Russische Föderation
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Moskau
Fläche: 17.075.400 km², davon in Europa: 3.952.550 km², in Asien: 13.122.850 km²
Einwohnerzahl: 142,4 Mio. (Schätzung Juli 2015)
Währung: Rubel (RUB)
Staatsform: Föderale Republik mit semipräsidentiellem System
Amtssprache: Russisch
Religion: 66 % russisch-orthodox, sowie muslimische, buddhistische und jüdische Minderheiten
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+2 bis UTC+12
Telefon-Vorwahl: +7
Netzspannung: 220 V, 50 Hz. Adapter erforderlich.
Gefahrenindex:
Visumpflicht: Ja
Reisepass erforderlich: Ja
Lage
Geographische Einordnung
Russland ist ein interkontinentaler, föderativer Staat im nordöstlichen Eurasien und flächenmäßig der größte Staat der Erde. So liegt die Russische Föderation im östlichen Teil Europas und im nördlichen Teil Asiens, mit Grenzen zu Norwegen, Finnland, Polen, der Mongolei, der Volksrepublik China, der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea), Estland, Lettland, Litauen, Belarus (Weißrussland), Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan.
Infrastruktur
Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind: Moskau (SVO) (Scheremetyewo), Moskau-Domodedowo (DME), Kaliningrad Chrabrowon (KGD), Vnukowo Airport (VKO), Irkutsk (IKT), St. Petersburg (LED) (Pulkovo), Novosibirsk Tomachevo (OVB) sowie Krasnojarsk-Yemelyanovo (KJA); Inlandsflüge werden angeboten.
Das Bahnnetz ist an Deutschland angebunden, innerhalb des Landes ist das Bahnnetz nicht sehr gut ausgebaut und darf von Besuchern oft nicht genutzt werden; die Transsibirische Eisenbahn jedoch ist die beste Möglichkeit, das Landesinnere kennen zu lernen. Fernbusse dürfen ebenfalls häufig nicht von Touristen genutzt werden.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
12. Juni: Tag Russlands (Erklärung der Staatssouveränität 1990)
Weitere Feiertage:
1.–8. Januar: Neujahr
7. Januar: Orthodoxe Weihnachten
23. Februar: Tag des Vaterlandsverteidigers
8.(+9.) März: Internationaler Frauentag
1. Mai: Tag des Frühlings und der Arbeit
9.(+11.) Mai: Tag des Sieges
4. November Tag der Einheit des Volkes
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
12.(+14.) Juni: Tag Russlands (Erklärung der Staatssouveränität 1990)
Weitere Feiertage:
1.-6. Januar: Neujahr
7.(+8.) Januar: Orthodoxe Weihnachten
23. Februar: Tag des Vaterlandsverteidigers
8. März: Internationaler Frauentag
1.(+3.) Mai: Tag des Frühlings und der Arbeit
9.(+10.) Mai: Tag des Sieges
4. November Tag der Einheit des Volkes
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
12. Juni: Tag Russlands (Erklärung der Staatssouveränität 1990)
Weitere Feiertage:
1.-6. Januar: Neujahr
7. Januar: Orthodoxe Weihnachten
23. Februar: Tag des Vaterlandsverteidigers
8. März: Internationaler Frauentag
1. Mai: Tag des Frühlings und der Arbeit
9. Mai: Tag des Sieges
4.(+6.) November Tag der Einheit des Volkes
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 03 oder 103 (nur Festnetz), 112 (per Mobiltelefon)
Polizei: 102 oder 112 (per Mobiltelefon)
Feuerwehr: 112 (per Mobiltelefon)
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Internet
Der Zugang zum Internet ist (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
WLAN-Hotspots und Internetcafés sind in allen Städten und größeren Orten zahlreich vorhanden.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Beschränkungen des Internets und der Nutzung sozialer Medien und Kommunikationsdienste
Aktuell kommt es regelmäßig zu Internetsperren, -shutdowns und Geschwindigkeitsdrosselungen, die meist auf einzelne Städte, Stadtteile (auch Moskaus und St. Petersburgs) bzw. Regionen begrenzt bleiben. Die Ausfälle betreffen in erster Linie das mobile Internet, aber auch Internetverbindungen über terrestrische Leitungen. Auch VPN-Dienste funktionieren im Falle einer Internetsperre bzw. eines -shutdowns oft nicht. Mit weiteren Einschränkungen ist zu rechnen.
Auch bei funktionierender Internetverbindung ist die Nutzung der Sozialen Medien und Kommunikationsdienste, wie beispielsweise WhatsApp, etc. stark eingeschränkt.
Telefon / Mobilfunk
Festnetz und Mobilfunkanbieter sind (bis auf wenige weit abgelegene Gebiete) landesweit und jederzeit verfügbar.
Die Netzabdeckung für Mobilfunk ist im Prinzip lückenlos.
Strom / Elektrizität
220 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertyp(en): C, F (fast identisch mit deutschen Standards. Geräte mit hohem Stromverbrauch, wie z. B. Elektroherde, werden ans 380 V-Netz angeschlossen).
Steckertyp C
Steckertyp F
Stromausfälle bzw. Engpässe bei der Stromversorgung können landesweit auftreten.
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Aktuell: Aufgrund der gegenseitigen Sperrungen der Lufträume seit der Invasion der Ukraine durch Russland ist der direkte Flugverkehr zwischen der Russischen Föderation und der EU sowie weiterer europäischer Staaten eingestellt. Es bestehen Flugmöglichkeiten über internationale Drehkreuze nach Deutschland/Europa. Es muss mit Einschränkungen gerechnet werden. (Auswärtiges Amt, Feb 2023)
Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind: Moskau (SVO) (Scheremetyewo), Moskau-Domodedowo (DME), Kaliningrad Chrabrowon (KGD), Vnukowo Airport (VKO), Irkutsk (IKT), St. Petersburg (LED) (Pulkovo), Novosibirsk Tomachevo (OVB) sowie Krasnojarsk-Yemelyanovo (KJA).
Die nationale Fluggesellschaft heißt Aeroflot Russian Airlines (SU, www.aeroflot.ru/de-de). ((Direktverbindungen mit Moskau von verschiedenen deutschen Flughäfen (Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und München), von Zürich, Genf und Wien täglich oder mehrmals wöchentlich; ebenfalls Direktverbindungen mit St. Petersburg.)) Aeroflot betreibt ferner Flugdienste zwischen Moskau und den meisten größeren Städten der ehemaligen Mitgliedsstaaten der Sowjetunion.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Rubel (RUB) = 100 Kopeken
Banköffnungszeiten (sehr uneinheitlich), i. Allg. Mo-Do, 9.30-17 Uhr; Fr, 9.30-16 Uhr.
Die meisten Hotels, Restaurants und größeren Geschäfte nehmen Kreditkarten an. Außerhalb von Moskau und St. Petersburg werden Kreditkarten und Reiseschecks aber selten akzeptiert. Geldautomaten gibt es in allen großen Städten.
Aktuell: Die Nutzung deutscher Kreditkarten ist nicht möglich.
Achtung: Kreditkarten- und Geldautomatenbetrügereien nehmen stark zu. Beim Bezahlen mit der Kreditkarte sollte man diese nie aus den Augen verlieren. Insbesondere sollten Reisende einzeln stehende Automaten meiden und eher Geldautomaten in Banken oder angesehenen Hotels und Geschäften nutzen.
Bargeld sollten Ausländer ausschließlich in Banken, Hotels und in den Wechselstuben an Flughäfen tauschen. Als Straftat gilt der Geldumtausch auf der Straße. Es ist wichtig für Geschäftsleute, ausreichend Bargeld mitzuführen, da kommerzielle Unternehmen abseits der Großstädte ihre Geschäfte immer noch auf Bargeldbasis abwickeln. Allerdings ist es illegal, einen Handel direkt in US-Dollar oder Euro abzuwickeln.
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
FSME-Impfung (gegen RSSE, die russische Form der Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Tollwut-Impfung bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen
Japan-Enzephalitis-Impfung bei längeren Individualreisen in ländlichen Regionen während der Hauptübertragungszeit (Juli- September, die den Küstengebieten im Fernen Osten Russlands, südlich von Khabarovsk)
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung in den ländlichen Regionen entspricht häufig nicht dem Standard in Mitteleuropa. In der Regel sind Kenntnisse der Landessprache in medizinischen Versorgungseinrichtungen erforderlich. In Moskau, St. Petersburg und anderen Großstädten gibt es einige private Krankenhäuser, die hinsichtlich der Unterbringung und der technischen und fachlichen Ausstattung auch höheren Ansprüchen gerecht werden.
Notfallbehandlungen in staatlichen Kliniken sind laut Gesetz grundsätzlich kostenlos, entsprechen aber in Ausstattung und Kenntnisstand oft nicht dem deutschen Standard. Die Notfall-Telefonnummer 03 (vom Mobiltelefon: 112) ermöglicht die Kontaktaufnahme mit Notfall- und Rettungskräften. In privaten Krankenhäusern, die bei Bedarf auch kostenpflichtige Notarztwagen schicken, können die Kosten einer medizinischen Behandlung um ein Vielfaches höher sein als in Deutschland. Außerdem wird selbst in Notfällen eine ärztliche Behandlung oftmals nur gegen Vorkasse (derzeit nur bar) geleistet. Reisende sollten daher für den Krankheitsfall genügend Bargeld mit sich führen oder in Deutschland Vorkehrungen für eine schnelle Bargeldbeschaffung (über Blitzüberweisung) treffen. Aufschiebbare oder schwerere Operationen sollten nach ärztlicher Rücksprache in Europa durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass die Bargeldversorgung und die Zahlung mit Kreditkarte derzeit nur eingeschränkt möglich ist.
Gemäß den russischen Visavorschriften muss für eine Einreise in die Russische Föderation eine Krankenversicherung abgeschlossen werden. Im Krankheitsfalle sollte sofort mit dieser Versicherung Kontakt aufgenommen werden.
Aufgrund von Transportschwierigkeiten kommt es häufig zu Einschränkungen in der Versorgung mit Medikamenten, medizinischen Verbrauchsmaterialien und Impfstoffen. Es wird empfohlen entsprechend Vorsorge zu treffen, insbesondere Personen, welche auf spezielle Medikamente angewiesen sind. Die Apotheken in den großen Städten der Russischen Föderation haben ein gutes Sortiment, wichtige Standardmedikamente sind vorhanden.
Infektionen / Krankheiten
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.
Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.
Borreliose (Lyme-Borreliose)
Die Borreliose oder Lyme-Krankheit stellt die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung dar und wird durch Bakterien, die sog. Borrelien verursacht.
Die Zecken befinden sich zumeist in Wäldern, Gehölz und Gräsern. Die Hauptaktivitätszeit der Zecken ist von März bis Oktober (je nach Witterungsverhältnissen auch etwas früher bzw. später).
Symptome: Grippeähnliche Beschwerden können bereits innerhalb von 3–30 Tagen nach Ansteckung auftreten. Neben der Wanderröte sind grippeähnliche Beschwerden ein mögliches Symptom im Rahmen von Stadium I der Borreliose. Stadium II (Wochen bis Monate nach Ansteckung): Krankheitsgefühl mit Kopfschmerz, Erschöpfungszustände, Nackensteifigkeit und sonstige überwiegend neurologische Symptome. Stadium III: Auftreten chronischer Gelenkentzündungen. Als Komplikation innerhalb des Stadium III können schwere chronische Nervenschädigungen (Neuroborreliose) hinzukommen.
Inkubationszeit: zwischen 3 bis 30 Tagen.
Vorkommen: vorwiegend auf der nördl. Halbkugel, d.h. Nordamerika, Europa und Asien.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Fieberhafte Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Die gefürchteten Lähmungserscheinungen können auftreten, wenn die Viren die graue Substanz des Rückenmarks oder Stammhirns befallen. Dabei bevorzugen sie diejenigen Zellen, die für die willkürlichen Bewegungen des Menschen verantwortlich sind. Dadurch können Lähmungen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meistens durch Schmierinfektion. Es erkranken vornehmlich Kinder, aber es können auch Erwachsene erkranken.
Eine Impfung gegen die Kinderlähmung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Symptome: oft ohne spezifische Symptome; manchmal treten grippeähnliche Beschwerden auf wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf können die Viren das Gehirn und Rückenmark befallen, so dass es zu Lähmungen kommen kann. Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich.
Inkubationszeit: zwischen 3- 14 Tagen.
Vorkommen: verstärkt in Afghanistan, Pakistan und Nigeria.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)
Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.
Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.
Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft meist Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ganzjährig auftreten, ist jedoch vor allem im Spätsommer und Herbst besonders häufig.
Symptome: beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten des Fiebers entwickeln sich im Mundraum schmerzhafte rote Punkte. Diese Stellen befinden sich vor allem im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder auch um den Mund herum. Sie wandeln sich nach kurzer Zeit in kleine Bläschen oder oberflächliche Geschwüre (Aphten) um. Etwa zeitgleich oder wenige Stunden nach dem Auftreten der roten Punkte im Mundraum entwickelt sich an Händen und Füßen ein Ausschlag mit Bläschen, die ein Sekret absondern, in dem viele Viren stecken. Dadurch können die Viren problemlos auch an andere Körperstellen gelangen.
In 20% der Fälle verläuft die Krankheit symptomlos.
Inkubationszeit: zwischen 2–35 Tagen, i.d.R. zwischen 7–14 Tagen.
Vorkommen: insbesondere im westpazifischen Raum (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Grundsätzlich gibt es den Erreger jedoch weltweit.
Japanische Enzephalitis
Die japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, eine Gehirnhautentzündung nach einem Mückenstich. Grundsätzlich kann die japanische Enzephalitis in jedem Alter auftreten.
Symptome: i.d.R. keine schweren Krankheitssymptome. Nur bei ca. 1 von 250 Fällen kommt es zu einer schweren Erkrankung mit Fieber, Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Lähmungen bis zum Koma.
Inkubationszeit: zwischen 5–15 Tagen.
Vorkommen: hauptsächlich in asiatischen Länder, im westlichen Pazifikraum und gelegentlich in Australien (Torres Strait und nördl. Queensland). Betroffen sind besonders ländliche Gebiete, in denen Schweinezucht und Reisanbau betrieben werden.
Krim-Kongo-Fieber
Das Krim-Kongo-Fieber ist eine Viruserkrankung. Es gehört zur Gruppe der viralen hämorrhagischen Fieber. Die Übertragung des Virus erfolgt meist durch den Biss von Zecken. Als Überträger gelten Haus- und Wildtiere, z.B. Kühe, Schafe oder Ziegen.
Symptome: plötzliches Einsetzen von Fieber (über fünf bis zwölf Tage konstant), Schüttelfrost, Reizbarkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Typisch sind eine Gesichtsrötung und ein Gesichtsödem, Bindehaut- und Rachenrötung.
Inkubationszeit: 1–13 Tage.
Vorkommen: es kommt in Südosteuropa (Bulgarien, Ungarn, Türkei), in einigen GUS-Staaten, im mittleren Osten (Afghanistan, Syrien, Irak, Iran), sowie in vielen Ländern Asiens und Afrikas vor.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Klima
Allgemein
In Russland herrscht ein von West nach Ost zunehmend ausgeprägtes Kontinentalklima (trockene, sehr kalte Winter, warme bis heiße Sommer). Die südlichen, fernöstlichen Teile Russlands stehen unter dem Einfluss des pazifischen Monsunklimas, während nördliche Teile arktisches Klima und nördlich-fernöstliche Gegenden sogar Permafrostboden (Bodenfrost das gesamte Jahr hindurch) aufweisen. Am 21.Juli 1983 wurde in der russischen Wostock - Station, 1.400 km landeinwärts, die tiefste Temperatur der Erde festgestellt : -89,2 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge ist in den westlichen Gebirgsregionen mit bis zu 2.000 mm im Jahresdurchschnitt am größten, während sie in den südlichen Gebieten des fernen Ostens durchschnittlich 1.000 mm und in der osteuropäischen Ebene nur 600 bis 700 mm beträgt. Die Durchschnittstemperatur reicht in Moskau von -16 bis -9 °C im Januar und 13 - 23 °C im Juli.
Klimatabelle
Nachfolgend finden Sie hier Klimadaten ausgewählter Wetterstationen des Landes:
Klimastation MOSKAU (MOSKVA)
Höhe über NN in m: 156
Geographische Position: 37° 34’ E, 55° 45’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | -6,2 | -3,9 | 2,4 | 10,6 | 18,6 | 22,4 | 23,8 | 22,0 | 15,8 | 8,4 | 1,3 | -3,4 |
Temp. ø Min. (°C) | < 12,7< 11,6 | -5,9 | 1,8 | 7,6 | 11,4 | 13,1 | 11,7 | 7,0 | 2,1 | -3,4 | -8,9 | |
Regentage | 11 | 8 | 8 | 9 | 8 | 11 | 12 | 10 | 11 | 10 | 12 | 12 |
Niederschlag (mm) | 42 | 36 | 34 | 44 | 51 | 75 | 94 | 77 | 65 | 59 | 58 | 56 |
Sonnenstunden ø | 1,0 | 2,5 | 4,1 | 5,7 | 8,5 | 9,2 | 8,8 | 7,6 | 4,8 | 2,5 | 1,1 | 0,6 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Allgemein
Als flächengrößtes Land der Erde wird Russland von sehr unterschiedlichen Klimazonen (polares, kontinentales- und mediterranes Klima) beeinflusst. In großen Teilen herrscht gemäßigtes Kontinentalklima mit mäßig warmen Sommern und sehr kalten, rauen und schneereichen Wintern (im Norden noch kälter und ausgeprägter). Die südliche Hälfte des Fernen Ostens steht unter dem Einfluss des Monsunklimas, das Schwarze Meer unter dem eines subtropischen Klimas. Generell nehmen die Niederschläge nach Osten hin ab. Sibirien und die nördliche Hälfte des Fernen Ostens sind von einer baumlosen und durch Permafrost (Dauerfrostboden) geprägten Landschaft gekennzeichnet. Reisende sollten insbesondere im Winter den von Kälte geprägten klimatischen Bedingungen Rechnung tragen. Die neuesten weltweiten Unwetterwarnungen und Wettervorhersagen werden von der "World Meteorological Organization" (WMO) zur Verfügung gestellt, die für Europa von "Meteoalarm". Der Nordkaukasus und Teile Süd-Sibiriens befinden sich in einer seismisch sensiblen Zone. Es muss immer mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer Aktivität gerechnet werden. Reisenden wird daher empfohlen, sich vor Reiseantritt mit dem richtigen Verhalten im Falle eines Erdbebens vertraut zu machen (RiskCompass-Checkliste).
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Vorkommen von schwerem Regen und Fluten besonders in den fernöstlichen Regionen, sowie landesweit im Frühling, dann insbesondere in Regionen, in denen nach dem Winterfrost Tauwetter einsetzt.
Erdbeben
Es besteht eine hohe Erdbebengefahr.
Schwächere Erdbeben kommen häufiger vor, allerdings kann es auch zu schweren Erdbeben kommen.
Reisende sollten sich deshalb mit Verhaltensregeln im Falle von Erdbeben vertraut machen.
Infolge eines Bebens ist mit erheblichen Einschränkungen im Transport- und Infrastrukturbereich zu rechnen.
Vorkommen besonders auf der Halbinsel Kamchatka und den fernöstlichen Regionen.
Verhalten im Falle eines Erdbebens
Bei Aufenthalt im Gebäude: Ruhe bewahren. Das Gebäude sollte nur verlassen werden, wenn man sich im Erdgeschoss nahe eines Ausganges befindet. Schutz unter einem schweren stabilen Möbelstück (z.B. Tisch) suchen und festhalten, solange die Erschütterung dauert, auch wenn sich das Möbel bewegt. Ist das nicht möglich, unter einen stabilen Türrahmen flüchten oder auf den Boden nahe einer tragenden Innenwand und fern von Fenstern legen und Kopf und Gesicht mit verschränkten Armen schützen. Kein Treppenhaus begehen! Keinen Fahrstuhl benutzen!
Bei Aufenthalt im Freien: Schnellstmöglich einen freien Platz auf freier Fläche und ausreichender Entfernung zu Gebäuden, Straßenlampen und Versorgungsleitungen suchen und dort bleiben, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Autofahrer sollten unverzüglich am Straßenrand anhalten, fern von Gebäuden, Bäumen, Überführungen, Hängen, Böschungen, Klippen und Versorgungsleitungen. Es sollte vermieden werden, möglicherweise beschädigte Brücken und Unterführungen zu be- bzw. durchfahren. Nach schweren Beben sollte von einer Weiterfahrt ganz abgesehen werden.
Nach einem Beben sollte den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge geleistet werden. Mit Nachbeben muss gerechnet werden, diese können zu weiteren Schäden an den bereits beschädigten Gebäuden und der Infrastruktur führen. Nach einem zerstörerischen Beben sollten offiziell eingerichtete Sammelplätze aufgesucht werden.
Vulkane
Hier gibt es aktive Vulkane. Wegen möglicher vulkanischer Aktivität kann es zu lokalen Evakuierungen kommen.
Im Verkehrswesen kann es durch Eruptionen zu regionalen Einschränkungen kommen.
Zu den aktiven Vulkanen des Landes gehören u. a. der Shiveluch, der Klyuchevskoy und der Karymsky.
Stürme
Durch das Auftreten von Stürmen kann es zu erheblichen Einschränkungen in der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung etc.) kommen. Auch im Flugverkehr ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Vor allem in den Wintermonaten kann es zu Schneestürmen kommen.
Waldbrände
Insbesondere in den Sommermonaten ab Mai kommt es jedes Jahr großflächigen Wald- und Buschbränden. Meist ist illegale Brandrodung die Ursache. Es kann dadurch zu Evakuierungen und Einschränkungen im Verkehr kommen. Vorkommen v.a. in Sibirien und in den östlichen Regionen.
Dürren
Es besteht eine hohe Dürregefahr.
Lawinen
Es besteht eine hohe Lawinengefahr.
Vorkommen auf Kamtschatka und in den fernöstlichen Regionen.
Weitere Gefahren
Radioaktivität
In der kerntechnischen Anlage »Majak« (dt.: Leuchtturm), nahe der ehemals »geschlossenen Stadt« Osjorsk (auch: Tscheljabinsk-40), etwa 80 Kilometer nordwestlich der Gebietshauptstadt Tschelabinsk am Ural, kam es am 29. September 1957 zu einem der bislang schwersten Atomunfälle (sog. Kyschtym-Unfall). Hierbei wurde eine Fläche von etwa 20.000 Quadratkilometer durch auch langlebige Isotope wie z.B. Strontium, Cäsium und Plutonium kontaminiert.
Zu weiteren Zwischenfällen mit Freisetzung von Radioaktivität kam es bis ins Jahr 2008.
Der südlich davon gelegene Karatschai-See gilt durch radioaktiven Abfall als der »am stärksten verschmutzte Ort« der Erde. Der Fluss Tetscha ist ebenfalls radioaktiv stark belastet. In der ganzen Gegend der sogenannten »Osturalspur« (in nordöstliche Richtung verlaufend) können Waldfrüchte, Pilze und Beeren radioaktiv belastet sein.
Vom Verzehr der meist lokal angebotenen Lebensmittel wird dringend abgeraten.