Mongolei
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Ulaanbaatar (Ulan Bator)
Fläche: 1.564.116 km²
Einwohnerzahl: 3.031.330
Währung: Tögrög/Tugrik (MNT) = 100 Möngö
Staatsform: Parlamentarische Republik
Amtssprache: Mongolisch
Religion: Lamaistischer Buddhismus (90%), Schamanismus (3%), Islam (3%), Christentum (2%)
Bevölkerungsdichte: 1,9 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+7 bis UTC+8
Telefon-Vorwahl: +976
Netzspannung: 230 Volt, 50 Hz
Gefahrenindex: 3
Visumpflicht: Nein
Reisepass erforderlich: Ja
Lage
Geographische Einordnung
Die Mongolei ist der zweitgrößte Binnenstaat der Welt und bildet die nördliche Begrenzung Zentralasiens. Von Ost nach West erstreckt sich das Land über 2.392 km, von Norden nach Süden sind es 1.259 km.
Die Mongolei hat nur zwei direkte Nachbarn, Russland im Norden und die VR China im Süden. Mit einer Fläche von 1.564.1116 km² ist die Mongolei das sechstgrößte Land Asiens.
Als historisch-geografischer Begriff umfasst die Mongolei das Hochland zwischen der Chinesischen Mauer im Süden und Sibirien im Norden, im Westen begrenzt durch das Altaigebirge und im Osten durch die Ausläufer des Großen Khingan. Die Wüste Gobi bildet das Innere dieses Raumes und teilt ihn in die nördliche („Äußere“) und die südliche („Innere“) Mongolei.
Infrastruktur
Es gibt den internationalen Flughafen Chinggis Khaan in Ulaanbaatar (ULN), Inlandsflüge sind auch verfügbar.
Ein Eisenbahnnetz ist vorhanden, lediglich 2.500 km asphaltierte Straßen, die es nur in der Nähe größerer Städte gibt sind oft in schlechtem Zustand.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertage:
11.-15. Juli: Naadam Feiertag (Unabhängigkeit von China und Russland 1921)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
18.-20. Februar: Tsagaan Sar (Chinesisches Neujahrsfest)
8. März: Internationaler Tag der Frau
31. Mai: Tag des Buddha
1. Juni: Kindertag
10. November: Geburtstag von Dschingis Khan
26. November: Tag der Republik
29. Dezember: Unabhängigkeitstag
Daten für 2027
Nationalfeiertage:
11.-15. Juli: Naadam Feiertag (Unabhängigkeit von China und Russland 1921)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
7.-9. Februar: Tsagaan Sar (Chinesisches Neujahrsfest)
8. März: Internationaler Tag der Frau
20. Mai: Tag des Buddha
1. Juni: Kindertag
26. November: Tag der Republik
29. November: Geburtstag von Dschingis Khan
29. Dezember: Unabhängigkeitstag
Daten für 2028
Nationalfeiertage:
11.-15. Juli: Naadam Feiertag (Unabhängigkeit von China und Russland 1921)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
26.-28. Januar: Tsagaan Sar (Chinesisches Neujahrsfest)
8. März: Internationaler Tag der Frau
8. Mai: Tag des Buddha
1. Juni: Kindertag
14. November: Geburtstag von Dschingis Khan
26. November: Tag der Republik
29. Dezember: Unabhängigkeitstag
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 103
Polizei: 102 (00976 102 vom Mobiltelefon)
Feuerwehr: 101
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Selbstwählferndienst, auch international, ist in Hotel oder von der Telefonzentrale in Ulaanbaatar möglich. Telefonkarten für die in den letzten Jahren vermehrt aufgestellten Kartentelefone sind in Postämtern erhältlich. Von den Münzapparaten aus können nur nationale Gespräche geführt werden.
SIM-Karten von lokalen Anbietern sind verfügbar. Roaming ist ebenfalls möglich, wird allerdings wegen der hohen Gebühren nicht empfohlen. Für die Nutzung einer mongolischen SIM-Karte wird ein mobiles Endgerät ohne SIM-Lock benötigt. In Shops in Ulan Bator findet man von einfachen Geräten bis hin zu modernen Smartphones für wenige Euro etwas passendes.
Internet
Zugang zum Internet ist in Hotels möglich. Oft können sowohl Gäste als auch kurzzeitige Besucher den Internetzugang in den Business Centers der Hotels für ein entsprechendes Entgelt nutzen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Internet-Cafés, die den Zugang zu günstigen Tarifen anbieten.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz
Übliche Netzsteckertypen: C, E
Ein Steckdosenadapter ist empfohlen.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.
Steckertyp C
Steckertyp E
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Mit dem Chinggis Khaan International Airport hat die Mongolei einen einzigen internationalen Flughafen, welcher die Mongolei regelmäßig mit Europa, Asien und und weiteren wichtigen Bestimmungsorten verbindet. Weitere Flugplätze und -felder sind in allen Teilen des Landes zu finden, diese werden mehr oder weniger regelmäßig angeflogen.
Grundsätzlich muss aber gesagt werden, dass die Sicherheitsstandards aller Verkehrsmittel nicht den in Europa gewohnten Standards entsprechen.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Tögrög/Tugrik (MNT) = 100 Möngö
Banköffnungszeiten: Mo - Fr 09.30 - 12.00 Uhr und 14.00 - 15.30 Uhr.
Die mongolische Währung, Tugrik, kann in allen Banken gegen US-$ oder € getauscht werden. Bei kleineren oder beschädigten Scheinen ist unter Umständen der Wechselkurs schlechter. Zunehmend sind falsche mongolische Geldscheine im Umlauf. Es wird daher geraten, nur in Banken oder offiziellen Wechselstuben Geld zu tauschen.
Laut Gesetz müssen alle Zahlungen in mongolischen Tugrik erfolgen. Auf dem Land kann Geld nur in den Aimag-Zentren getauscht werden. Es empfiehlt sich daher, vor längeren Reisen ausreichend einheimische Währung in Ulan Bator zu tauschen.
In Ulan Bator findet man mehr und mehr Geldautomaten, an denen mit Kreditkarten oder mit deutschen Sparkarten der Postbank (Plus-System), die Landeswährung abgehoben werden kann. Ebenso kann in größeren Banken mit Kreditkarten Geld abgehoben werden. Auf dem Land ist eine derartige Geldversorgung noch nicht möglich.
Alle großen Hotels, Restaurants und Geschäfte, in denen Ausländer häufig verkehren (v.a. größere Supermärkte, Souvenir- und Kaschmir-Geschäfte) akzeptieren die gängigen Kreditkarten.
Vorsorge
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Tollwut
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)
Meningokokken ACWY (engere Bevölkerungskontakte, Langzeitaufenthalte)
FSME (bei Langzeitaufenthalt und/oder besonderer Zeckenexposition)
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und oft technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In den letzten Jahren haben in Ulan Bator private internationale Kliniken eröffnet (Intermed, SOS, Songdo, GrandMed), die erheblich zur Verbesserung der ambulanten und stationären Versorgung zumindest in der Hauptstadt beigetragen haben.
Medikamente/ Dauermedikation
Nicht alle westliche Medikamente - insbesondere Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen - sind in der Mongolei erhältlich. Die Einfuhrbestimmungen von Medikamenten unterliegen den Bestimmungen des jeweiligen Einreiselandes, welche sich jederzeit ändern können.
Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung – ebenso wie die Mitnahme einer individuell angepassten Reiseapotheke - werden empfohlen.
Lassen Sie sich vor einer Reise in die Mongolei durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Reisemediziner beraten, beispielsweise auf www.dtg.org oder www.frm-web.de.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Tuberkulose
Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.
Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.
Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.
Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft meist Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ganzjährig auftreten, ist jedoch vor allem im Spätsommer und Herbst besonders häufig.
Symptome: beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten des Fiebers entwickeln sich im Mundraum schmerzhafte rote Punkte. Diese Stellen befinden sich vor allem im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder auch um den Mund herum. Sie wandeln sich nach kurzer Zeit in kleine Bläschen oder oberflächliche Geschwüre (Aphten) um. Etwa zeitgleich oder wenige Stunden nach dem Auftreten der roten Punkte im Mundraum entwickelt sich an Händen und Füßen ein Ausschlag mit Bläschen, die ein Sekret absondern, in dem viele Viren stecken. Dadurch können die Viren problemlos auch an andere Körperstellen gelangen.
In 20% der Fälle verläuft die Krankheit symptomlos.
Inkubationszeit: zwischen 2–35 Tagen, i.d.R. zwischen 7–14 Tagen.
Vorkommen: insbesondere im westpazifischen Raum (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Grundsätzlich gibt es den Erreger jedoch weltweit.
Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)
Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.
Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.
Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.
Brucellose
Die Brucellose ist eine Infektionskrankheit, die durch die gramnegativen, aeroben Stäbchenbakterien der Gattung Brucella verursacht wird. Brucellose tritt sowohl bei Tieren als auch bei Menschen auf.
Besonders in ländlichen Gebieten werden immer wieder Brucellose-Erkrankungen erfasst. Diese bakterielle, fieberhafte Erkrankung kann durch Kontakt mit kranken Tieren (Schafen, Ziegen, Rinder) oder Genuss von nicht ausreichend gekochten Tierprodukten übertragen werden. Vom Genuss von rohen Milchprodukten ist unbedingt abzuraten.
Symptome: Fieber, oft mit Nachtschweiß, Schüttelfrost und Übelkeit verbunden. Das Fieber hält bei akuten Verläufen eine bis drei Wochen an, ist aber von fieberfreien Intervallen unterbrochen. Bei chronischen Erkrankungen kann das Fieber auch über Monate anhalten. Bei einem Drittel aller Patienten finden sich eine Leber- und Milzschwellung. Es kann auch zu Knochen- und Gelenkentzündungen und Infektionen kommen.
Inkubationszeit: i.d.R. 2–3 Wochen bei akuten Verläufen bis mehrere Monate bei latenten Erkrankungen.
Vorkommen: Brucellen kommen hauptsächlich in nicht gekochten, tierischen Lebensmitteln (Rohmilch, Sahne, Frischkäse etc.) vor. Besonders verbreitet sind die Erreger in Mittelmeerländern.
Milzbrand (Anthrax)
Milzbrand oder Anthrax ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Bacillus anthracis verursacht wird und meist Paarhufer, aber auch andere pflanzenfressende Tiere befällt. Auch Menschen können befallen werden, wenn sie Milzbrandsporen, die auch von Tieren auf den Menschen übertragbar sind, ausgesetzt sind. Es gibt 3 Formen von Milzbrand: Hautmilzbrand, Darmmilzbrand und Lungenmilzbrand.
Symptome: jeweils typische Beschwerden, die überwiegend örtlich (je nach Art des Milzbrandes) erfolgen. Darüber hinaus kann sich jede Form von Anthrax auf ein ganzes Organsystem (zentrales Nervensystem, Blut) auswirken.
Inkubationszeit beim Lungenmilzbrand: i.d.R. zwischen 1–6 Tagen.
Inkubationszeit bei Hautmilzbrand: i.d.R. zwischen 1–12 Tagen.
Inkubationszeit bei Darmmilzbrand: i.d.R. zwischen 1–3 Tagen .
Vorkommen: grundsätzlich überall; am häufigsten ist Milzbrand in wärmeren Regionen, vor allem in Südeuropa, im Nahen Osten, in Asien, Nordafrika und Südamerika.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Pest
Die Pest ist eine schwere, akute Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Sie kann tödlich enden und wird über Flöhe auf den Menschen übertragen. Eine Ansteckung ist auch auf dem Luftweg durch Lungenpestinfizierte oder durch den Verzehr von infiziertem Fleisch möglich.
Symptome: innerhalb weniger Tage nach Ansteckung treten Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung unterscheidet man zwischen der Beulenpest (Bubonenpest) und der gefährlicheren Lungenpest.
Die Beulenpest zeichnet sich durch eine typische Blasenbildung auf der Haut aus. Es können neben Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und Bauchschmerzen auch schwerste Komplikationen wie Entzündungen der Hirnhaut und Organversagen auftreten. An dieser häufigsten Form der Pest sterben circa 10 bis 20 % der Betroffenen, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird.
Bei der Lungenpest leidet der Patient nur unter Fieber und allgemeiner Schwäche, allerdings kommt es schon am zweiten Tag zu blutigem Husten und Brustschmerzen. Der Puls wird schneller und der Patient bekommt Atemnot. Aufgrund eines starken Hustenreizes treten auch Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Die Betroffenen sind während der gesamten Krankheitsdauer hochansteckend.
Inkubationszeit: abhängig von der Erkrankungsform.
Lungenpest: wenige Stunden bis 3 Tage. Beulenpest: 2–6 Tage.
Vorkommen: in vielen Teilen der Welt. Die Nagetierpest kommt in Zentral-, Ost- und Südafrika, Südamerika, im westlichen Nordamerika sowie in großen Gebieten Asiens vor.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Die Luftverschmutzung in Ulaanbaatar mehr als doppelt so hoch wie in Peking und belegt Platz zwei der Städte mit der stärksten Luftverschmutzung.
Klima
Allgemein
In der Mongolei herrscht extremes kontinentales Trockenklima. Die Übergangszeiten der Jahreszeiten sind kurz. In Ulaanbaatar kann im September der erste Schnee fallen. Der Winter beginnt Ende Oktober und dauert bis Anfang April. Die Vegetationsperiode dauert von Anfang Juni bis Ende August. Die Temperaturen weisen große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten und den Regionen auf: -50 °C im Winter, +40 °C im Sommer und -18 °C im Norden, -40 °C im Süden. Die beste Reisezeit ist Juni bis Anfang Oktober.
Klimatabelle
Klimastation ULAN-BATOR (ULAAN-BAATAR)
Höhe über NN in m: 1.337
geographische Position: 106° 59’ E, 47° 56’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | < 16,2 | -11,3 | -2,6 | 6,8 | 15,3 | 20,2 | 21,7 | 20,2 | 14,7 | 6,1 | -5,9 | -14,1 |
Temp. ø Min. (°C) | -25,4 | -22,7 | -14,2 | -5,0 | 2,6 | 8,9 | 11,8 | 10,2 | 3,3 | -5,1 | -15,8 | -22,7 |
Regentage | 1 | 1 | 1 | 2 | 3 | 6 | 9 | 7 | 5 | 2 | 2 | 1 |
Niederschlag (mm) | 2 | 2 | 2 | 8 | 15 | 51 | 74 | 61 | 30 | 7 | 4 | 2 |
Sonnenstunden ø | 5,7 | 7,3 | 8,5 | 8,8 | 9,6 | 9,0 | 8,0 | 8,3 | 8,2 | 7,4 | 5,9 | 5,0 |
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Allgemein
Die Mongolei liegt in einem sehr aktiven Erdbebengebiet. Aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte verursachen die Beben wenig Sachschaden. Sie hinterlassen Erdspalten, die dazu führen dass Flussläufe sich verändern oder austrocknen.
Ein besonderes Wetterphänomen wird als Dsud bezeichnet. Es gibt 4 verschiedene Dsuds, die entweder viel Schnee, zu wenig Schnee, Eisregen oder Sandstürme bringen. Sie können innerhalb eines Winters Millionen von Tieren töten und so die Bevölkerung um ihre Ernährungsgrundlage bringen.
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Stürme
Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Extreme Hitze
Teilweise kommt es in Regionen zu Temperaturen von über 40 °C, die zu Einschränkungen im öffentlichen Leben und im Infrastrukturbereich (Verkehrswesen, Wasser- und Stromversorgung) führen können.
Epidemien
Es besteht eine eher geringe Epidemiegefahr.
Weitere Gefahren
Im Winter können extrem niedrige Temperaturen bis unter -30 °C auftreten.