Lettland (Latvia)
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Riga
Fläche: 64.589 km²
Einwohnerzahl: 1.959.900
Währung: Euro
Staatsform: parlamentarische Republik
Amtssprache: Lettisch
Religion: Lutherisch, Römisch-Katholisch, Russisch-Orthodox
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März bis Oktober)
Telefon-Vorwahl: +371
Netzspannung: 230 V / 50 Hz
Gefahrenindex:
Visumpflicht: nein
Reisepass erforderlich: nein
Lage
Geographische Einordnung
Die Republik Lettland gehört zu den Baltischen Staaten. Sie grenzt im Westen an die Ostsee, im Norden an Estland, im Osten an die Russische Föderation, im Südosten an Belarus und im Süden an Litauen.
Infrastruktur
Lettland hat den internationalen Flughafen Riga (RIX) (Spilva), Schiffsverbindungen werden zum Teil angeboten.
Das Schienennetz ist sehr gut ausgebaut, ebenso das Straßennetz. Der 1999 eingeführte EU-Führerschein wird in Lettland anerkannt. Inhaber älterer deutscher Führerscheine sollten einen internationalen Führerschein bei sich haben. Bei der Einreise mit dem Pkw muss die grüne Versicherungskarte mitgeführt werden.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
18. November: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland und den Deutsch-Balten)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
3. April: Karfreitag
6. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
4. Mai: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
23. Juni: Mittsommernacht
24. Juni: Johannistag
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
31. Dezember: Silvester
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
18. November: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland und den Deutsch-Balten)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
26. März: Karfreitag
29. März: Ostermontag
1.(+3.) Mai: Tag der Arbeit
4. Mai: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
23. Juni: Mittsommernacht
24. Juni: Johannistag
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
31. Dezember: Silvester
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
18.(+20.) November: Unabhängigkeitstag (1918 von Russland und den Deutsch-Balten)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
14. April: Karfreitag
16. April: Ostersonntag
17. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
4. Mai: Tag der Wiederherstellung der Unabhängigkeit
14. Mai: Muttertag
4. Juni: Pfingstmontag
23. Juni: Mittsommernacht
24. Juni: Johannistag
24. Dezember: Heiligabend
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
31. Dezember: Silvester
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 112
Polizei: 110
Feuerwehr: 112
Gasstörungen: 114
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C, F & L.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“: www.iec.ch.
Steckertyp C
Steckertyp F
Telefon / Mobilfunk
Festnetz und Mobilfunkanbieter sind (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
Die Netzabdeckung für Mobilfunk ist im Prinzip lückenlos.
Internet
Der Zugang zum Internet ist (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
WLAN-Hotspots und Internetcafés sind in allen Städten und größeren Orten zahlreich vorhanden.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Die Hauptstadt des Landes Riga verfügt über einen gut ausgebauten internationale Flughafen, der an das interkontinentale Streckennetz angebunden ist. Dieser wird täglich von internationalen Airlines aus der ganzen Welt direkt angeflogen.
Aufgrund der geringen Größe des Landes spielt der inländische Flugverkehr keine Rolle.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährungen: 1 Euro (EUR) = 100 Cents.
Banköffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-19.00 Uhr und manche Banken auch Sa 09.00-12.00 Uhr.
Bargeld kann man fast überall an Geldautomaten mit EC-Karte oder internationalen Kreditkarten abheben, alle gängigen Kreditkarten werden akzeptiert.
Die Akzeptanz von Kreditkarten ist landesweit größtenteils gewährleistet.
Vorsicht vor Kreditkartenbetrug. Diesen findet man vor allem dort, wo sich Touristen aufhalten.
Vorsorge
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
FSME
Tollwut
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Eine medizinische Grundversorgung ist sichergestellt, aber die Qualität vieler staatlicher Krankenhäuser entspricht nicht westeuropäischen Standards. Sie ist in den meisten Privatkliniken wesentlich höher.
Mit Lettland besteht ein Sozialversicherungsabkommen, das die gegenseitige Abrechnung von medizinischen Behandlungskosten regelt. Alle Patienten werden mit der europäischen Versicherungskarte (EHIC) in Arztpraxen und Krankenhäusern behandelt. Da die Krankenkassen aber nicht alle Leistungen bezahlen (z.B. keinen Rücktransport, keine Behandlung als Privatpatient), wird der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt, empfohlen.
Vor allem bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten sollte man eine Reiseapotheke mitnehmen, die neben Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest) enthält.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.
Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Trinkwasser sollte daher immer abgekocht werden und auf Eiswürfel in Getränken sollte verzichtet werden. Süßwasser ist häufig belastet durch Keime und auch durch Schadstoffe.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Lebensmittel sollten immer gekocht verzehrt werden. Obst und Gemüse sollte immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Klima
Allgemein
In Lettland herrscht ein gemäßigtes Klima mit beträchtlichen Temperaturschwankungen. Der Sommer ist warm mit durchschnittlich 16 bis 18 °C, Frühling und Herbst sind relativ mild. Der Winter (November bis März) kann sehr kalt sein, mit Temperaturen bis -20 °C.
Klimatabelle
Klimastation RIGA
Höhe über NN in m: 7
geographische Position: 24° 3’ E, 56° 58’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | -2,7 | -2,0 | 2,0 | 9,6 | 16,1 | 19,8 | 21,8 | 20,6 | 16,5 | 10,0 | 3,8 | -0,6 |
Temp. ø Min. (°C) | -8,8 | -8,4 | -5,5 | 0,6 | 5,3 | 9,2 | 11,8 | 11,2 | 7,7 | 3,6 | -0,6 | -5,2 |
Regentage | 12 | 9 | 8 | 10 | 8 | 9 | 10 | 11 | 13 | 11 | 13 | 13 |
Niederschlag (mm) | 63 | 33 | 24 | 30 | 39 | 43 | 59 | 78 | 78 | 75 | 59 | 60 |
Sonnenstunden ø | 1,1 | 2,1 | 4,5 | 6,4 | 8,4 | 9,6 | 9,1 | 7,8 | 5,5 | 2,9 | 1,2 | 0,8 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Erdbeben
Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Stürme
Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Vor allem in den Wintermonaten kann es zu schweren Winterstürmen kommen.
Weitere Gefahren
In den Wintermonaten kann es aufgrund der niedrigen Temperaturen von unter -20 Grad, zu einer extremen Kälte kommen, die gesundheitsgefährdend sein kann. Diese Extremtemperaturen können Engpässe im Verkehrsbereich (eingeschränkter Nah-, Fern- und Flugverkehr) und in der Infrastruktur verursachen. Dies kann zu Einschränkungen im öffentlichen Leben führen.