Sierra Leone
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Freetown, 1 Mio. Einwohner
Fläche: 71.740 km²
Einwohnerzahl: 7 Mio.
Währung: 1 Leone (SLL) = 100 Cents
Staatsform: Republik
Amtssprache: Englisch
Religion: Etwa 70 % sunnitische Muslime, 20 % Christen, 10 % Naturreligionen.
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC±0
Telefon-Vorwahl: +232
Netzspannung: 230 V
Gefahrenindex: 0
Visumpflicht: ja
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Die Republik Sierra Leone liegt an der Westküste Afrikas und grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an die Republik Guinea und im Südosten an Liberia. Im Süden liegt der Atlantische Ozean.
Infrastruktur
Internationale Verbindungen an den Flughafen Freetown (FNA) (Lungi) in der Nähe der Hauptstadt. Fähren verbinden die größeren Städte, Zugverkehr ist nicht vorhanden.
Das Straßennetz ist eher schlecht ausgebaut. Busse, Sammeltaxis und Mietwagen sind in den größeren Städten vorhanden.
Wegen des im Bürgerkrieg zum Großteil zerstörten Stromnetzes ist eine Stromversorgung in weiten Landesteilen nur sporadisch vorhanden, in ländlichen Gebieten ist sie eher die Ausnahme. Größere Hotels nutzen bei Stromausfällen eigene Generatoren.
Der Zugang zu Trinkwasser ist in ländlichen Gebieten eingeschränkt.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
27. April: Tag der Republik (Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich 1961)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
18. Februar: Tag der Streitkräfte
8. März: Internationaler Frauentag
20. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
3. April: Karfreitag
6. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
27. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
25. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Zweiter Weihnachtsfeiertag
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
27. April: Tag der Republik (Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich 1961)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
18. Februar: Tag der Streitkräfte
8. März: Internationaler Frauentag
9. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
26. März: Karfreitag
29. März: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
16.(+17.) Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
14. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Zweiter Weihnachtsfeiertag
27. Dezember: zusätzlicher Weihnachtsfeiertag
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
27. April: Tag der Republik (Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich 1961)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
18. Februar: Tag der Streitkräfte
26. Februar: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
8. März: Internationaler Frauentag
14. April: Karfreitag
17. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
5. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
3. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
25. Dezember: Weihnachten
26. Dezember: Zweiter Weihnachtsfeiertag
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 999
Polizei: 999
Feuerwehr: 019
Küstenwache: -
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Festnetzanschlüsse gibt es ausschließlich in den Städten des Landes. Direktdurchwahl.
Die Netzabdeckung im Mobilfunk ist um Freetown sowie den größeren Städten (Blama, Bo, Kenema, Kono, Lungi, Magbruka, Makali, Makeni, Masingbi, Matotoka, Moyamba, Njala, Tiama, Yamandu und deren Umgebung) einschließlich der Hauptverkehrswege dazwischen gut, im Norden und Nordosten (Grenze zu Guinea) sowie im Südosten (Grenze zu Liberia) nicht vorhanden. Aktuelle Infos zur konkreten GSM-Netzabdeckung.
Internet
Internetcafés gibt es hauptsächlich in Freetown. Allerdings sind die Verbindungen meistens sehr langsam und es kommt häufig zu Unterbrechungen. Nur wenige Hotels bieten ihren Gästen bislang einen Internetzugang bzw. WLAN an.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: D & G.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”.
Wegen des im Bürgerkrieg zum Großteil zerstörten Stromnetzes ist die Stromversorgung in weiten Landesteilen nur sporadisch vorhanden, in ländlichen Gebieten ist sie eher die Ausnahme. Größere Hotels nutzen bei Stromausfällen eigene Generatoren.
Steckertyp D
Steckertyp G
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Internationale Verbindungen u.a. mit KLM, Astraeus und Lufthansa (Codeshare mit Brussels Airways) an den Flughafen Freetown (FNA) (Lungi) in der Nähe der Hauptstadt.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Leone (SLE) = 100 Cents.
Banköffnungszeiten: Mo-Do 8-13.30 Uhr, Fr 8-14 Uhr.
Landeswährung ist der Leone (SLE). Im Juli 2022 wurden eine Revaluierung des Leone durchgeführt und drei Nullen gestrichen. Die Währung hat seitdem den ISO-4217-Code SLE. Alte Scheine sind weiterhin im Umlauf, jedoch seit 01. Januar 2024 kein Zahlungsmittel mehr. Alte Scheine können nur noch bei der Zentralbank umgetauscht werden.
Bargeld kann in der Regel in den großen Hotels, ansonsten bei Banken und Wechselstuben, die außerhalb Freetowns selten sind, umgetauscht werden.
Die Zahlung mit Kreditkarten ist (noch) nicht weit verbreitet. In den größeren Hotels, Restaurants und in Supermärkten in Freetown werden sie allerdings angenommen, vorzugsweise Visa und Mastercard. Kleinere Beträge in Landeswährung, in der Regel nur unter dem Gegenwert von 50 EUR, können von Geldautomaten in größeren Städten abgehoben werden. Der Einsatz von Kreditkarten kann jederzeit an technischen Problemen scheitern. Eine Versorgung über internationale Anbieter von Auslandsüberweisungen ist landesweit möglich und üblich. Derartige Überweisungen erfordern teilweise nur wenige Minuten.
Vorsorge
Empfohlene Impfungen
Tetanus
Diphtherie
Keuchhusten
Poliomyelitis
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten
Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen
Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten
Meningokokken ACWY bei engen sozialen Kontakten während der Trockenzeit
Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)
Vorgeschriebene Impfungen
Einreisevorschriften unterliegen der Länderhoheit. Die WHO spricht orientierende Empfehlungen aus (ITH), von denen Zollbehörden insbesondere bei Epidemien (Cholera u.a.) abweichen können.
Bei Einreise wird ein Gelbfieberimpfnachweis für alle Personen verlangt.
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse, der begrenzten apparativen Ausstattung und des Arzneimittelmangels entspricht die Lage in den öffentlichen Krankenhäusern nicht europäischem Standard. Es gibt in Freetown zwar einige Apotheken, die internationale Medikamente führen, sie haben jedoch ein begrenztes Sortiment. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor. Darüber hinaus besteht ein ausgeprägter Mangel an Fachärzten. Selbst in Freetown ist die ärztliche Versorgung gegenwärtig sehr begrenzt. Die Ärzte sprechen in der Regel Englisch, in Freetown gibt es einige deutschsprachige Allgemeinmediziner und Fachärzte.
Aufgrund der Ebola-Epidemie in Westafrika seit Dezember 2013 wurde das Gesundheitswesen in Sierra Leone nachhaltig beeinträchtigt, so dass eine medizinische Versorgung nach wie vor nur eingeschränkt möglich ist. Medizinische Evakuierungen können erschwert sein.
Mit wenigen Ausnahmen werden bzw. wurden in den meisten Krankenhäusern auch Ebola-Patienten behandelt, weshalb eine hohe Ansteckungsgefahr gegeben ist. Es wird dringend angeraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen und sich von sichtbar Kranken fernzuhalten.
Die Mitnahme einer ausreichend bestückten Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen sowie eigenes Verbandsmaterial und sterile Wegwerfspritzen beinhaltet, wird dringend empfohlen. Ebenso ein ausreichender, weltweit gültiger Auslandskrankenversicherungsschutz mit eingeschlossener Reiserücktransportversicherung.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Denguefieber
Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.
Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.
Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.
Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.
Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Gelbfieber
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben.
Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.
Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.
Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Fieberhafte Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Die gefürchteten Lähmungserscheinungen können auftreten, wenn die Viren die graue Substanz des Rückenmarks oder Stammhirns befallen. Dabei bevorzugen sie diejenigen Zellen, die für die willkürlichen Bewegungen des Menschen verantwortlich sind. Dadurch können Lähmungen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meistens durch Schmierinfektion. Es erkranken vornehmlich Kinder, aber es können auch Erwachsene erkranken.
Eine Impfung gegen die Kinderlähmung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Symptome: oft ohne spezifische Symptome; manchmal treten grippeähnliche Beschwerden auf wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf können die Viren das Gehirn und Rückenmark befallen, so dass es zu Lähmungen kommen kann. Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich.
Inkubationszeit: zwischen 3- 14 Tagen.
Vorkommen: verstärkt in Afghanistan, Pakistan und Nigeria.
Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)
Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt über die Tsetsefliege, bei der westafrikanischen Form durch die Gattung Glossina palpalis, bei der ostafrikanischen Form durch Glossina morsitans.
Glossina palpalis sticht in der Regel nur Menschen und tritt entlang von Flussläufen auf. Glossina morsitans sticht meistens Tiere und tritt vor allem in den Savannen auf.
Symptome: zu Beginn der Erkrankung oft grippeähnlich. Im weiteren Verlauf kann es neben Verhaltensstörungen und Meningitis (Hirnhautentzündung) zu Schlafstörungen kommen. Bei der ostafrikanischen Form kann auch das Herz betroffen sein. Unbehandelt verlaufen beide Formen der Schlafkrankheit tödlich.
Inkubationszeit: bei der westafrikanischen Form Wochen bis Jahre und bei der ostafrikanischen Form 3–21 Tage.
Vorkommen: im tropischen Afrika, vor allem im Kongo, Sudan und in Angola, sowie in Kenia und Tansania.
Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)
Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.
Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.
Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.
Bilharziose (Schistosomiasis)
Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.
Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.
Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.
Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.
Filariose
Die Filariose ist eine tropische Erkrankung. Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit verschiedenen Arten von Fadenwürmern (Filarien), welche durch den Stich einer Mücke oder Bremse auf den Menschen übertragen werden.
Symptome: Entzündung und Schwellung der Lymphknoten, Lymphgefäße und Ödeme.
Inkubationszeit: mehrere Monate bis Jahre.
Vorkommen: hauptsächlich in tropischen Ländern.
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
Lassa-Fieber
Das Lassa-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Lassa-Virus verursacht wird und von Nagetieren auf den Mensch übertragen wird. Während einer Epidemie findet die Übertragung auch von Mensch zu Mensch statt. Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen mild oder gänzlich ohne Symptome. Treten jedoch gravierende klinische Krankheitszeichen auf, insbesondere im Zuge größerer Epidemien, so ist von einer Sterblichkeitsrate von 50% und mehr auszugehen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie: Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schmerzen hinter dem Brustbein, Husten, Übelkeit und Erbrechen, Bindehautentzündung, Entzündung des Rachens.
In schweren Verlaufsfällen kann es zu Wassereinlagerungen in den Augenlidern und im Gesicht kommen sowie zu Schleimhautblutungen, Flüssigkeitsansammlungen im Lungenfell sowie im Herzbeutel (Pleura- und Perikardergüsse), Bewusstseinstrübungen, verlangsamtem Herzschlag, niedrigem Blutdruck (Hypotonie).
In schweren Fällen können im weiteren Verlauf Kreislauf- und Nierenversagen sowie schwere Blutungen und Gehirnbeteiligung im Sinne einer Enzephalopathie auftreten.
Inkubationszeit: zwischen 6–21 Tagen.
Vorkommen: vorrangig in Westafrika, Zentralafrika.
Affenpocken
Die Viruserkrankung kann durch Kontakt mit Affen und Nagetieren (in erster Linie Eichhörnchen) ausgelöst werden und zeigt eine pockenähnliche Symptomatik. Der Erreger der Affenpocken ist das Orthopoxvirus simiae. Die Infektion findet über die Atemwege als Tröpfcheninfektion (Kontakt mit Speichel oder abgesonderten Sekreten von infizierten Affen), verletzte Haut (Bisse) oder Verzehr von infiziertem Affenfleisch statt. Sehr selten wurde auch von Übertragungen von Mensch zu Mensch berichtet. Die Infektionsrate ist gering.
Symptome: Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Hautausschlag und selten unproduktiver Husten. In einigen Fällen können Zysten auftreten.
Inkubationszeit: zwischen 7–21 Tagen, i.d.R. 10–14 Tage.
Vorkommen: in den tropischen Regenwaldgebieten Zentral- und Westafrikas (Sierra Leone, Liberia, DR Kongo, Elfenbeinküste, Kamerun, Nigeria, Gabun). Die Affenpocken traten auch in Europa (Niederlande, Dänemark) und den USA auf, allerdings bisher nur bei importierten Affen.
Cholera
Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Sicheres Trinkwasser ist abgekocht oder kommt aus verschlossenen Flaschen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Sichere Nahrung wurde erhitzt oder stammt aus (selbst)abgeschälten Früchten
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).
Klima
Allgemein
Tropisches Klima mit der Regenzeit von Mai bis Oktober. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt zwischen 5.080 mm entlang der Küste und 2.160 mm im nördlichen Landesinneren. In der Trockenzeit weht der heiße Harmattan aus der Sahara. Die Temperatur in Freetown liegt zwischen 21 und 31 °C. Die beste Reisezeit ist von November bis April.
Klimatabelle
Klimastation Freetown-Lunghi (Flughafen)
Höhe über NN in m: 25
Geographische Position: 13° 12’ W, 8° 37’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 30,8 | 30,7 | 31,0 | 31,4 | 30,9 | 29,5 | 28,1 | 27,7 | 28,7 | 29,7 | 30,4 | 30,5 |
Temp. ø Min. (°C) | 22,2 | 23,3 | 24,1 | 24,6 | 23,8 | 23,0 | 22,8 | 22,8 | 22,8 | 22,6 | 23,1 | 22,6 |
Regentage | 0 | 0 | 1 | 3 | 12 | 21 | 25 | 25 | 22 | 19 | 8 | 2 |
Niederschlag (mm) | 2 | 4 | 8 | 48 | 192 | 349 | 690 | 789 | 501 | 300 | 110 | 23 |
Sonnenstunden ø | 7,6 | 7,9 | 7,6 | 7,1 | 6,3 | 5,4 | 3,5 | 2,9 | 4,4 | 6,0 | 6,7 | 6,9 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Stürme
Trockene Sandstürme und Staubstürme aus der Sahara von November bis Mai.
Epidemien
Es besteht eine hohe Epidemiegefahr.
Weitere Gefahren
In Folge von heftigen Niederschlägen und Überschwemmungen kann es zu Erdrutschen kommen.