Korea (Nord)

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Pjöngjang (3.270.582 Einwohner)

Regierungsform: Volksrepublik

Fläche: 120.538 km²

Einwohnerzahl: 24.052.231

Währung: Won (KPW, ₩) = 100 Chon

Staatsform: Sozialistisches totalitäres Einparteiensystem

Amtssprache: Koreanisch

Religion: Buddhismus, Konfuzianismus, Christentum

Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC +8:30

Telefon-Vorwahl: +850

Netzspannung: 220 V, 60 Hz

Gefahrenindex: 2-3

Visumpflicht: Ja

Reisepass erforderlich: Ja

Lage

Geographische Einordnung

Zwischen ca. 38-43 Grad N und 124-131 Grad O, zwischen dem Gelben Meer (koreanisch: Westmeer) und dem Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer).

Südlicher Nachbar: Republik Korea (Südkorea), getrennt durch Demarkationslinie etwa entlang des 38. Breitengrades. Nördliche Nachbarn: VR China und Russische Föderation.

Infrastruktur

Nordkorea hat den internationalen Flughafen Pyongyang (FNJ) (Sunan); Touristen dürfen Inlandsflüge nicht nutzen.

Das Bahnnetz ist nicht sehr gut ausgebaut, hingegen ist das Straßennetz recht gut. Es gibt keine überregionalen Busverbindungen, jedoch existiert in der Hauptstadt ein U-Bahn - und Linienbusnetz.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertage:
9. September:        Gründung der Republik 1948
10. Oktober:        Gründungstag der Partei

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
8. Februar:        Gründungstag der Volksarmee von Korea
16. Februar:        Geburtstag des Kim Jong Il
17. Februar:        Seollal (Neujahr chinesischer Mondkalender)
3. März:        Cheongwoldaeboreum
8. März:        Internationaler Tag der Frauen
4. April:        Chungmyung
15. April:        Geburtstag des Kim Il Sung
25. April:        Gründungstag der Volksarmee von Joseon
1. Mai:            Tag der Arbeit
6. Juni:            Gründungstag der Kindervereinigung von Joseon
27. Juli    :        Tag des Sieges im Krieg zur Befreiung des Vaterlandes
15. August:        Tag der Befreiung
25. August:        Tag des Songun
25.  September:    Han'gawi
16. November:    Muttertag
27. Dezember:    Tag der Verfassung

 

Daten für 2027

Nationalfeiertage:
9. September:        Gründung der Republik 1948
10. Oktober:        Gründungstag der Partei

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
7. Februar:        Seollal (Neujahr chinesischer Mondkalender)
8. Februar:        Gründungstag der Volksarmee von Korea
16. Februar:        Geburtstag des Kim Jong Il
21. Februar:        Cheongwoldaeboreum
8. März:        Internationaler Tag der Frauen
4. April:        Chungmyung
15. April:        Geburtstag des Kim Il Sung
25. April:        Gründungstag der Volksarmee von Joseon
1. Mai:            Tag der Arbeit
6. Juni:            Gründungstag der Kindervereinigung von Joseon
27. Juli    :        Tag des Sieges im Krieg zur Befreiung des Vaterlandes
15. August:        Tag der Befreiung
25. August:        Tag des Songun
15.  September:    Han'gawi
16. November:    Muttertag
27. Dezember:    Tag der Verfassung

 

Daten für 2028

Nationalfeiertage:
9. September:        Gründung der Republik 1948
10. Oktober:        Gründungstag der Partei

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
26. Januar:        Seollal (Neujahr chinesischer Mondkalender)
8. Februar:        Gründungstag der Volksarmee von Korea
10. Februar:        Cheongwoldaeboreum
16. Februar:        Geburtstag des Kim Jong Il
8. März:        Internationaler Tag der Frauen
4. April:        Chungmyung
15. April:        Geburtstag des Kim Il Sung
25. April:        Gründungstag der Volksarmee von Joseon
1. Mai:            Tag der Arbeit
6. Juni:            Gründungstag der Kindervereinigung von Joseon
27. Juli    :        Tag des Sieges im Krieg zur Befreiung des Vaterlandes
15. August:        Tag der Befreiung
25. August:        Tag des Songun
26. August:        Han'gawi
16. November:    Muttertag
27. Dezember:    Tag der Verfassung

Kontakte

Notrufnummern

Notruf: 119, 112 (Mobiltelefon)

Polizei: 119, 112 (Mobiltelefon)

Feuerwehr: 119, 112 (Mobiltelefon)

Ambulanz: 119, 112 (Mobiltelefon)

Infrastruktur

Allgemein

Strom / Elektrizität

220 V, 60 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.

Steckertyp C

steckertyp-C

Telefon / Mobilfunk

Selbstwählferndienst nur nach Pyöngyang, das interne Telefonnetz ist sehr klein. Anrufe ins Ausland müssen über die Vermittlung angemeldet werden. In vielen Landesteilen besteht kein Zugang zum Telefonnetz.

Handys dürfen mitgenommen werden, können in Nordkorea jedoch praktisch nicht genutzt werden, weil für ausländische SIM-Karten kein Netz zur Verfügung steht. Sie können im Flughafen eine nordkoreanische SIM-Karte kaufen, mit der Sie auch ins Ausland telefonieren können. Notebook-Computer, iPads o.ä. können mitgenommen werden.

Speichermedien werden kontrolliert, es sollten bei der Einreise keine ausländischen Filme enthalten sein und bei der Rückreise keine Fotos, die nicht den Regeln entsprechen (Fotos von Soldaten, militärischen oder Grenzzschutzeinrichtungen, Bevölkerung bei schwerer Arbeit).

Internet

Das nordkoreanische Internet ist stark eingeschränkt und besteht vor allem aus Propaganda, alle ausländischen Websites sind gesperrt.

Seit 2013 ist eine mobile Internetverbindung für ausländische Reisende verfügbar, für deren Einrichtung eine Gebühr über 150 Euro verlangt wird.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Bei Pjöngjang befindet sich der internationale Flughafen Sunan. Regelmäßige internationale Passagier-Flugverbindungen der staatlichen Fluggesellschaft Air Koryo bestehen jedoch lediglich nach Peking, Shanghai und Shenyang in China, Bangkok in Thailand sowie nach Wladiwostok. Inlandsflüge sind z. B. zum Flughafen Ch’ŏngjin möglich.

Air Koryo ist mit Ausnahme von zwei Flugzeugen „Tupolev 204“ der Betrieb in der Europäischen Union aus Sicherheitsgründen untersagt. Über die Flugtauglichkeit und Wartung auch dieser Maschinen liegen keine belastbaren Informationen vor. Einhergehend mit den aktuellen Hinweisen sollte die Nutzung der Fluglinie nach Möglichkeit vermieden werden.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung: Won (KPW, ₩) = 100 Chon

Banköffnungszeiten: Mo - Fr 09.00 - 17.00 Uhr und 09.00 - 13.00 Uhr.

Ausländern ist es verboten, in Won zu bezahlen. Die Ein- und Ausfuhr des Won ist ebenfalls verboten.

Als Zahlungsmittel dienen Euro, chinesische Yuan und US-Dollar. Im Alltag empfiehlt sich, diese Zahlungsmittel in kleinen Scheinen bzw. Münzen dabei zu haben, da nicht immer ausreichend Wechselgeld vorhanden ist. 

In Nordkorea werden keine Kreditkarten akzeptiert, auch gibt es keine Geldautomaten, Western-Union-Niederlassungen oder Banken, die Geld nach Nordkorea transferieren. Es besteht auch keine Möglichkeit Geld über die Deutsche Botschaft zu transferieren. Für alle zu erwartenden Ausgaben auf der Reise muss Bargeld zur Hand sein.

Geschäfte und Restaurants mit ausländischem Publikum rechnen den »Won«-Preis zum offiziellen Wechselkurs in Fremdwährung um. Einige Hotels bestehen beim Einchecken auf die Vorauszahlung des vollen Betrags.

Gesundheit

Vorsorge

Vorgeschriebene Impfungen

Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

Empfohlene Impfungen

Diphtherie

Tetanus

Keuchhusten

Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen

Hepatitis A

Hepatitis B

Tollwut


Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Impfungen aus besonderem Grund

Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)

Japan-Enzephalitis-Impfung bei längeren Individualreisen in ländlichen Regionen während der Hauptübertragungszeit (z. B. Monsunzeit)

Meningokokken ACWY (engere Bevölkerungskontakte, Langzeitaufenthalte)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist landesweit äußerst unzureichend. Wegen des allgemeinen Mangels an Medikamenten, Verbandstoffen, medizinischen Instrumenten und Hilfsmitteln wird eine gut ausgestattete Reiseapotheke empfohlen.

Ernstere Erkrankungen müssen deshalb in Nachbarländern oder in Deutschland behandelt werden. Der Abschluss einer Auslandskranken- und Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen.

Die Krankenhäuser des Landes, selbst die speziell für Ausländer vorgesehenen, bieten nicht annähernd „westlichen“ Standard, sind unzureichend ausgestattet und die hygienischen Zustände katastrophal. Medikamente sind kaum erhältlich und müssen auf den Märkten gekauft werden, mangels Betäubungsmittel müssen Operationen und Amputationen teilweise ohne Narkose durchgeführt werden. Obwohl die ärztliche Versorgung offiziell kostenlos ist, verlangen Ärzte Gegenleistungen für ihre Behandlungen.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

Tuberkulose

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.

Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.

Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.

Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

Japanische Enzephalitis

Die japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, eine Gehirnhautentzündung nach einem Mückenstich. Grundsätzlich kann die japanische Enzephalitis in jedem Alter auftreten.
Symptome: i.d.R. keine schweren Krankheitssymptome. Nur bei ca. 1 von 250 Fällen kommt es zu einer schweren Erkrankung mit Fieber, Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Lähmungen bis zum Koma.

Inkubationszeit: zwischen 5–15 Tagen.

Vorkommen: hauptsächlich in asiatischen Länder, im westlichen Pazifikraum und gelegentlich in Australien (Torres Strait und nördl. Queensland). Betroffen sind besonders ländliche Gebiete, in denen Schweinezucht und Reisanbau betrieben werden.

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.

Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.

Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.

Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.

Hepatitis B

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen

Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B. 

Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage. 

Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.

Tsutsugamushi-Fieber (Scrub Typhus)

Das Tsutsugamushi-Fieber, auch Japanisches Fleckfieber genannt, ist eine ernstzunehmende, akut verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Rickettsia verursacht werden. Übertragen werden sie durch Milben, aber auch Zecken, Läuse oder Flöhe. Insektenabweisende Hautmittel (Repellentien) und angepasste Kleidung sind wichtige Prophylaxemaßnahmen.

Symptome: plötzliches hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf tritt ein über den ganzen Körper verteilter Hautausschlag auf. Ohne Therapie kann es lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen, zum Beispiel wenn sich das Gehirn oder der Herzmuskel entzünden. Bei Kindern verläuft ein Tsutsugamushi-Fieber oft milder als bei Erwachsenen.

Inkubationszeit: 6–21 Tage.

Vorkommen: vor allem verbreitet in Ost- und Südostasien, Ozeanien und Nordaustralien.

Hantavirus

Hantaviren werden von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und können teilweise zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen. Die Nager scheiden die Erreger über Speichel, Urin und Kot aus. Der Mensch kann sich anstecken, wenn er die Erreger einatmet. 

Die Symptome variieren je nach Virustyp: teilweise hohes Fieber, grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen), Husten und Schüttelfrost.
In Einzelfällen Lungenentzündungen, akutes Nierenversagen und/oder Fiebererkrankungen mit inneren Blutungen.

Inkubationszeit: zwischen 5 und 60 Tagen.

Echinokokkose

Die Echinokokkose ist eine potenziell lebensbedrohliche Infektion mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm. Die Symptome sind abhängig vom betroffenen Organ. Durch die Aufnahme von fäkal verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser oder durch engen Kontakt mit infizierten Tieren wird diese Krankheit übertragen. Es gibt zwei verschiedene Krankheitsbilder:
die durch den Kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ausgelöste alveoläre Echinokokkose
die durch den Kleinen Hundebandwurm  (Echinococcus granulosus) ausgelöste zystische Echinokokkose

Symptome: variieren, je nachdem welche Organe betroffen sind und nach Anzahl und Größe der Wurmzysten. Die Symptome können erst nach Monaten oder Jahren auftreten. In den meisten Fällen ist die Leber befallen (Bauchschmerzen, Gelbfärbung der Haut, Gewichtsabnahme, Fieber, Druckempfindlichkeit des Bauchs). Lunge (Brustschmerzen, Atemnot, Husten), Milz, Gehirn, Herz und Nieren können ebenfalls befallen sein.

Inkubationszeit: zwischen mehreren Monaten und Jahren.

Vorkommen des Hundebandwurms: weltweit.

Vorkommen des Kleinen Fuchsbandwurms: Mitteleuropa und besonders Süddeutschland.

Typhus

Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen. 
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.

Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall. 
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.

Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.

Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.

Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.

Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)

Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.

Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.

Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.

Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine virusbedingte Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus, kurz HCV, verursacht wird. Sie wird vorwiegend über Blutkontakte übertragen. Hepatitis C ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Erkrankung.

Symptome: meist ohne Beschwerden oder wenn nur mit grippeähnlichen Beschwerden, geht aber häufig in einen chronischen Verlauf über.
Bei einer akuten Hepatitis C (ca 25%)  kann es zu folg. Beschwerden kommen: verstärkte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Minderung in der Leistungsfähigkeit  und Druckschmerzen im Bereich der Leber (rechter Oberbauch). Des Weiteren kann es zu Muskel- und Gelenkbeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen sowie Appetitlosigkeit kommen. Eine Gelbsucht mit Dunkelfärbung des Urins, Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen sowie einer Entfärbung des Stuhls, tritt bei Patienten mit einer Hepatitis C nur selten auf. Bei einem chronischen Verlauf verläuft die Krankheit oft über viele Jahre unbemerkt. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und verminderte Leistungsfähigkeit können vorhanden sein. Ein kleiner Teil der Patienten klagt über Juckreiz, trockene Haut und Gelenkbeschwerden.

Inkubationszeit: 14–182 Tage.

Vorkommen: weltweites Auftreten mit Schwerpunkten in Nord-Afrika, sowie Zentral- und Ost-Asien.

Hygiene

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Luft

In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.

Umwelt

Klima

Allgemein

Nordkorea besitzt im Wesentlichen ein gemäßigtes Kontinentalklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten. Der Jahresniederschlag fällt hauptsächlich während des Monsuns (jangma) im Zeitraum von Juni bis August. Die Wintermonate sind durch Kälte und Trockenheit gekennzeichnet. Im Herbst ist das Land gelegentlich von Taifunen betroffen.

Klimatabelle

Klimastation PYONGYANG (PJÖNGJANG)

Höhe über NN in m: 36

geographische Position: 125° 47’ E, 39° 2’ N

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

-2,2

1,0

7,6

16,4

22,6

26,7

28,9

29,2

24,8

18,5

9,2

0,5

Temp. ø Min. (°C)

< 12,8

-9,6

-3,1

3,8

10,1

15,6

20,4

20,5

13,9

6,3

<1,1

-9,1

Regentage

3

3

4

5

7

7

12

10

7

6

7

4

Niederschlag (mm)

13

13

28

59

56

105

308

262

111

44

38

17

Sonnenstunden ø

5,8

6,5

7,0

7,8

8,4

7,5

5,6

6,2

7,2

7,1

5,6

5,2

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

--

--

--

--

--

zs

s

s

zs

--

--

--

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken

Natürliche Umweltgefahren

Allgemein

Nordkorea wird von gemäßigtem Kontinentalklima beherrscht, das vier ausgeprägte Jahreszeiten aufweist: eine feucht-heiße Monsunzeit von Juni bis August, einen kalt-trockenen Winter von Dezember bis Februar sowie gemäßigte Verhältnisse im Frühjahr und Herbst ? Während des Sommermonsuns kann es immer wieder zu Überschwemmungen kommen, die Infrastrukturschäden verursachen. Zwischen August und September sind außerdem Taifune möglich, die neben Verwüstungen auf dem Land auch Flutwellen auslösen können.

Überschwemmungen

Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.

Erdbeben

Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.

Tsunami

In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.

Trop. Wirbelstürme & Tornados

Es besteht eine hohe Gefahr durch tropische Wirbelstürme und Tornados.
Trop. Wirbelstürme können grundsätzlich während des ganzen Jahres entstehen. Von den Tropenstürmen kann neben den Küstenregionen auch das Hinterland betroffen sein. Durch Tropenstürme können schwere Zerstörungen an Gebäuden und der Infrastruktur entstehen. Die Wasserpegel können mehrere Meter ansteigen. Alle Personen, die sich in dem betroffenen Gebiet befinden, sind akut gefährdet und sollten sich unbedingt in Sicherheit bringen. Mit Stromausfällen und Unterbrechungen bei der Wasserversorgung, Überschwemmungen und Erdrutschen in der gesamten betroffenen Region sowie Unterbrechungen im Transport- und Verkehrsbereich muss gerechnet werden.

Stürme

Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.

Dürren

Es besteht eine geringe Dürregefahr.

Epidemien

Es besteht eine eher geringe Epidemiegefahr.

Lawinen

Es besteht eine geringe Lawinengefahr.

Weitere Gefahren

Ausbrüche von Epidemien oder neu aufgetretene gesundheitliche Risiken (Infektionen, Luftqualität, radioaktive Belastung, usw.) werden von staatlichen Stellen nicht immer weitergegeben, mit Informationslücken muss immer gerechnet werden.

Nordkorea leidet seit Jahren unter schwersten Versorgungsmängeln, die auch Auswirkungen auf Reisende haben. Mit häufigen Strom- und Wasserausfällen ist ebenso zu rechnen wie mit im Winter ungeheizten Räumen. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs ist eingeschränkt, auf dem Lande stärker als in der Hauptstadt. Die Qualität der Lebensmittel ist häufig schlecht.