Süd-Sudan

Informationen

Allgemein

Statistische Daten

Hauptstadt: Juba (500.000 Einwohner)

Fläche: 644.329 km²

Einwohnerzahl: 12.530.717

Währung: Südsudanesisches Pfund (SSP)

Staatsform: Bundesrepublik

Amtssprache: Englisch

Religion: Christentum (76,8%), afrikanische Religionen (21%), Islam (2,2%)

Bevölkerungsdichte: 19,45 Einwohner pro km²

Zeitzone: UTC+3

Telefon-Vorwahl: +211

Netzspannung: 230 V, 50 Hz

Gefahrenindex: 4–5

Visumpflicht: Ja

Reisepass erforderlich: Ja

Lage

Geographische Einordnung

Der Südsudan ist ein Binnenland in Ostafrika und hat gemeinsame Grenzen mit Äthiopien im Osten, Kenia, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo im Süden, der Zentralafrikanischen Republik im Südwesten und der Republik Sudan im Norden. Der Grenzverlauf zum Sudan, von dem Südsudan seit 9. Juli 2011 unabhängig ist, ist immer noch nicht endgültig geklärt. Desweiteren gibt es Grenzstreitigkeiten mit Kenia und Uganda.

Infrastruktur

Die Infrastruktur befindet sich in schlechtem Zustand. Die einzige ganzjährig benutzbare Verkehrsverbindung vom Süden in den Norden ist der unregelmäßige Schiffsverkehr auf dem Weißen Nil. Die Eisenbahnverbindung aus dem Norden nach Wau wurde 2010 vollständig wieder eröffnet. Flughäfen befinden sich in Juba, Malakal und Wau, zudem gibt es in vielen Distriktstädten einfache Landepisten. Das Straßennetz wird weiter ausgebaut, zuerst für den Erdöltransport mit Tanklastwagen von den Ölfeldern im Norden bis an die äthiopische Grenze.

Termine / Feiertage

Daten für 2026

Nationalfeiertag:
9. Juli:            Unabhängigkeitstag (2011 von Sudan)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
20. März:        Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
3.-6. April:        Ostern
1. Mai:            Tag der Arbeit
16. Mai:        Tag der SPLA (Sudanese People’s Liberation Army)
27. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
30. Juli:        Tag der Märtyrer
24.–26. Dezember:    Weihnachten

 

Daten für 2027

Nationalfeiertag:
9. Juli:            Unabhängigkeitstag (2011 von Sudan)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
9. März:        Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
26.-29. März:        Ostern
1. Mai:            Tag der Arbeit
16. Mai:        Tag der SPLA (Sudanese People’s Liberation Army)
16. Mai:        Eid al-Adha (Opferfest)
30. Juli:        Tag der Märtyrer
24.–26. Dezember:    Weihnachten

 

Daten für 2028

Nationalfeiertag:
9. Juli:            Unabhängigkeitstag (2011 von Sudan)

Weitere Feiertage:
1. Januar:        Neujahr
27. Februar:        Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
14.-17. April:        Ostern
1. Mai:            Tag der Arbeit
5. Mai:            Eid al-Adha (Opferfest)
16. Mai:        Tag der SPLA (Sudanese People’s Liberation Army)
30. Juli:        Tag der Märtyrer
24.–26. Dezember:    Weihnachten

Kontakte

Notrufnummern

Notruf: 999

Polizei: 999

Feuerwehr: 999

Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50

Infrastruktur

Allgemein

Strom / Elektrizität

230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C, D.

Ein Steckdosenadapter ist empfohlen.

Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.

Steckertyp C

steckertyp-C

Steckertyp D

steckertyp-D

Telefon / Mobilfunk

Festnetztelefonie ist nicht verfügbar. Es gibt aber fünf Netzbetreiber für Mobiltelefonie. SIM-Karten sind fast überall günstig erhältlich. Der Empfang außerhalb von Städten ist schlecht bis nicht verfügbar.

Internet

Internet ist in Form von UMTS mittels Mobiltelefon oder USB-Internet-Stick verfügbar. Abdeckung ist außerhalb von Städten schlecht bis gar nicht vorhanden.

Verkehr

Luftfahrt / Luftverkehr

Internationale Flughäfen befinden sich in Juba (JUB) und Wau (WUU). Ein Inlandsflugnetz ist vorhanden.

Wirtschaft

Banken / Geld

Landeswährung: 1 Südsudanesisches Pfund (SSP) = 100 Piaster.

Banköffnungszeiten: Montag - Freitag: 8:00 - 12:30 Uhr und 14:30 - 17:00 Uhr.

Kreditkarten (nur Visa) können in Juba in ausgewählten Geschäften und Hotels verwendet werden. Ausländische Bankkarten können in Südsudan nicht verwendet werden. Die Mitnahme von Bargeld in Form von US-Dollar (Banknoten nicht älter als aus dem Jahr 2006 sein) ist empfohlen. Privatreisende dürfen bis zu 10.000 US-Dollar steuer- und abgabenfrei einführen. Bei Überschreitung dieses Betrages fallen 10% Zoll und 15% Steuer an. Von dieser Regelung ausgenommen sind Reisende im Auftrag von Hilfsorganisationen, die Projektgelder mitführen und den beabsichtigten Verwendungszweck der mitgeführten Mittel durch ein Bestätigungsschreiben der betreffenden Organisation nachweisen können.

Gesundheit

Vorsorge

Empfohlene Impfungen

Diphtherie

Tetanus

Keuchhusten

Polio

Hepatitis A

Typhus


Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025

Vorgeschriebene Impfungen

Einreisevorschriften unterliegen der Länderhoheit. Die WHO spricht orientierende Empfehlungen aus (ITH), von denen Zollbehörden insbesondere bei Epidemien (Cholera u.a.) abweichen können.

Eine Gelbfieberimpfung wird bei Einreise von allen Reisenden ab dem Alter von 9 Monaten verlangt und ist medizinisch auch sinnvoll.

Laut WHO benötigen Einwohner und Langzeitreisende über vier Wochen eine Impfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) vier Wochen bis 12 Monate vor Ausreise. Falls Sie kürzer als vier Wochen im Land sind, ist ein vollständiger Impfschutz gegen Poliomyelitis empfohlen. (Auswärtiges Amt, Stand 05.04.2022)

Impfungen aus besonderem Grund

Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)

Tollwut-Impfung bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen

Meningokokken ACWY (bei engem Bevölkerungskontakt während der Trockenzeit)

Dengue-Impfung

Cholera (falls kein Einfluss auf die Qualität des genutzten Trinkwassers oder Zugriff auf sichere Lebensmittel besteht)

Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)

Gesundheitsrisiken/-Versorgung

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande, auch in Dschuba ist mit der in Europa nicht zu vergleichen und ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch ungenügend. Durch den langjährigen Bürgerkrieg sind weiterhin große Teile der medizinischen Infrastruktur zerstört. Oft fehlen auch europäisch ausgebildete Englisch oder Französisch sprechende Ärzte.

Ein ausreichender, weltweit gültiger Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung werden daher dringend empfohlen. Darüber hinaus wird für alle Reisenden der Abschluss einer lokalen Evakuierungsversicherung bei AMREF-Flying Doctors empfohlen. Dies kann über das Internet vor Reisebeginn erfolgen. Die Karte mit den Nummern der Alarmzentrale in Nairobi sollte man mit sich führen. Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden. Auch hierzu ist individuelle Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.

Infektionen / Krankheiten

Allgemein

Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:

Denguefieber

Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.

Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen. 

Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.

Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.

Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.

Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.

Malaria

Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
 
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
 
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
 
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.

HIV/AIDS

Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.

Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.

Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.

Durchfallerkrankungen

Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
 
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.

Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.

Cholera

Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
 
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
 
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
 
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.

Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt über die Tsetsefliege, bei der westafrikanischen Form durch die Gattung Glossina palpalis, bei der ostafrikanischen Form durch Glossina morsitans.
Glossina palpalis sticht in der Regel nur Menschen und tritt entlang von Flussläufen auf. Glossina morsitans sticht meistens Tiere und tritt vor allem in den Savannen auf.

Symptome: zu Beginn der Erkrankung oft grippeähnlich. Im weiteren Verlauf kann es neben Verhaltensstörungen und Meningitis (Hirnhautentzündung) zu Schlafstörungen kommen. Bei der ostafrikanischen Form kann auch das Herz betroffen sein. Unbehandelt verlaufen beide Formen der Schlafkrankheit tödlich.

Inkubationszeit: bei der westafrikanischen Form Wochen bis Jahre und bei der ostafrikanischen Form 3–21 Tage.

Vorkommen: im tropischen Afrika, vor allem im Kongo, Sudan und in Angola, sowie in Kenia und Tansania.

Bilharziose (Schistosomiasis)

Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.

Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.

Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.

Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.

Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)

Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.

Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.

Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.

Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.

Leishmaniose (Orientbeule)

Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.

Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).

Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.

Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).

Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.

Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.

Zeckenbissfieber

Das Zeckenbissfieber ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zeckenbisse übertragen wird.

Symptome: hohes Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Im weiteren Verlauf kommt es oft zu einem Hautausschlag, der auf die gesamte Haut übergreift. Es kann zu Schweißausbrüchen und Herzproblemen kommen. Es ist wichtig, frühzeitig Antibiotika gegen die ursächlichen Bakterien zu geben.

Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 5–29 Tagen.

Vorkommen: Hauptsächlich in Amerika, allerdings gibt es auch Vorkommen in Europa, z.B. Kroatien.

Hygiene

Trinkwasser

Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.

Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.

Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.

Nahrung

Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.

Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.

Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.

Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.

Luft

In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.

Umwelt

Klima

Allgemein

Das Klima ist überwiegend äquatorial-tropisch, mit hoher Luftfeuchtigkeit und vielen Regenfällen, die allerdings von Süden nach Norden abnehmen. Die Regenzeit, generell zwischen April und November, liegt je nach Region unterschiedlich. Januar und Februar dagegen sind heiß und trocken.

Klimatabelle

Klimastation Juba

Höhe über NN in m: 457m

Geographische Position: 4°87`N 31°6´E

 

Jan

Feb

Mär

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

Temp. ø Max. (°C)

28,3

29,5

30,1

29,1

27,9

26,8

25,8

25,9

26,6

27,4

27,5

27,7

Temp. ø Min. (°C)

15,6

17,0

20,5

23,6

27,1

27,3

25,9

25,3

26,0

25,5

21,0

17,1

Regentage

0

0

0

0

1

1

4

4

2

1

0

0

Niederschlag (mm)

4

12

45

94

147

116

132

143

115

103

45

7

Sonnenstunden ø

10,2

10,5

10,2

10,6

10,0

9,3

8,7

8,8

9,1

9,9

10,1

10,3

Wasser-Temp. ø (°C)

            

Klimabelastung*

h + t

h + t

h + t

h + t

h + t

h + t

s

s

s

h + t

h + t

h + t

Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken

Natürliche Umweltgefahren

Allgemein

Außerhalb der Städte besteht immer die Möglichkeit dass man auf wilde Tiere stößt. Wissenschaftler sind überrascht wie gut der Tierbestand den Bürgerkrieg überstanden hat.
In den Savannen trifft man auf Elefanten, Giraffen, Strauße, Büffel, Löwen, Leoparden und Hyänen.
Im Süden des Landes, in den Überschwemmungsgebieten und Sümpfen gibt es außer Fischen und Wasservögeln auch Nilpferde und Krokodile. In Afrika werden jährlich mehr Menschen durch Nilpferde getötet als durch Krokodile.

Überschwemmungen

Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.

Weitere Gefahren

Auch im Südsudan leben eine Reihe teilweise gefährlicher Giftschlangen, deren Biss schwere Körperschäden incl. Todesfolge bewirken kann, dennoch sind Schlangenbisse ungewöhnlich und erfolgen selten unprovoziert!

Viele Schlangen sind nachtaktiv, daher nachts möglichst nicht im Freien umherlaufen. Nicht in Erdlöcher oder -spalten, unter Steine bzw. Reisig, Zweige und ähnlich unübersichtliches Material greifen. Werden Schlangen angetroffen, sollte ein gebührender Abstand eingehalten werden. Keinesfalls sollten sie angefasst, gefangen oder provoziert werden. Auch kommen einige recht giftige Spinnen- und Skorpionarten, daneben auch andere Tiere mit potentiell starker Giftwirkung (oft auffällig gefärbte Schmetterlingsraupen, Hundertfüßer, Ameisen u. a.) vor. Auch diese Tiere sollten nicht angefasst oder gereizt werden, ansonsten gilt auch hier: Vorsicht, wohin man greift, wohin man tritt und wohin man sich setzt oder legt. Vor Benutzung von Bettdecken und -laken, Kleidungsstücken, Schuhwerk, Kopfbedeckungen evtl. vorhandene giftige "Untermieter" durch sorgfältiges Ausschütteln entfernen.