Peru

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Lima, ca. 8,5 Millionen Einwohner

Fläche: 1.285.216 lm²

Einwohnerzahl: 34.352.720 (2023, Schätzung)

Währung: 1 Peruanischer Sol (PEN) = 100 Céntimos

Staatsform: Republik (de jure semipräsidial, de facto präsidial)

Amtssprache: Amtssprache ist Spanisch, Quechua und Aymara gelten als co-offiziell

Religion: ca. 75 % Christen, davon überwiegend Katholiken, des weiteren indigene religiöse Minderheiten und Atheisten

Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC−5

Telefon-Vorwahl: +51

Netzspannung: 220 V

Gefahrenindex: 0

Visumpflicht: nein

Reisepass erforderlich: ja

Lage

Geographische Einordnung

Peru liegt im Nordwesten Südamerikas und grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien und Bolivien sowie im Süden an Chile, und gliedert sich in die landschaftlichen Regionen Costa (Küste) mit ca. 12 % der Staatsfläche, Sierra (Anden, Hochland) mit ca. 28 % und Selva (Regenwald, Wolken- und Nebelwald) mit ca. 60 %.

Infrastruktur

In das Straßensystem wurde in den letzten Jahren stark investiert, sodass mittlerweile über 50 % der Straßen asphaltiert sind. Allerdings herrschen vor allem in den Andenregionen strukturelle Schwächen vor.

Die Stromversorgung ist stabil und deckt fast das ganze Land ab, hauptsächliche Energiequelle ist Wasserkraft.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
28.(+29.) Juli:        Unabhängigkeitstag (von Spanien 1821)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahrstag
2. April:        Gründonnerstag
3. April:        Karfreitag
1. Mai:            Tag der Arbeit
29. Juni:        St. Peter und Paul
23. Juli:        Tag der Luftwaffe
6. August:        Schlacht von Junín
30. August:        Santa Rosa De Lima
8. Oktober:        Schlacht von Angamos / Tag der Marine
1. November:        Allerheiligen
8. Dezember:        Mariä Empfängnis
9. Dezember:        Schlacht von Ayacucho
25. Dezember:    Weihnachten

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
28.(+29.) Juli:        Unabhängigkeitstag (von Spanien 1821)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahrstag
25. März:        Gründonnerstag
26. März:        Karfreitag
1. Mai:            Tag der Arbeit
29. Juni:        St. Peter und Paul
23. Juli:        Tag der Luftwaffe
6. August:        Schlacht von Junín
30. August:        Santa Rosa De Lima
8. Oktober:        Schlacht von Angamos / Tag der Marine
1. November:        Allerheiligen
8. Dezember:        Mariä Empfängnis
9. Dezember:        Schlacht von Ayacucho
25. Dezember:    Weihnachten

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
28.(+29.) Juli:        Unabhängigkeitstag (von Spanien 1821)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahrstag
13. April:        Gründonnerstag
14. April:        Karfreitag
1. Mai:            Tag der Arbeit
7. Juni:            Schlacht von Arica
29. Juni:        St. Peter und Paul
23. Juli:        Tag der Luftwaffe
6. August:        Schlacht von Junín
30. August:        Santa Rosa De Lima
8. Oktober:        Schlacht von Angamos / Tag der Marine
1. November:        Allerheiligen
8. Dezember:        Mariä Empfängnis
9. Dezember:        Schlacht von Ayacucho
25. Dezember:    Weihnachten

Kontakte

Notrufnummern

Allgemeine Notrufnummer: 105
Ambulanz: +51 1 416 67 77,  Alerta Medical
Feuerwehr: 116
Polizei: 105
Touristenpolizei: + 51 1 460 10 60
Zivilschutz: 115

Gesundheitliche Notfälle: 117
Information zu COVID-19: 107
Autobahnpolizei: 110
Rotes Kreuz: +51 1 266 04 81

Zentraler Sperr-Notruf für Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Infrastruktur

Allgemein

Telefon / Mobilfunk

Eine Infrastruktur für Festnetztelefonie ist vorhanden und in den besiedelten Gebieten ausgebaut.

Die wichtigsten Mobilfunkanbieter sind Movistar (Telefonica), Claro (America Movil) sowie Entel. Die Netzabdeckung beschränkt sich auf die Städte und größere Siedlungen sowie auf die wichtigsten Verkehrsstrecken dazwischen. Erwerb und Nutzung eine peruanischen SIM-Karte sind problemlos möglich.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Internet

Der Großteil der Bevölkerung verfügt über keinen Internetzugang per Kabelanschluss und nutzt mobiles Internet.

Anschlüsse sind jedoch in den Städten und größeren Siedlungen verfügbar. Dort gibt es ebenfalls Internet-Cafés.

Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.

Strom / Elektrizität

220 V, 60 Hz. Übliche Netzsteckertypen: A, B, C. Das Stromnetz ist weitreichend stabil.

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”.

Steckertyp A

steckertyp-A

Steckertyp B

steckertyp-B

Steckertyp C

steckertyp-C

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Der zentrale internationale Flugknotenpunkt ist der Aeropuerto Internacional Jorge Chávez bei Lima. Er ist der Standort der chilenisch-peruanischen nationalen Fluggesellschaft LATAM Perú. Diese sowie einige ausländische Airlines bieten Direktverbindungen in die Länder der Region, nach Nordamerika und nach Europa an.

Ein Inlandsstreckennetz verbindet Lima, Arequipa, Ayacucho, Cajamarca, Chiclayo, Chimbote, Huánuco, Cuzco, Iquitos, Juliaca-Puno, Piura, Pucallpa, Puerto Maldonado, Tacna, Tarapoto, Trujillo, Tumbes und andere Städte.

 

Besichtungungsflüge der Nazca-Linien
Es wurde festgestellt, dass die Kleinflugzeuge, die am Flughafen Maria Reiche in Nazca und in Pisco starten, nicht den Sicherheitanforderungen entsprechen und Piloten zudem teilweise nicht ausreichend qualifiziert sind. Es gab bereits Abstürze mit Todesfolge. Die Sicherheitsstandards von Personal und Technik soll am Flughafen Pisco besser sein.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung: 1 Peruanischer Sol (PEN) = 100 Céntimos

Banköffnungszeiten: In der Regel Mo-Fr, 9-17 Uhr, z.T. auch Sa 9-13 Uhr. Im Sommer können die Öffnungszeiten etwas abweichen.

Kreditkarten, v.a. MasterCard, Visa, American Express und Diners Club werden in den großen Restaurants, Hotels und Geschäften akzeptiert.

Karten mit Cirrus- oder Maestro-Symbol ermöglichen die Abhebung an Geldautomaten. Diese funktionieren allerdings nicht immer zuverlässig und sind außerhalb der größeren Städte kaum verfügbar.

Fast überall werden US-Dollar als Zahlungsmittel angenommen, zunehmend auch der Euro.

 

Die Möglichkeit, US-Dollar oder Euro zu wechseln, ist im Prinzip fast überall gegeben. Der Umtausch anderer Währungen ist nicht immer geährlesitet und mitunter mit hohen Gebühren verbunden. Die Banco de la Nación sowie zahlreiche Casas de Cambios und einige der großen Hotels dürfen Geld wechseln. Gute Wechselkurse und schnelle Bedienung bieten vor allem die Casas de Cambios. Filialen der Western Union Bank, über die sich Geld an- und verschicken lässt, fidnet man in den größeren Städten, Überweisungen gehen oft noch am gleichen Tag durch.

Gesundheit

Vorsorge

Vorgeschriebene Impfungen

Einreisevorschriften unterliegen der Länderhoheit. Die WHO spricht orientierende Empfehlungen aus (ITH), von denen Zollbehörden insbesondere bei Epidemien abweichen können.

Bei Einreise keine Vorschrift.

Empfohlene Impfungen

Gelbfieber für Aufenthalte unterhalb von 2.300 Metern Höhe

Tetanus

Diphtherie

Keuchhusten

Hepatitis A

Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen

(Masern und Röteln)


Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten

Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen

Tollwut unerlässlich für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten

Dengue-Impfung (Stellungnahme des StAR zum Denguevirus-Impfstoff Qdenga®)

Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Das Gesundheitswesen entspricht im apparativen und hygienischen Bereich nicht europäischen Standards. Die öffentlichen Krankenhäuser leiden außerdem an einem Mangel an Fachpersonal und ungenügender Medikamenten-Versorgung. Einzelne Privatkliniken in der Hauptstadt sind personell und technisch wesentlich besser ausgestattet und erreichen internationales Niveau. In den übrigen Landesteilen ist die medizinische Versorgung auch angesichts der großen Entfernungen und schlechten Straßenverhältnisse problematisch.

Mit Peru gibt es kein Sozialversicherungsabkommen, die hohen Kosten einer medizinischen Versorgung in Privatkliniken muss der Patient zunächst selber tragen. Vor Beginn einer Behandlung wird in der Regel eine finanzielle Garantie in Form von Bargeld oder einer Kreditkarte verlangt. Empfohlen wird daher der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt.

Es ist außerdem ratsam, eine eigene Reiseapotheke, die neben den Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Verbandsmaterial und Einwegspritzen enthält, bei sich zu haben.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

Hepatitis A

Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.

Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.

Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.

Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.

Hepatitis B

Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen

Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B. 

Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage. 

Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.

Tollwut (Rabies)

Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.

Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).

Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.

Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.

Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben. 

Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.

Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.

Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.

Typhus

Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen. 
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.

Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall. 
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.

Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.

Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.

Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

Denguefieber

Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.

Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen. 

Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.

Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.

Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.

Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.

Leishmaniose (Orientbeule)

Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.

Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).

Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.

Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).

Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.

Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.

Zika-Virus

Das Zika-Virus (ZIKV) ist ein erstmals in Ostafrika nachgewiesenes Virus, das von Stechmücken übertragen wird. Während eine Zika-Infektion für gesunde Erwachsene überwiegend ungefährlich ist und meist keine oder nur milde Symptome auslöst, kann eine Infektion während der Schwangerschaft bei dem Fötus schwere Schäden verursachen.

Übertragen wird das Virus hauptsächlich von der Gelbfiebermücke, auch bekannt als Ägyptische Tigermücke.

Symptome: Fieber (daher auch die Bezeichnung "Zika-Fieber"), knotig-fleckiger Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten auch: Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen.

Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 3–12 Tagen.

Vorkommen: in allen tropischen und manchen subtropischen Ländern. Epidemisch derzeit vor allem im tropischen/subtropischen Süd- und Mittelamerika, einschließlich Mexiko.

Hygiene

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Luft

In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.

Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.

Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).

Umwelt

Natürliche Umweltgefahren

Erdbeben

Die südamerikanische Westküste ist eine seismisch sehr aktive Zone, schwächere bis mäßige Erdbeben kommen regelmäßig vor, selten kann es auch zu heftigen bis verheerenden Erdbeben kommen.

Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!

Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.

Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden. 

Überschwemmungen

Erhöhte Gefahr v.a. in der Regenzeit von Dezember bis März mit starken Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen, die zu Einschränkungen im Verkehr und Schäden an der Infrastruktur mit Versorgungsunterbrechungen führen können.

Allgemein

Peru liegt in einer seismisch aktiven Zone. 

Es wird grundsätzlich empfohlen, sich in einer Krisenvorsorgeliste des Heimatlandes zu registrieren, Informationen dazu bietet das jeweilige Auswärtige Amt.

Bei Aufenthalten in einer Höhe ab 2.500 Metern über dem Meer kann die Höhenkrankheit auftreten. Symptome wie Müdigkeit, Schafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Luftnot können sich verzögert bemerkbar machen. Es sollte unmittelbar, aber kontrolliert, ein Abstieg auf eine Höhe unterhalb von 2.000 Metern erfolgen. Das Ignorieren der Symptome kann lebensbedrohlich werden. Die Höhenkrankheit kann nicht nur Bergsteiger betreffen, sondern auch Personen, die mit dem Flugzeug nach Cusco oder Puno anreisen.

Tsunami

Es besteht eine erhöhte Tsunamigefahr, die allerdings selten ein schlimmes Ausmaß annimmt.

Vulkane

Regelmäßig aktiv sind v.a. die Vulkane Sabancaya und Ubinas im Süden des Landes, in der Regel bleibt es aber bei dem Ausstoß von Asche. Dies kann Einschränkungen im Straßen- und Flugverkehr nach sich bringen, was bisher allerdings selten bis nie vorkam. Siedlungen am Ubinas wurden in der Vergangenheit schon mehrmals evakuiert. 

Für Anwohner wird regelmäßig ein sogenannter Aschestreualarm ausgelöst. Aktuelle Informationen erteilt das peruanische geophysikalische Institut IGP (in spanischer Sprache).

Klima

Allgemein

Das Klima in Peru ist östlich der Anden tropisch, im westlichen Landesinneren herrscht Wüstenklima, und entlang der Küste, die durch den kühlen Humboldt-Strom beeinflusst wird, gemäßigtes Klima. An der Küste südlich von Lima fällt sehr wenig Regen, und an der Grenze zu Chile beginnt die extrem trockene Alacamawüste. Nördlich von Lima kommt es eher zu Regenfällen. In den Anden dauert die Regenzeit von Oktober bis April, während in der Selva ein tropisches heißes und feuchtes Klima mit Niederschlägen v.a. von Oktober bis März vorherrscht. Die Temperaturen in Lima schwanken zwischen 13 und 19 °C im August und 19 und 28 °C im Februar.

Klimatabelle

Nachfolgend finden Sie hier Klimadaten ausgewählter Wetterstationen des Landes:

Klimastation Cuzco

Höhe über NN in m: 3.248

Geographische Position: 71° 59’ W, 13° 33’ S

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

18,8

18,8

19,1

19,7

19,7

19,4

19,2

19,9

20,1

20,9

20,6

20,8

Temp. ø Min. (°C)

6,6

6,6

6,3

5,1

2,7

0,5

0,2

1,7

4,0

5,5

6,0

6,5

Regentage

19

15

13

9

2

1

1

2

5

9

13

16

Niederschlag (mm)

160

133

108

44

9

2

4

8

22

47

79

120

Sonnenstunden ø

4,6

4,3

5,5

7,0

7,7

7,6

8,3

7,6

6,5

6,4

6,5

5,1

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

--

--

--

--

--

--

--

--

--

--

--

--

Klimastation LIMA-CALLAO (Flughafen)

Höhe über NN in m: 13

Geographische Position: 77° 7’ W, 12° 0’ S

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

26,1

26,8

26,3

24,5

22,0

20,1

19,1

18,8

19,1

20,3

22,1

24,4

Temp. ø Min. (°C)

19,4

19,8

19,5

17,9

16,4

15,6

15,2

14,9

14,9

15,5

16,6

18,2

Regentage

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Niederschlag (mm)

1

0

0

0

0

1

1

2

1

0

0

0

Sonnenstunden ø

6,0

5,9

6,1

6,1

3,6

1,5

1,2

0,9

1,2

1,9

3,4

4,2

Wasser-Temp. ø (°C)

19

20

21

19

18

17

16

16

17

17

17

18

Klimabelastung*

zs

s

zs

zs

zs

--

--

--

--

--

--

zs

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken