Neben Schlangen, Spinnen und Skorpionen verfügen auch andere Tiere über teils potente Gifte, zum Beispiel Ameisen, Raupen und Frösche.
Zudem gibt es Pflanzen, die Giftstoffe produzieren. Auch hier gilt, Pflanzen, die einem nicht bekannt und geläufig sind, nicht anzufassen.
Im Fall einer möglichen Vergiftung sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Als erste Maßnahme kann die Biss- oder Stichwunde ausgesaugt, ausgedrückt, abgewaschen und desinfiziert werden. Falls möglich, kann die Stelle oder Gliedmaße auch abgebunden werden, allerdings kann die unterbrochene Durchblutung dann auch zu schwereren Gewebsschäden führen. Hier wäre also das Verhältnis von Kosten und Nutzen abzuwägen.
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Vulkane
Hier gibt es aktive Vulkane. Wegen möglicher vulkanischer Aktivität kann es zu lokalen Evakuierungen kommen.
Im Verkehrswesen kann es durch Eruptionen zu regionalen Einschränkungen kommen.
Trop. Wirbelstürme & Tornados
Es besteht eine hohe Gefahr durch tropische Wirbelstürme und Tornados.
Trop. Wirbelstürme können grundsätzlich während des ganzen Jahres entstehen. Von den Tropenstürmen kann neben den Küstenregionen auch das Hinterland betroffen sein. Durch Tropenstürme können schwere Zerstörungen an Gebäuden und der Infrastruktur entstehen. Die Wasserpegel können mehrere Meter ansteigen. Alle Personen, die sich in dem betroffenen Gebiet befinden, sind akut gefährdet und sollten sich unbedingt in Sicherheit bringen. Mit Stromausfällen und Unterbrechungen bei der Wasserversorgung, Überschwemmungen und Erdrutschen in der gesamten betroffenen Region sowie Unterbrechungen im Transport- und Verkehrsbereich muss gerechnet werden.
Klima
Allgemein
Kolumbien hat verschiedene Klimazonen, die nach Lage und Höhe der jeweiligen Region in drei Zonen eingeteilt werden. Diese variieren stark hinsichtlich der Temperatur und Niederschlagsmenge. Tropisches Klima herrscht an den Küsten und in den östlichen Ebenen bis 1.000 m, gemäßigtes Klima in Gebieten bis 2.000 m, und es gibt eine kühlere Region über 2.000 m mit der Hauptstadt Bogota.
Die beste Reisezeit ist von Dezember bis März.
Klimatabelle
Klimastation Bogota (Stadt, Met. Obs.)
Höhe über NN in m: 2.556
geographische Position: 74° 6' W, 4° 38' N
Jan | Feb | Mrz | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 20,1 | 20,4 | 18,7 | 19,6 | 19,5 | 18,9 | 18,6 | 18,9 | 19,2 | 19,3 | 19,6 | 19,0 |
Temp. ø Min. (°C) | 6,6 | 7,3 | 8,0 | 9,2 | 9,3 | 8,8 | 8,4 | 8,1 | 7,8 | 8,5 | 8,5 | 7,4 |
Regentage | 9 | 7 | 10 | 18 | 16 | 10 | 16 | 10 | 13 | 18 | 16 | 13 |
Niederschlag (mm) | 45 | 73 | 84 | 131 | 101 | 66 | 34 | 44 | 74 | 153 | 136 | 67 |
Sonnenstunden ø | 5,6 | 5,6 | 4,5 | 3,2 | 3,6 | 3,7 | 4,2 | 4,3 | 4,3 | 4,0 | 3,8 | 5,0 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken