Palästinensische Verwaltung

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Gaza und Ramallah (de facto), Jerusalem (de jure)

Fläche: 6.020 km² (Westjordanland 5655 km², Gazastreifen 365 km², Ost-Jerusalem)

Einwohnerzahl: 4.95.000 gesamt (Westjordanland 5.655.000/Gazastreifen 1.860.00)

Währung: Neuer Israelischer Schekel (NIS) = 100 Agorot, im Westjordanland auch Jordanischer Dinar (JOD)

Staatsform: Palästinensischer Legislativrat

Amtssprache: Arabisch

Religion: Islam, Judentum, Christentum

Bevölkerungsdichte: 779,90 Einwohner pro km² (Westjordanland)

Zeitzone: UTC+2

Telefon-Vorwahl: +970 (+972)

Netzspannung: 220 V, 50 Hz

Gefahrenindex: 4

Visumpflicht: Nein

Reisepass erforderlich: Ja

Lage

Geographische Einordnung

Die Palästinensische Verwaltungsgebiete liegen im Nahen Osten zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan. Sie bestehen aus zwei Teilen. Dem Gazastreifen, der westlich vom Mittelmeer, im Süden von Ägypten begrenzt wird. Im Norden und Osten ist Israel die Grenze. Der andere Teil besteht aus 40 Prozent der Fläche des Westjordanlandes (Westbank), hier bilden Jordanien im Osten und Israel im Norden, Westen und Süden die Grenzen.

Infrastruktur

Aufgrund der angespannten politischen Lage und häufiger kriegsähnlicher Auseinandersetzungen gibt es keine brauchbaren Flughäfen, das Schienennetz existiert ebenfalls nicht mehr. Das Straßennetz ist sehr schlecht und kann wegen militärischen Sperrungen häufig nicht genutzt werden.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
15. November:     Unabhängigkeitstag (1988)

Weitere Feiertage:
1. Januar:         Neujahrstag
16. Januar:        Die Himmelfahrt des Propheten
19.-21. März:         Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
1. Mai:            Tag der Arbeit
27.-29. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
16. Juni:        Islamisches Neujahrsfest
25. August:        Geburtstag des Propheten Mohammeds
25. Dezember:    Weihnachtsfeiertag

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
15. November:     Unabhängigkeitstag (1988)

Weitere Feiertage:
1. Januar:         Neujahrstag
5. Januar:        Die Himmelfahrt des Propheten
8.-10. März:         Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
1. Mai:            Tag der Arbeit
16.-18. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
6. Juni:            Islamisches Neujahrsfest
14. August:        Geburtstag des Propheten Mohammeds
25. Dezember:    Weihnachtsfeiertag
25. Dezember:    Die Himmelfahrt des Propheten

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
15. November:     Unabhängigkeitstag (1988)

Weitere Feiertage:
1. Januar:         Neujahrstag
26.-28. Februar:     Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
1. Mai:            Tag der Arbeit
5.-7. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
25. Mai:        Islamisches Neujahrsfest
2. August:        Geburtstag des Propheten Mohammeds
14. Dezember:    Die Himmelfahrt des Propheten
25. Dezember:    Weihnachtsfeiertag

Kontakte

Notrufnummern

Notruf: 101

Polizei: 100

Feuerwehr: 102

Israel Defence Forces: 1207

Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Infrastruktur

Allgemein

Strom / Elektrizität

230 V, 50 Hz. Die Netzspannung ist teilweise unterbrochen und oft nur sechs Stunden am Tag vorhanden. Empfindliche Geräte sollten mit Stabilisatoren gesichert werden. Übliche Netzsteckertypen: H. Ein Steckdosenadapter ist empfohlen.

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.

Steckertyp H

steckertyp-H

Telefon / Mobilfunk

Öffentliche Kartentelefone sind in den größeren Städten und touristischen Zielen in ganz Palästina zu finden. Die Telefonkarten kann man vor Ort in den meisten Supermärkten kaufen.

Mobilfunk ist im Gazastreifen und der Westbank das wichtigste Mittel zur Kommunikation. Nicht alle Netzanbieter bieten alle Dienstleistungen in alle anderen Netze an, dies gilt besonders auch für SMS.

Wenn man viel mobil telefoniert, kann es aus finanziellen Gründen sinnvoll sein, sich zwei lokale Mobiltelefonnummern (d.h. eine israelische und eine palästinensische) zuzulegen, da Anrufe innerhalb eines Netzes günstiger sind als Anrufe von einem Netz zum anderen und die Gebühren bei Nutzung von lokalen Prepaid-SIM-Karten häufig günstiger sind als die Roaming-Gebühren bei Nutzung einer ausländischen SIM-Karte.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Internet

Internetzugang gibt es in vielen öffentlichen Internetcafes. Auch einige Hotels bieten ihren Gästen schnelle WLAN-Verbindungen an.

Bei der Anmietung von Wohn- bzw. Büroräumen sollte auf das Vorhandensein eines Netzanschlusses geachtet werden, da Neuinstallationen zu einer Odyssee werden können.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Bei der Gemeinde Dahaniye befindet sich der Internationale Flughafen Jassir Arafat, welcher der einzige Verkehrsflughafen in den palästinensischen Autonomiegebieten ist. Der 1998 eröffnete Flughafen wurde im Jahre 2001 durch israelische Streitkräfte in der Folge der Zweiten Intifada geschlossen und zerstört.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung: 1 Neuer Israelischer Schekel (NIS) = 100 Agorot, im Westjordanland ist auch der jordanische Dinar (JOD) akzeptiert.

Banköffnungszeiten: Post und Banken in Israel und Jerusalem sind von Freitagmittag bis Sonntagmorgen geschlossen, in den Autonomiegebieten in der Regel nur am Freitag.

Es gibt Geldautomaten in Israel und in Jerusalem, die internationale Karten akzeptieren, weniger dagegen im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Überweisungen über »Western Union« an ein israelisches Postamt dauern an einem normalen Arbeitstag drei bis vier Stunden.

Die Ein- oder Ausfuhr von Geldmitteln (Bargeld, Barschecks, Reiseschecks) im Gegenwert von zusammen 80.000 Schekel muss angemeldet werden. Das entsprechende „Zoll-Formular Nr. 84“ kann telefonisch unter +972 2 658 7777 angefordert werden.

Gesundheit

Vorsorge

Vorgeschriebene Impfungen

Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.

Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

Empfohlene Impfungen

Diphtherie

Tetanus

Keuchhusten

Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen

Hepatitis A


Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)

Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Das Versorgungsniveau in Israel ist gut bis sehr gut, die Notfallversorgung und Entbindungen erfolgen ausschließlich im dafür bestens etablierten staatlichen Gesundheitssystem. In den Palästinensischen Gebieten ist das Versorgungsniveau deutlich eingeschränkt. Krankenwagen dürfen die Grenze zu Israel nicht passieren. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption im Notfall ist empfehlenswert.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

Cholera

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
 
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
 
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.

Hygiene

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Luft

In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.

Umwelt

Klima

Allgemein

Mittelmeer- und Wüstenklima

Klimatabelle

Nachfolgend finden Sie hier Klimadaten der

Klimastation JERUSALEM (Stadt)

Höhe über NN in m: 757

geographische Position: 35° 13’ E, 31° 47’ N

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

11,9

13,3

15,9

21,0

25,2

27,5

28,8

28,8

27,9

24,8

18,9

13,7

Temp. ø Min. (°C)

4,1

4,6

6,3

9,5

12,4

15,2

17,2

17,3

16,3

13,7

9,5

5,7

Regentage

10

8

7

3

1

0

0

0

< 1

2

5

8

Niederschlag (mm)

143

113

98

32

2

0

0

0

< 1

24

68

110

Sonnenstunden ø

5,9

6,4

7,2

8,7

10,6

12,4

12,4

11,7

10,2

8,6

7,5

6,1

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

--

--

--

--

--

--

zs

zs

zs

--

--

--

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken

Natürliche Umweltgefahren

Allgemein

Bei heftigen Regenfällen können sich ausgetrocknete Flussläufe (Wadis) in kürzester Zeit in reißende Flüsse verwandeln. Die jeweils neuesten weltweiten Unwetterwarnungen und Wettervorhersagen sollten beachtet werden. Erdbeben sind ebenfalls möglich.

Überschwemmungen

Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.

Erdbeben

Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.

Weitere Gefahren

Reisende sollten sich immer in Strandnähe aufhalten und nicht zu weit hinaus schwimmen. Vor teilweise sehr starken Strömungen wird gewarnt. Es wird empfohlen, nur an bewachten Küstenabschnitten zu baden, die Beflaggung an den Stränden und die Durchsagen der Bademeister unbedingt zu beachten und diesen Folge zu leisten.