Malawi
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Lilongwe, 670.000 Einwohner
Fläche: 118.480 km²
Einwohnerzahl: 16,3 Millionen
Währung: 1 Malawi-Kwacha (MWK) = 100 Tambala
Staatsform: Republik
Amtssprache: Englisch, Chichewa
Religion: Christen 73 %, Muslime 20 %, andere 7 %, hiervon größtenteils Animisten. Christentum und Islam sind beide etabliert, doch viele leben hier noch in ursprünglichen Traditionen.
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+2
Telefon-Vorwahl: +265
Netzspannung: 230 V
Gefahrenindex: 0
Visumpflicht: ja
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Malawi ist ein Binnenland in Südostafrika und grenzt im Norden und Nordosten an Tansania, im Osten, Süden und Südwesten an Mosambik und im Norden und Nordwesten an Sambia. Der Malawi-See ist der drittgrößte See Afrikas.
Infrastruktur
Internationale Verbindungen an die Flughäfen Lilongwe (LLW) (Lilongwe International) sowie den Blantyre (BLZ) (Chileka). Inlandsflüge werden angeboten.
Schiffsverkehr auf dem Malawisee sowie ein Eisenbahnnetz sind vorhanden.
Das Straßennetz ist recht gut ausgebaut. Es existieren gute Busverbindungen zwischen den größeren Städten. Mietwagen sind in den größeren Städten erhältlich.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
6. Juli: Unabhängigkeitstag (1964 vom Vereinigten Königreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
15. Januar: Tag des John Chilembwe
3. März: Tag der Märtyrer
20. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
3. April: Karfreitag
6. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
14. Mai: Geburtstag des Präsidenten Kamuzu Banda
15. Oktober: Muttertag
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag
28. Dezember: zusätzlicher Weihnachtsfeiertag
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
6. Juli: Unabhängigkeitstag (1964 vom Vereinigten Königreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
15. Januar: Tag des John Chilembwe
3. März: Tag der Märtyrer
9. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
26. März: Karfreitag
29. März: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
14. Mai: Geburtstag des Präsidenten Kamuzu Banda
15. Oktober: Muttertag
25. Dezember: Weihnachten
26.-28. Dezember: Weihnachtsfeiertage
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
6. Juli: Unabhängigkeitstag (1964 vom Vereinigten Königreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
15. Januar: Tag des John Chilembwe
26. Februar: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
3. März: Tag der Märtyrer
14. April: Karfreitag
17. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
14. Mai: Geburtstag des Präsidenten Kamuzu Banda
15. Oktober: Muttertag
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Weihnachtsfeiertage
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 199
Polizei: 990
Feuerwehr: 999
Küstenwache: -
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Festnetzinfrastruktur ist vorhanden. Der Mobilfunk beschränkt sich auf die besiedelten Gebiete. Aktuelle Infos zur konkreten GSM-Netzabdeckung.
Internet
In den größeren Städten gibt es Internetcafés. Auf dem Land ist Internetzugang in einigen Hotels möglich. Internetcafés mit guten Verbindungen gibt es in Lilongwe, Blantyre und Mzuzu. In manchen höherklassigen Hotels und Lodges besteht für Gäste die Möglichkeit das Internet zu nutzen.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: G.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”.
Steckertyp G
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Internationale Verbindungen an die Flughäfen Lilongwe (LLW) (Lilongwe International) sowie den Blantyre (BLZ) (Chileka). Keine Direktflüge aber Europa. Verbindungen mit Malawian Airlines über Harare, Johannesburg und Dar es Salaam, Kenya Airways über Nairobi, Ethiopian Airlines über Äthiopien oder South African Airways über Südafrika. Inlandsflüge werden angeboten.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Malawi-Kwacha (MWK) = 100 Tambala
Banköffnungszeiten: Mo-Fr 8-13 Uhr. Geldwechsel für Touristen in Blantyre und Lilongwe auch Sa 9-11 Uhr.
Hinweis: Der Umtausch von Euro in Landeswährung sollte in Malawi nur in offiziellen Tauschbüros (Money Bureau) und Banken erfolgen, da alle anderen Umtauschmöglichkeiten als illegal gelten und zu strafrechtlicher Verfolgung führen können. Kreditkarten werden von größeren Hotels und Reisebüros akzeptiert, meist jedoch mit einem hohen Aufschlag von zirka 6-8 %. An den meisten Bankautomaten kann mit Kredit- oder Maestro-Karte Bargeld abgehoben werden.
Vorsorge
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten
Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen
Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten
Meningokokken ACWY (bei engem Bevölkerungskontakt während der Trockenzeit)
Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)
Dengue-Impfung (Stellungnahme/FAQ des StAR zum Denguevirus-Impfstoff Qdenga®)
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Hepatitis A
Polio
Aufgrund des Wiederauftretens von Polio (Kinderlähmung) im Lande empfiehlt die WHO allen Einwohnern und Langzeitreisenden (Aufenthalt über vier Wochen) eine Impfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) vier Wochen bis 12 Monate vor Ausreise aus Malawi (siehe Merkblatt Poliomyelitis). Die Durchführung von Kontrollen des Impfstatus ist derzeit allerdings nicht bekannt. Falls Sie kürzer als vier Wochen im Land sind, ist ein herkömmlicher Impfschutz gegen Poliomyelitis ausreichend. Überprüfen Sie Ihren Impfstatus und lassen eine Auffrischimpfung durchführen, falls die letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt. (Auswärtiges Amt, Stand 12.04.2022)
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Vorgeschriebene Impfungen
Gelbfieber
Hinweis des Auswärtigen Amts: “Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Ein Nachweis über eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für Reisende ab einem Jahr, die aus Ländern mit Gelbfieberrisiko einreisen, sowie für Reisende, die sich länger als 12 Stunden im Transitbereich eines Landes mit Gelbfieberrisiko aufgehalten haben.” (AA 19.05.2026)
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Das deutsche Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die medizinische Versorgung nicht europäischen Standards entspricht. Die technische und apparative Ausstattung der Krankenhäuser ist veraltet, die hygienischen Verhältnisse sind unzulänglich. Dazu kommt ein Mangel an Fachpersonal und gut ausgebildeten Ärzten mit Fremdsprachenkenntnissen. In Krankenhäusern muss vor Beginn einer Behandlung eine Vorauszahlung in bar (zum Teil auch per Kreditkarte) geleistet werden. Empfohlen wird daher der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt.
Es ist außerdem ratsam, eine eigene Reiseapotheke, die neben den Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Verbandsmaterial und Einwegspritzen enthält, bei sich zu haben.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Bilharziose (Schistosomiasis)
Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.
Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.
Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.
Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Fieberhafte Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Die gefürchteten Lähmungserscheinungen können auftreten, wenn die Viren die graue Substanz des Rückenmarks oder Stammhirns befallen. Dabei bevorzugen sie diejenigen Zellen, die für die willkürlichen Bewegungen des Menschen verantwortlich sind. Dadurch können Lähmungen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meistens durch Schmierinfektion. Es erkranken vornehmlich Kinder, aber es können auch Erwachsene erkranken.
Eine Impfung gegen die Kinderlähmung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Symptome: oft ohne spezifische Symptome; manchmal treten grippeähnliche Beschwerden auf wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf können die Viren das Gehirn und Rückenmark befallen, so dass es zu Lähmungen kommen kann. Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich.
Inkubationszeit: zwischen 3- 14 Tagen.
Vorkommen: verstärkt in Afghanistan, Pakistan und Nigeria.
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
Filariose
Die Filariose ist eine tropische Erkrankung. Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit verschiedenen Arten von Fadenwürmern (Filarien), welche durch den Stich einer Mücke oder Bremse auf den Menschen übertragen werden.
Symptome: Entzündung und Schwellung der Lymphknoten, Lymphgefäße und Ödeme.
Inkubationszeit: mehrere Monate bis Jahre.
Vorkommen: hauptsächlich in tropischen Ländern.
Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)
Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt über die Tsetsefliege, bei der westafrikanischen Form durch die Gattung Glossina palpalis, bei der ostafrikanischen Form durch Glossina morsitans.
Glossina palpalis sticht in der Regel nur Menschen und tritt entlang von Flussläufen auf. Glossina morsitans sticht meistens Tiere und tritt vor allem in den Savannen auf.
Symptome: zu Beginn der Erkrankung oft grippeähnlich. Im weiteren Verlauf kann es neben Verhaltensstörungen und Meningitis (Hirnhautentzündung) zu Schlafstörungen kommen. Bei der ostafrikanischen Form kann auch das Herz betroffen sein. Unbehandelt verlaufen beide Formen der Schlafkrankheit tödlich.
Inkubationszeit: bei der westafrikanischen Form Wochen bis Jahre und bei der ostafrikanischen Form 3–21 Tage.
Vorkommen: im tropischen Afrika, vor allem im Kongo, Sudan und in Angola, sowie in Kenia und Tansania.
Cholera
Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)
Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.
Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.
Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Sicheres Trinkwasser ist abgekocht oder kommt aus verschlossenen Flaschen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Sichere Nahrung wurde erhitzt oder stammt aus (selbst)abgeschälten Früchten
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).
Klima
Allgemein
In Malawi herrscht ein subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten:
1. eine kühle Saison zwischen Mai und Mitte August
2. eine heiße Zeit zwischen Mitte August und November
3. die Regenzeit zwischen November und April
4. eine Nachregenzeit zwischen April und Mai
Im Allgemeinen ist es im Hochland kühler und nasser, während es in den tiefer gelegenen Gebieten heißer und schwüler ist. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken zwischen 14 und 24 °C von November bis April und zwischen 19 und 32 °C von Mai bis Oktober.
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 900 mm/Jahr.
Klimatabelle
Klimastation Lilongwe (Internationaler Flughafen Kamuzu)
Höhe über NN in m: 1.229
geographische Position: 33° 46’ E, 13° 47’ S
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 24,8 | 24,9 | 24,7 | 24,7 | 23,2 | 22,0 | 21,4 | 22,6 | 25,9 | 27,4 | 27,3 | 25,6 |
Temp. ø Min. (°C) | 18,2 | 17,7 | 17,3 | 15,8 | 13,1 | 10,1 | 9,9 | 11,1 | 13,8 | 16,8 | 18,5 | 18,3 |
Regentage | 18 | 14 | 12 | 6 | 1 | < 1 | < 1 | < 1 | < 1 | 1 | 6 | 15 |
Niederschlag (mm) | 223 | 187 | 128 | 44 | 12 | 1 | < 1 | < 1 | 1 | 10 | 63 | 199 |
Sonnenstunden ø | 4,4 | 5,1 | 5,5 | 7,1 | 8,5 | 8,1 | 7,8 | 8,5 | 9,8 | 9,1 | 7,8 | 4,5 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | s | s | zs | zs | -- | -- | -- | -- | -- | -- | zs | s |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Epidemien
Es besteht eine hohe Epidemiegefahr.
Weitere Gefahren
Wilde, mitunter giftige Tiere.