Nigeria

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Abuja (ca. 1,7 Mio Einwohner)

Fläche: 923.768 km²

Einwohnerzahl: 229,2 Mio. (Schätzung 2024)

Währung: Naira (NGN)

Staatsform: Bundesrepublik mit Präsidialsystem

Amtssprache: Englisch; weitere Nationalsprachen Hausa, Igbo, Yoruba

Religion: <50% Muslime, <50% Christen, <2% andere regionale Religionen

Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC+1

Telefon-Vorwahl: +234

Netzspannung: 240 V, 50 Hz

Gefahrenindex:

Visumpflicht: Ja

Reisepass erforderlich: Ja

Lage

Geographische Einordnung
Nigeria liegt im westlichen Afrika weitgehend in der tropischen und subtropischen Zone nördlich des Äquators mit Übergang zu semiariden Gebieten im Norden des Landes. Es grenzt im Norden an Niger, im Nordosten an den Tschad, im Osten an Kamerun und im Westen an Benin. Im Süden hat Nigeria mit dem Golf von Guinea den Atlantischen Ozean als natürliche Grenze. Größte Stadt Nigerias ist Lagos an der Südwestküste mit ca. 8 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtgebiet und über 20 Millionen in der Metropolregion. Lagos ist damit auch die größte Metropolregion ganz Afrikas.

Infrastruktur
Der internationale Flugverkehr läuft größtenteils über den Lagos Murtala Muhammed International Airport (LOS) sowie den Abuja Nnamdi Azikiwe International Airport (ABV), teilweise und v.a. für regionale Flüge über den Mallam Aminu Kano International Airport (KAN) und den Port Harcourt International Airport (PHC). Direktflüge aus zahlreichen europäischen, amerikanischen und asiatischen Ländern sind verfügbar. Inlandsflüge spielen aufgrund der Distanzen sowie der teils mangelnden Qualität der Straßen eine wichtige Rolle. 

Auf der einen Seite verfügt Nigeria, nicht zuletzt aufgrund seiner herausgehobenen Stellung als Wirtschaftskraft, über eines der besseren Straßennetze in Westafrika. Auf der anderen Seite ist nur etwa ein Drittel der etwa 200.000 km Straßen asphaltiert, und aufgrund des Alters und mangelnder Instandhaltung oft in schlechtem Zustand. Bessere Bedingungen findet man noch auf den wichtigsten Highways  Lagos-Ibadan, Lagos-Badagry und Enugu-Onitsha. In der Regenzeit werden Straßen oft unpassierbar. Schwere Verkehrsunfälle sind relativ häufig.

In den Bahnverkehr wurde zuletzt investiert, so dass zumindest zwischen Kano, Kaduna, Abuja, Ibadan und Lagos, zwischen Port Harcourt und Kano sowie zwischen Port Harcourt und Maiduguri ein relativ komfortables und verlässliches Reisen möglich ist.

Die Versorgungslage - insbesondere mit Benzin, Strom und Wasser - ist häufig unzureichend. Die Kommunikationsmöglichkeiten (Telefon, Fax, E-Mail) sind häufig gestört. Das Mobiltelefonnetz (GSM-Standard) deckt nicht das ganze Land ab, Roaming-Vereinbarungen mit ausländischen Netzbetreibern sind noch unvollständig.

Größere Stromausfälle sind in Nigeria keine Seltenheit, Gründe sind eine veraltete Infrastruktur, Sabotage und mangelhafte Versorgung mit Energieträgern, v.a. Gas.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
1. Oktober:    Nationalfeiertag (Unabhängigkeit vom UK 1960 und Gründung der Republik 1963)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
20.-21. März:        Id el Fitr (Fest des Fastenbrechens)
3. April:        Karfreitag
6. April:        Ostermontag
1. Mai:            Tag der Arbeit
27.-28. Mai;        Id el Kabir (Opferfest)
12. Juni:        Tag der Demokratie
25. August:        Id el Maulud (Geburtstag des Propheten)
25. Dezember:    Weihnachten
26. Dezember:    2. Weihnachtsfeiertag

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
1. Oktober:    Nationalfeiertag (Unabhängigkeit vom UK 1960 und Gründung der Republik 1963)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
9.+10. März:        Id el Fitr (Fest des Fastenbrechens)
26. März:        Karfreitag
29. März:        Ostermontag
1. Mai:            Tag der Arbeit
16.+17. Mai;        Id el Kabir (Opferfest)
12. Juni:        Tag der Demokratie
14. August:        Id el Maulud (Geburtstag des Propheten)
25. Dezember:    Weihnachten
26. Dezember:    2. Weihnachtsfeiertag

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
1. Oktober:    Nationalfeiertag (Unabhängigkeit vom UK 1960 und Gründung der Republik 1963)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
26.+28. Februar:    Id el Fitr (Fest des Fastenbrechens)
14. April:        Karfreitag
17. April:        Ostermontag
1. Mai:            Tag der Arbeit
6.+7. Mai;        Id el Kabir (Opferfest)
12. Juni:        Tag der Demokratie
3. August:        Id el Maulud (Geburtstag des Propheten)
25. Dezember:    Weihnachten
26. Dezember:    2. Weihnachtsfeiertag

Kontakte

Notrufnummern

Notruf, Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte: 112

Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Ein Mangel an Ressourcen, u.a. bei Kommunikationsausrüstungen, Fahrzeugen, qualifizierter Führung und Ausbildung untergraben weithin die Wirksamkeit der »Nigerian Police Force« (NPF). Einrichtungen der forensischen Kriminaltechnik sind in Lagos nicht vorhanden. Die Erfahrung zeigt, dass die zuständigen Strafverfolgungsbehörden auf angezeigte Verbrechen (insbesondere Bagatelldelikte) sowohl gleichgültig als auch sehr langsam hinsichtlich Tataufklärung und Unterstützung des Opfers reagieren, sofern sie nicht vorab mit entsprechenden Schmiergeldern (Bargeld) rechnen können. Darüber hinaus erfahren ausländische Reisende regelmäßig Belästigungen durch die Polizei, Bestechungsgeldforderungen oder Festsetzung an den zahlreichen Straßenkontrollen. Die Moral und Disziplin in der Polizeitruppe ist uneindeutig, manche Polizei- und Militärangehörige sind selbst kriminell aktiv. Selbst in flagranti ertappte Einbrecher werden nur selten festgenommen.

Reisende sollten misstrauisch beim Umgang mit den lokalen Sicherheitskräften sein. Die Armee wird manchmal im Kampf gegen das Verbrechen oder in anderen Fragen von Recht und Ordnung der Polizei zur Seite gestellt. Da die Soldaten leichtfertig mit ihren Waffen umgehen, ist äußerste Vorsicht angeraten, sollte man mit ihnen zusammentreffen. Im Falle eines ernsthaften Verbrechens sollten Reisende sich mit ihrer Botschaft in Verbindung setzen.

Ausländische Staatsangehörige, die medizinische Hilfe benötigen, wenden sich zunächst ebenfalls an ihre Botschaft, sofern es die Dringlichkeit des Falls zulässt.

Infrastruktur

Allgemein

Telefon / Mobilfunk

Der Mobilfunk ersetzt zunehmend die ohnehin schwach ausgebaute Festnetzinfrastruktur. Die Netzabdeckung ist bei den großen Anbietern landesweit sehr gut, mit Lücken nur in entlegenen Gebieten. Wichtigste Anbieter sind Glo Mobile (Globacom), Airtel und MTN. Für das Benutzen der eigenen SIM-Karte fallen in der Regel Roaming-Gebühren an, für die Mobilfunknutzung ausschließlich in Nigeria lohnt sich daher der Erwerb einer SIM-Karte vor Ort.

Festnetz ist nur in den größeren Städten ausgebaut und verschwindet zunehmend aus dem alltäglichen Gebrauch. Öffentliche Telefonzellen gibt es nicht.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Internet

Trotz Ausbau-Bemühungen spielen Breitband-Anschlüsse so gut wie keine Rolle. Nigeria belegt international einen der letzten Plätz bei Breitbandanschlüssen in der Gesamtbevölkerung (nur ca. 0,05%). Eine große Rolle in einem wachsenden Markt spielt mobiles Internet. Neben den oben genannten Mobilfunkanbieter sind weitere wichtige Telekommunikationsunternehmen z.B. Spectranet und bitflux.

Internet-Cafés sind in allen größeren Städten und Siedlungen vorhanden. Es wird unbedingt davon abgeraten, vertrauliche Informationen an solchen öffentlichen Orten einzugeben. Nigeria ist bekannt als Hotspot für illegale Internet-Strategien wie Spam-Mails, etc.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Strom / Elektrizität

240 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertyp(en): D, G. Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“: www.iec.ch

Steckertyp D

steckertyp-D

Steckertyp G

steckertyp-G

Für den Betrieb elektrischer Geräte aus dem Heimatland ist meist ein Steckdosenadapter (Reisestecker, Reiseadapter, Universal-/Multiadapter) erforderlich.

Viele ländliche Regionen sind noch nicht an ein Stromnetz angeschlossen. Auch in den Städten, in denen grundsätzlich eine Stromversorgung vorhanden ist, kommt es regelmäßig zu mehrstündigen Ausfällen. Die Hotels haben deshalb in der Regel Notstromgeneratoren.

Hinweis: Die Versorgungslage – insbesondere mit Strom und Wasser – ist häufig unzureichend, und das landesweit. Größere Stromausfälle sind in Nigeria keine Seltenheit, Gründe sind eine veraltete Infrastruktur, Sabotage und mangelhafte Versorgung mit Energieträgern, v.a. Gas.

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Der internationale Flugverkehr läuft größtenteils über den Lagos Murtala Muhammed International Airport (LOS) sowie den Abuja Nnamdi Azikiwe International Airport (ABV), teilweise und v.a. für regionale Flüge über den Mallam Aminu Kano International Airport (KAN) und den Port Harcourt International Airport (PHC). Direktflüge aus zahlreichen europäischen, amerikanischen und asiatischen Ländern sind verfügbar. Inlandsflüge spielen aufgrund der Distanzen sowie der teils mangelnden Qualität der Straßen eine wichtige Rolle. 

Nigeria verfügt nicht mehr über eine staatliche Airline. Die größte private Airline des Landes ist Air Peace mit zahlreichen Zielen innerhalb Nigerias, in Westafrika und im Nahen Osten. Weitere bekannte Airlines sind Arik Air  und Max Air.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung
1 Naira (NGN)=100 Kobo. 

Banknoten im Wert von 1.000, 500, 200, 100, 50, 20, 10 und 5 N. Münzen sind nicht im Umlauf. Ältere Banknoten gelten offiziell nicht mehr, neuere Serien sind jedoch oft kaum verfügbar.

Banköffnungszeiten
Montags 8-15 Uhr, Di-Fr 8-13 Uhr.

Kreditkarten werden nur in größeren Etablissements akzeptiert. Aufgrund eines erhöhten Betrugsrisikos wird von der Benutzung abgeraten und zur Benutzung von Bargeld geraten.

Bankautomaten sind nur in größeren Städten und auch dort nicht allgegenwärtig vorhanden. Die Benutzung ist mit Debitkarte möglich, Formalitäten wie Gebühren sind mit dem Kreditinstitut abzuklären.

Es wird empfohlen, ausreichend Bargeldreserven in Euro oder US$ mitzuführen. Währungswechseln sollten trotz hoher Kurse ausschließlich an bei offiziellen Wechselstuben oder Banken vorgenommen werden. Geldwechsel auf dem Schwarzmarkt ist illegal und kann hart bestraft werden. Zudem besteht das Risiko von Betrug, oder Verrat an die Polizei.

Gesundheit

Vorsorge

Empfohlene Impfungen

Tetanus

Diphtherie

Keuchhusten (Pertussis)

Poliomyelitis

Hepatitis A


Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Vorgeschriebene Impfungen

Einreisevorschriften unterliegen der Länderhoheit. Die WHO spricht orientierende Empfehlungen aus (ITH), von denen Zollbehörden insbesondere bei Epidemien (Cholera u.a.) abweichen können.

Bei Einreise nach Nigeria ist für alle Reisenden ab einem Alter von neun Monaten der Nachweis einer Gelbfieberimpfung notwendig.

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B (bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten)

Typhus (bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen)

Tollwut (für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten)

Meningokokken ACWY (Nigeria liegt im afrikanischen Meningitisgürtel - Risiko besonders von Dezember bis Mai)

Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vor allem im ländlichen Bereich vielfach technisch, apparativ und /oder hygienisch problematisch. In den großen Städten findet man jedoch einige Privatkliniken mit besserem Standard. Ein ausreichender, in Nigeria gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung sind - ebenso wie die Mitnahme einer gut ausgestatteten Reiseapotheke - dringend empfohlen.

Infektionen / Krankheiten

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.

Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.

Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

Denguefieber

Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.

Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen. 

Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.

Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.

Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.

Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.

Cholera

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
 
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
 
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Bilharziose (Schistosomiasis)

Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.

Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.

Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.

Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Fieberhafte Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Die gefürchteten Lähmungserscheinungen können auftreten, wenn die Viren die graue Substanz des Rückenmarks oder Stammhirns befallen. Dabei bevorzugen sie diejenigen Zellen, die für die willkürlichen Bewegungen des Menschen verantwortlich sind. Dadurch können Lähmungen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meistens durch Schmierinfektion. Es erkranken vornehmlich Kinder, aber es können auch Erwachsene erkranken.

Eine Impfung gegen die Kinderlähmung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.

Symptome: oft ohne spezifische Symptome; manchmal treten grippeähnliche Beschwerden auf wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf können die Viren das Gehirn und Rückenmark befallen, so dass es zu Lähmungen kommen kann. Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich.

Inkubationszeit: zwischen 3- 14 Tagen.

Vorkommen: verstärkt in Afghanistan, Pakistan und Nigeria.

Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt über die Tsetsefliege, bei der westafrikanischen Form durch die Gattung Glossina palpalis, bei der ostafrikanischen Form durch Glossina morsitans.
Glossina palpalis sticht in der Regel nur Menschen und tritt entlang von Flussläufen auf. Glossina morsitans sticht meistens Tiere und tritt vor allem in den Savannen auf.

Symptome: zu Beginn der Erkrankung oft grippeähnlich. Im weiteren Verlauf kann es neben Verhaltensstörungen und Meningitis (Hirnhautentzündung) zu Schlafstörungen kommen. Bei der ostafrikanischen Form kann auch das Herz betroffen sein. Unbehandelt verlaufen beide Formen der Schlafkrankheit tödlich.

Inkubationszeit: bei der westafrikanischen Form Wochen bis Jahre und bei der ostafrikanischen Form 3–21 Tage.

Vorkommen: im tropischen Afrika, vor allem im Kongo, Sudan und in Angola, sowie in Kenia und Tansania.

Tollwut (Rabies)

Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.

Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).

Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.

Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.

Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.

Typhus

Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen. 
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.

Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall. 
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.

Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.

Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.

Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.

Zika-Virus

Das Zika-Virus (ZIKV) ist ein erstmals in Ostafrika nachgewiesenes Virus, das von Stechmücken übertragen wird. Während eine Zika-Infektion für gesunde Erwachsene überwiegend ungefährlich ist und meist keine oder nur milde Symptome auslöst, kann eine Infektion während der Schwangerschaft bei dem Fötus schwere Schäden verursachen.

Übertragen wird das Virus hauptsächlich von der Gelbfiebermücke, auch bekannt als Ägyptische Tigermücke.

Symptome: Fieber (daher auch die Bezeichnung "Zika-Fieber"), knotig-fleckiger Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten auch: Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen.

Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 3–12 Tagen.

Vorkommen: in allen tropischen und manchen subtropischen Ländern. Epidemisch derzeit vor allem im tropischen/subtropischen Süd- und Mittelamerika, einschließlich Mexiko.

Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)

Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.

Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.

Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.

Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.

Chikungunyafieber

Das Chikungunya-Fieber ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch Stechmücken übertragen wird. Die Krankheit verursacht hohes Fieber und Gelenkschmerzen und verläuft in der Regel ohne schwere Komplikationen. Eine spezifische Therapie und eine Impfung gibt es nicht.

Symptome: plötzlicher, schneller Fieberanstieg, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden und Muskelschmerzen. Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag können ebenfalls auftreten. Bei Chikungunya-Fieber (CF) kommt es sehr selten zum Auftreten von Blutungen (Hämorrhagien). Die Prognose von CF ist gut. Nur ein geringer Anteil der Patienten leidet unter monatelang persistierenden Gelenkbeschwerden.

Inkubationszeit: zwischen 3–12 Tagen.

Vorkommen: Afrika südlich der Sahara, Indien, Südost-Asien, Indonesien.

Ebola

Ebola ist eine schwere, häufig tödlich verlaufende Erkrankung bei Menschen und bestimmten Affenarten (z.B. Gorillas und Schimpansen), die durch das Ebolavirus ausgelöst wird. Andere Bezeichnungen für die Erkrankung sind Ebola-hämorrhagisches Fieber oder fachlich korrekter Ebolavirus-Infektion. Der Erreger ist sehr infektiös und die Erkrankung kann innerhalb kurzer Zeit zum Tode führen. Es existieren fünf Virustypen, von denen drei (Zaire, Sudan und Bundibugyo) bereits in der Vergangenheit zu größeren Ausbrüchen geführt haben. Die Gattung des Erregers wurde nach dem Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire) benannt.

Menschen können über den Kontakt mit infizierten Tieren sowie über Blut-/ Körperflüssigkeiten erkrankter oder bereits verstorbener Personen infiziert werden. Diejenige Person, von der ein Ausbruch ausgeht (Indexpatient) steckt sich oft über den Kontakt mit Tieren an, zum Beispiel beim Zerlegen erjagter Gorillas oder bei Kontakten mit Fledermäusen. Eine besondere Gefahr der Ansteckung besteht jedoch bei unmittelbaren Kontakten von Ärzten und Pflegekräften mit Erkrankten sowie für Angehörige im Rahmen von Bestattungszeremonien bei engem Kontakt mit den Verstorbenen. Eine sexuelle Übertragbarkeit des Erregers erscheint möglich.

Symptome: Fieber, allgemeine Erschöpfung, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen.
Weitere Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag und Halsschmerzen.

Im Vordergrund des klinischen Bildes steht eine stark erhöhte Blutungsneigung. In der Prodromalphase finden sich plötzlich einsetzende heftige Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Außerdem Übelkeit, Erbrechen und Diarrhöen. Ab dem 4.-7. Tag treten Blutungen auf, die alle Schleimhäute des Körpers betreffen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Lungenversagen, nekrotisierender Hepatitis und Schock. Die Letalität liegt zum Teil bei über 80%.

Inkubationszeit: zwischen 2–21 Tagen, i.d.R. 8-9 Tage.

Vorkommen: Risikogebiet ist vor allem Äquatorialafrika, wo die medizinische Versorgung oft unzureichend ist.

Affenpocken

Die Viruserkrankung kann durch Kontakt mit Affen und Nagetieren (in erster Linie Eichhörnchen) ausgelöst werden und zeigt eine pockenähnliche Symptomatik. Der Erreger der Affenpocken ist das Orthopoxvirus simiae. Die Infektion findet über die Atemwege als Tröpfcheninfektion (Kontakt mit Speichel oder abgesonderten Sekreten von infizierten Affen), verletzte Haut (Bisse) oder Verzehr von infiziertem Affenfleisch statt. Sehr selten wurde auch von Übertragungen von Mensch zu Mensch berichtet. Die Infektionsrate ist gering.

Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Hautausschlag und selten unproduktiver Husten. In einigen Fällen können Zysten auftreten.

Inkubationszeit: zwischen 7–21 Tagen, i.d.R. 10–14 Tage.

Vorkommen: in den tropischen Regenwaldgebieten Zentral- und Westafrikas (Sierra Leone, Liberia, DR Kongo, Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Gabun). Die Affenpocken traten auch in Europa (Niederlande, Dänemark) und den USA auf, allerdings bisher nur bei importierten Affen.

Lassa-Fieber

Das Lassa-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Lassa-Virus verursacht wird und von Nagetieren auf den Mensch übertragen wird. Während einer Epidemie findet die Übertragung auch von Mensch zu Mensch statt. Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen mild oder gänzlich ohne Symptome. Treten jedoch gravierende klinische Krankheitszeichen auf, insbesondere im Zuge größerer Epidemien, so ist von einer Sterblichkeitsrate von 50% und mehr auszugehen.

Symptome: grippeähnliche Symptome wie: Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schmerzen hinter dem Brustbein, Husten, Übelkeit und Erbrechen, Bindehautentzündung, Entzündung des Rachens.
In schweren Verlaufsfällen kann es zu Wassereinlagerungen in den Augenlidern und im Gesicht kommen sowie zu Schleimhautblutungen, Flüssigkeitsansammlungen im Lungenfell sowie im Herzbeutel (Pleura- und Perikardergüsse), Bewusstseinstrübungen, verlangsamtem Herzschlag, niedrigem Blutdruck (Hypotonie).
In schweren Fällen können im weiteren Verlauf Kreislauf- und Nierenversagen sowie schwere Blutungen und Gehirnbeteiligung im Sinne einer Enzephalopathie auftreten.

Inkubationszeit: zwischen 6–21 Tagen.

Vorkommen: vorrangig in Westafrika, Zentralafrika.

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.

Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.

Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.

Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.

Hepatitis B

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen

Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B. 

Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage. 

Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft meist Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ganzjährig auftreten, ist jedoch vor allem im Spätsommer und Herbst besonders häufig.

Symptome: beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten des Fiebers entwickeln sich im Mundraum schmerzhafte rote Punkte. Diese Stellen befinden sich vor allem im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder auch um den Mund herum. Sie wandeln sich nach kurzer Zeit in kleine Bläschen oder oberflächliche Geschwüre (Aphten) um. Etwa zeitgleich oder wenige Stunden nach dem Auftreten der roten Punkte im Mundraum entwickelt sich an Händen und Füßen ein Ausschlag mit Bläschen, die ein Sekret absondern, in dem viele Viren stecken. Dadurch können die Viren problemlos auch an andere Körperstellen gelangen.

In 20% der Fälle verläuft die Krankheit symptomlos.

Inkubationszeit: zwischen 2–35 Tagen, i.d.R. zwischen 7–14 Tagen.

Vorkommen: insbesondere im westpazifischen Raum (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Grundsätzlich gibt es den Erreger jedoch weltweit.

Legionärskrankheit (Legionellose)

Die Legionellose ist eine Infektion durch bestimmte Bakterien: Legionellen. Sie kann leicht verlaufen (Pontiac-Fieber) oder eine gefährliche Lungenentzündung auslösen (Legionärskrankheit).

Symptome bei Pontiac-Fieber: grippeähnliche Symptome ohne Lungenentzündung. Harmloser Verlauf.

Inkubationszeit: zwischen 1–3 Tagen.

Symptome der Legionärskrankheit: hohes Fieber, Schüttelfrost. Es entwickelt sich eine sogenannte atypische Lungenentzündung. Diese wird häufig begleitet von trockenem, unproduktivem Husten. Zusätzlich haben die Patienten eine Lungenfell- oder Kehlkopfentzündung sowie Schnupfen, Glieder- und Muskelschmerzen. Typisch für eine Legionellose sind auch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Dazu zählen Übelkeit und Durchfall. Einige Patienten mit Legionärskrankheit entwickeln eine Gehirnentzündung (Enzephalitis), die mit Verwirrtheit einhergeht.

Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen.

Vorkommen: weltweit im Süßwasser (im Grundwasser, Erdboden, in Seen und Flüssen, im Brauchwasser sowie im Trinkwasser). In warmem Wasser können sich Legionellen gut vermehren, daher sind Schwimmbäder, Whirlpools, Warmwasseranlagen aber auch Klimaanlagen mögliche Infektionsquellen.

Tuberkulose

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.

Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.

Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.

Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.

West-Nil-Fieber

Infektionskrankheit, die durch Mücken auf den Menschen übertragen wird.

Symptome: Häufig ist der Verlauf symptomlos. Bei manchen eher grippeähnliche Symptome: Fieber, Schüttelfrost. Abgeschlagenheit, Durchfall, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lymphknotenschwellung. In einigen Fällen kann es zu schweren Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) und der Hirnhäute (Meningitis) sowie zu akuten Lähmungserscheinungen (Paralyse) kommen, die sich nur teilweise oder gar nicht mehr zurückbilden. Diese schwerwiegenden Komplikationen können zum Tod führen.

Inkubationszeit: zwischen 2–14 Tagen.

Vorkommen: hauptsächlich in Afrika, Nordamerika und in den südöstlichen Ländern des Mittelmeerraums, Indien.

Rotavirus

Das Rotavirus ist eine Infektionskrankheit, die durch die sogenannten Rotaviren hervorgerufen wird. Das Rotavirus ist die weltweit häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kindern. Insbesondere für kleine Kinder kann das Rotavirus sehr gefährlich werden, in Deutschland sind Todesfälle jedoch selten. Das Rotavirus ist hochansteckend und wird leicht übertragen. Die Übertragung erfolgt zumeist über eine Schmierinfektion, d.h. über Fäkalien oder verunreinigte Gegenstände sowie Lebensmittel oder Trinkwasser. Seit 2001 ist diese Infektion in Deutschland meldepflichtig.

Symptome: Erkrankungen setzen meist plötzlich ein, verlaufen aber unterschiedlich. Ein milder Verlauf ist durch Durchfall und Übelkeit/Erbrechen gekennzeichnet. Der Durchfall hält 2 bis 6 Tage an und vergeht dann wie von selbst.

Schwere Verläufe gehen mit sehr heftigem Durchfall einher, der nicht selten von Fieber, Magen-Darm-Krämpfen und grippeähnlichem Krankheitsgefühl begleitet wird. Der Durchfall ist meist wässrig, mitunter findet man im Stuhl Schleimbeimengungen. Auch bei einem schweren Verlauf geht der Durchfall binnen einer Woche vorüber. Rotavirus verläuft bei Säuglingen und Kleinkindern durchschnittlich schwerer als Durchfallerkrankungen durch andere Erreger.

Inkubationszeit: 1 bis 3 Tage.

Vorkommen: weltweit, allerdings ist die Infektion besonders stark verbreitet in Schwellen- und Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben. 

Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.

Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.

Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.

Hepatitis E

Hepatitis E ist eine akute Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-E-Virus verursacht wird. Sie wird hauptsächlich über fäkal verunreinigtes Wasser oder Lebens­mittel übertragen.

Symptome: Die Infektion äußert sich als leichte Leberentzündung, ähnlich der Hepatitis A, die von selbst ausheilt. Ansonsten meist grippeähnliche Symptome, Übelkeit und Erbrechen, Fieber, entfärbter Stuhl und dunkler Urin. Eine Gelbfärbung der Haut und der weißen Bindehaut der Augen, die sogenannte Gelbsucht, tritt nicht bei allen Betroffenen auf.

Inkubationszeit: 15–64 Tage.

Vorkommen: weltweit, aber vor allem auf dem indischen Subkontinent, in Südost- und Zentralasien, sowie in afrikanischen Gebieten und Zentralamerika (z.B. Mexiko).

Afrikanisches Zeckenbissfieber

Das Afrikanische Zeckenbissfieber ist eine von Zecken übertragene Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Krankheit ist in ländlichen Viehzuchtgebieten und Wildreservaten verbreitet.

Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie charakteristische Verletzungen an der Einstichstelle, die an eine Verbrennung durch eine Zigarette erinnern. Insgesamt verläuft die Infektion aber normalerweise gutartig.

Inkubationszeit: 5–7 Tage.

Vorkommen: in Afrika südlich der Sahara, vor allem in Wildreservaten und Viehzuchtgebieten.

Wurmerkrankungen (Helminthiasis)

Als Wurmerkrankung oder Helminthiasis bezeichnet man Erkrankungen, die durch parasitische Würmer ausgelöst werden. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von Trinkwasser, Gemüse und Fleisch (halbroh/roh). Weitere Übertragungswege sind Stechmücken und Fliegen. Es gibt aber auch Würmer, die direkt über die Haut in den Körper gelangen.

Symptome: allergische Reaktionen, Ödeme, Arthritis und/oder Entzündungserscheinungen an den betroffenen Organen. Am häufigsten sind Haut, Lunge, Leber, Darm, Augen und das Zentralnervensystem betroffen.

Inkubationszeit: Wochen bis Monate.

Vorkommen: weltweit.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine virusbedingte Leberentzündung, die durch das Hepatitis-C-Virus, kurz HCV, verursacht wird. Sie wird vorwiegend über Blutkontakte übertragen. Hepatitis C ist laut Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Erkrankung.

Symptome: meist ohne Beschwerden oder wenn nur mit grippeähnlichen Beschwerden, geht aber häufig in einen chronischen Verlauf über.
Bei einer akuten Hepatitis C (ca 25%)  kann es zu folg. Beschwerden kommen: verstärkte Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Minderung in der Leistungsfähigkeit  und Druckschmerzen im Bereich der Leber (rechter Oberbauch). Des Weiteren kann es zu Muskel- und Gelenkbeschwerden, Übelkeit und Kopfschmerzen sowie Appetitlosigkeit kommen. Eine Gelbsucht mit Dunkelfärbung des Urins, Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen sowie einer Entfärbung des Stuhls, tritt bei Patienten mit einer Hepatitis C nur selten auf. Bei einem chronischen Verlauf verläuft die Krankheit oft über viele Jahre unbemerkt. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden und verminderte Leistungsfähigkeit können vorhanden sein. Ein kleiner Teil der Patienten klagt über Juckreiz, trockene Haut und Gelenkbeschwerden.

Inkubationszeit: 14–182 Tage.

Vorkommen: weltweites Auftreten mit Schwerpunkten in Nord-Afrika, sowie Zentral- und Ost-Asien.

Hepatitis D

Die Hepatitis D ist eine Entzündung der Leber, die ausschließlich bei Menschen mit bereits vorliegender Hepatitis B vorkommen kann. Das Virus wird von Mensch zu Mensch über Körperflüssigkeiten wie Blut, Blutplasma, Speichel, Urin, Stuhl, Sperma, Vaginalsekret oder Muttermilch übertragen. Der häufigste Übertragungsweg sind Sexualkontakte mit Infizierten.

Symptome: ähnlich wie bei Hepatitis B. Sie beginnt unspezifisch mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsschwäche. Die akute Erkrankungsphase kann schwer bis völlig unbemerkt verlaufen. Bei einer chronischen Infektion haben die meisten Betroffenen keine Symptome, bis sie eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln.

Inkubationszeit: 30–180 Tage.

Vorkommen: tritt vor allem in Ländern Nordafrikas, des Nahen Osten, des südeuropäischen Mittelmeerraums und Südamerikas auf.

Loa Loa (Loiasis)

Loiasis ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch den afrikanischen Augenwurm (Loa Loa) verursacht wird. Die Übertragung erfolgt über Bremsen, durch deren Stich die Fadenwürmer in den Körper gelangen. Es kommt zu lokalen Entzündungen und Schwellungen an den Handgelenken und Fußknöcheln. Das Auge kann auch geschädigt werden.

Symptome: Hautrötungen, Juckreiz, allergische Reaktionen und Entzündungen, Schwellungen und Ödeme am Körper, Gesicht und an den Armen, tränende Augen und/oder Augenschmerzen. Zu lebensbedrohlichen Komplikationen kann es kommen, wenn auch der Kehlkopf von den Fadenwürmern befallen ist und sich ein sogenanntes Glottisödem (Kehlkopfschwellung) ausbildet.

Inkubationszeit: 2–9 Monate.

Vorkommen: vor allem in West- und Zentralafrika.

Hygiene

Luft

In den Ballungszentren, insbesondere in Lagos, ist die Luftqualität im Prinzip chronisch schlecht, mit Feinpartikel und Russ aus ungefilterten Abgasen v.a. von den weit verbreiteten Diesel-Kfz.

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Umwelt

Natürliche Umweltgefahren

Extreme Hitze

Die Tageshöchsttemperaturen liegen das ganze Jahr bei bis 30 °C oder darüber, in den nördlichen Landesteilen (ca. ab Kaduna) auch bis 40 °C und darüber, v.a. gegen Ende der Trockenzeit zwischen März und Mai.

Dürren

Insbesondere im regenärmeren Norden kann es im trockenen Winter zu niedrigen Wasserständen und leichten Dürren kommen.

Allgemein

Im Süden (z.B. Calabar, Lagos, Port Harcourt, gilt teilweise auch für Abuja) herrscht ein feucht-heißes schwüles Klima mit einer ergiebigen, von ca. April/Mai bis Oktober/November dauernden Regenzeit. Die größten Niederschlagsmengen fallen im Zeitraum Mai/Juni und im Oktober. Aufgrund der ganzjährig hohen, als unangenehm empfundenen Luftfeuchtigkeit zwischen 85 bis 95 Prozent und Durchschnittstemperaturen von tagsüber rund 30 Grad Celsius (die nächtliche Abkühlung ist meist nur gering) wird der menschliche Kreislauf stark belastet.

Der Norden des Landes (z.B. Jos, Kano) befindet sich bereits in den wechselfeuchten Tropen und weist ein sowohl deutlich trockeneres als auch etwas heißeres Klima mit Höchsttemperaturen bis zu 50 Grad Celsius auf (die mittlere Temperatur liegt bei 28/29 Grad Celsius), wobei die Regenzeit kürzer als im Süden ist und von Mai/Juni bis September/Oktober reicht. Während der von Dürreperioden durchsetzten Trockenzeit zwischen November und März/April weht ein als "Harmattan" bezeichneter trocken-heißer Landwind aus Nordosten, der große Staubmengen aus der Sahara heranschafft, und auch Abuja erreicht. Diese Staubschleier beeinträchtigen nicht nur die Sicht, sondern auch die Atemwege.

Überschwemmungen

Während der Regenzeit zwischen April/Mai und Oktober/November kommt es im Prinzip jedes Jahr zu Überschwemmungen. Besonders gefährdet sind Siedlungsgebiete entlang von Flussläufen, u.a. auch durch mögliche Dammbrüche mit massiven Überflutungen. Infolge von Überschwemmungen besteht auch die Gefahr von Erdrutschen, angespülten Wildtieren in urbane Gebiete, der Ausbreitung von Infektionskrankheiten und dem Zusammenbruch von Versorgungssystemen.

Stürme

Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.

Epidemien

Es besteht eine hohe Epidemiegefahr.

Während der Trockenzeit (Dezember–April) kommt es in den Ländern des „Afri­kanischen Meningitisgürtels“ regelmäßig zu Meningitis-Epidemien.

Es kommt immer wieder zu Cholera-Epidemien, die auch größere Ausmaße, annehmen können. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden.

Weitere Gefahren

Giftige Tiere und Pflanzen
Besonders in natürlich erhaltenen Gebieten, mitunter aber auch in erschlossenen Gebieten und Städten, können gefährliche Tiere und Pflanzen vorkommen, z.B. giftige Schlangen wie die Puffotter, die Schwarze Mamba und die Gabunviper, giftige Spinnne wie die Schwarze Witwe, giftige Skorpione und giftige Frösche, sowie giftige Pflanzen wie Rizinus, Oleander und Eisenhut. Von dem Verzehr wilder Pflanzen wird unbedingt abgeraten. Vor allem im ländlichen und suburbanen Raum sollten Kleidungsstücke und insbesondere Schuhe vor dem Ankleiden vorsichtig auf giftige Tiere geprüft werden, da diese sich gerne in dunklen Verstecken aufhalten. Aus gleichem Grund sollte man nicht unbedacht in Felsmauern oder unter Steine greifen. In ländlichen Gegenden sollte unbedingt hohes und festes Schuhwerk getragen werden.

Weitere gefährliche Tiere
In den Gewässern Nigerias kommen Nilkrokodile und Flusspferde vor. In Nationalparks und Reservaten kommen Löwen, Elefanten und Büffel vor. Nicht nur von den Raubtieren geht Gefahr aus, auch Großsäuger wie Elefanten, Büffel und Flusspferde können aggressiv reagieren, wenn sie sich gereizt oder bedroht fühlen, und sind dann überraschend schnell. In genannten Gebieten sollte man sich daher nur mit ortskundiger und bestenfalls professioneller Begleitung aufhalten. 

Landwind “Harmattan”
Während der von Dürreperioden durchsetzten Trockenzeit zwischen November und März/April weht ein als »Harmattan« bezeichneter trocken-heißer Landwind aus Nordosten, der große Staubmengen aus der Sahara heranschafft, und auch Abuja erreicht. Diese Staubschleier beeinträchtigen nicht nur die Sicht, sondern auch die Atemwege.

Umweltverschmutzung
Infolge der langjährigen Erdölförderung bei gleichzeitiger Ignoranz von Umweltproblemen sowie mittels häufig maroder Technik (undichte Pipelines usw.) sind besonders im Nigerdelta Wasser, Mangrovenwälder, Luft sowie Nahrungsmittel sehr stark belastet.

Klima

Allgemein

Nigeria hat ein tropisch-feuchtes Klima im Süden und Wüstenklima im Norden mit höheren Temperaturen und wenig Niederschlag. Regenzeit ist von April/Mai bis Oktober/November, und die Trockenzeit mit Dürreperioden von November bis März; der Harmattan bringt trockene zwischen Dezember und Februar heiße und staubige Luft aus der Sahara. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen 23 und 32°C, im Norden bis 50°C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1.836 mm/Jahr. Die beste Reisezeit ist von Oktober bis März.

Klimatabelle

Klimastation ABUJA

Höhe über NN in m: 488

Geographische Position: 7° 10’ E, 9° 10’ N

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

32,0

34,0

35,0

33,0

32,0

30,0

29,0

28,0

30,0

30,0

33,0

33,0

Temp. ø Min. (°C)

20,0

21,0

22,0

23,0

23,0

21,0

20,0

20,0

20,0

20,0

19,0

18,0

Regentage

< 1

< 1

3

5

9

11

14

15

16

13

2

< 1

Niederschlag (mm)

1

6

31

81

132

190

244

283

348

196

26

3

Sonnenstunden ø

8,5

8,8

8,1

7,9

7,8

7,2

5,0

4,0

5,7

8,1

9,4

9,4

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

h + t

h + t

s

s

s

s

s

s

s

s

s

h + t

Klimastation LAGOS-IKEJA (Flughafen)

Höhe über NN in m: 39

Geographische Position: 3° 20’ E, 6° 35’ N

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

31,7

32,9

32,9

32,1

31,1

29,0

27,6

27,7

28,5

29,7

31,2

31,8

Temp. ø Min. (°C)

21,8

22,8

23,1

22,9

22,6

22,3

21,6

21,3

21,6

21,7

22,2

22,0

Regentage

2

3

6

9

12

17

14

10

12

12

6

1

Niederschlag (mm)

24

45

89

146

215

334

238

87

177

171

66

23

Sonnenstunden ø

5,7

6,7

6,3

6,0

5,6

4,1

2,7

2,9

3,2

5,1

6,3

6,5

Wasser-Temp. ø (°C)

27

27

28

28

28

27

25

24

25

26

27

27

Klimabelastung*

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

ss

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken