Tschad
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: N’Djamena, 1.092.000 Einwohner, Metropolregion 1.518.988
Fläche: 1.284.000 km²
Einwohnerzahl: 13,2 Millionen
Währung: CFA-Franc BEAC (XAF) (keine Unterteilung)
Staatsform: Republik
Amtssprache: Arabisch und Französisch
Religion: 50 % Moslems, vor allem in den nördlichen und zentralen Regionen, 25 % Christen, 25 % folgen Naturreligionen. Zudem gibt es v. a. im Süden zahlreiche Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen.
Bevölkerungsdichte: 10,28 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+1
Telefon-Vorwahl: +235
Netzspannung: 220 V
Gefahrenindex: 0
Visumpflicht: ja
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Das Binnenland Tschad liegt im Norden Zentralafrikas und grenzt im Norden an Libyen, im Westen an Niger, Nigeria und Kamerun, im Süden an die Zentralafrikanische Republik und im Osten an den Sudan.
Infrastruktur
Internationale Verbindungen an den Flughafen N'Djamena (NDJ). Inlandsflüge werden angeboten. Ein Schienennetz oder Fähren sind nicht vorhanden.
Das Straßennetz ist in einem sehr schlechten Zustand. Taxis, Minibusse sowie Mietwagen sind in den größeren Städten vorhanden.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
11. August: Unabhängigkeitstag (von Frankreich 1960)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
8.(+9.) März: Internationaler Tag der Frauen
20. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
6. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
27. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
25. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
1.(+2.) November: Allerheiligen
28. November: Tag der Republik
1. Dezember: Tag der Freiheit und Demokratie
25. Dezember: Weihnachten
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
11. August: Unabhängigkeitstag (von Frankreich 1960)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
8. März: Internationaler Tag der Frauen
9. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
29. März: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
16.-17. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
14. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
1. November: Allerheiligen
28.(+29.) November: Tag der Republik
1. Dezember: Tag der Freiheit und Demokratie
25. Dezember: Weihnachten
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
11. August: Unabhängigkeitstag (von Frankreich 1960)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
27. Februar: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
8. März: Internationaler Tag der Frauen
17. April: Ostermontag
1. Mai: Tag der Arbeit
5. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
3. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
1. November: Allerheiligen
28. November: Tag der Republik
1. Dezember: Tag der Freiheit und Demokratie
25. Dezember: Weihnachten
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 2020
Polizei: 17
Feuerwehr: 18
Küstenwache: -
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Private Festnetztelefone sind nur sehr wenig verbreitet, die Telekommunikationsinfrastruktur ist insgesamt schlecht ausgebaut. Manche Gespräche müssen über die Vermittlung geführt werden.
Der Mobilfunk beschränkt sich auf die Umgebung von N'Djamena und auf die großen Städte im Süden des Landes. Roaming-Verträge bestehen mit Mobilfunkgesellschaften u.a. aus Deutschland und der Schweiz. Hier aktuelle Infos zur konkreten GSM-Netzabdeckung.
Internet
Öffentlichen Internet-Zugang gibt es in N’Djamena.
Strom / Elektrizität
220 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: D, E und F.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”.
Steckertyp D
Steckertyp E
Steckertyp F
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Internationale Verbindungen u.a. mit Air France oder Afriqiyah Airways ab Paris oder mit Cameroon Airlines und Ethiopian Airlines an den Flughafen N'Djamena (NDJ). Inlandsflüge werden angeboten.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: CFA-Franc BEAC (XAF) (keine Unterteilung)
Banköffnungszeiten: Mo-Do und Sa 7-13.15 Uhr, Fr 7-12 Uhr.
Es gibt derzeit kaum Geldautomaten im Tschad. Kreditkarten werden nur in zwei großen Hotels in N'Djamena und bei Air France akzeptiert. Wegen häufiger Betrugsfälle sollten Kreditkarten mit Vorsicht verwendet werden. Kleine Mengen der Landeswährung können bei verschiedenen Banken über Kreditkarten abgerechnet werden. Travellerschecks (möglichst in Euro) werden nicht überall akzeptiert. Reisende müssen auf jeden Fall eine Quittung über den Kauf der Reiseschecks vorlegen, um sie einlösen zu können.
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Einreisevorschriften unterliegen der Länderhoheit. Die WHO spricht orientierende Empfehlungen aus ( ITH), von denen Zollbehörden insbesondere bei Epidemien (Cholera u.a.) abweichen können.
Gelbfieber
Hinweis des Auswärtigen Amts: “Nach Anweisungen des Ministeriums für öffentliche Gesundheit des Tschad ist für Einreisende ab dem Alter von neun Monaten der Nachweis einer Gelbfieberimpfung verpflichtend. Bei Nicht-Vorliegen können Einreisende einer obligatorischen Impfung durch die an den Grenzübergängen eingerichteten Stellen des Internationalen Impfzentrums unterzogen werden.” (AA, Stand 22.10.2024)
Empfohlene Impfungen
Tetanus
Diphtherie
Keuchhusten
Polio
Bitte beachten Sie, dass laut WHO Einwohnern und Langzeitreisenden über 4 Wochen eine Impfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung) 4 Wochen bis 12 Monate vor Ausreise benötigen. Falls Sie kürzer als 4 Wochen im Land sind, ist ein vollständiger Impfschutz gegen Poliomyelitis empfohlen.
Hepatitis A
Gelbfieber (bei Aufenthalten südlich der Sahara)
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten und Langzeitaufenthalten
Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen
Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten
Meningokokkenmeningitis - Tschad liegt im afrikanischen Meningitisgürtel - Risiko besonders von Dezember bis Mai
Chikungunya-Impfung (siehe Merkblatt des Auswärtigen Amts)
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Aufgrund der hygienischen Verhältnisse, der begrenzten apparativen Ausstattung und des Arzneimittelmangels entspricht die Lage in den öffentlichen Krankenhäusern nicht europäischem Standard, so dass die medizinische Grundversorgung nur sehr beschränkt gewährleistet ist. In N'Djamena gibt es nur wenige Krankenhäuser, die überhaupt, und auch dann nur in äußersten Notfällen, aufgesucht werden können.
Die Mitnahme einer ausreichend bestückten Reiseapotheke, die nicht nur regelmäßig benötigte Arzneimittel, sondern auch Medikamente für gängige Reiseerkrankungen sowie eigenes Verbandsmaterial und sterile Wegwerfspritzen beinhaltet, wird dringend empfohlen. Ebenso ein ausreichender, weltweit gültiger Auslandskrankenversicherungsschutz mit eingeschlossener Reiserücktransportversicherung.
Die US-amerikanische Botschaft in N'Djaména stellt auf ihrer Website eine Liste mit Ärzten und medizinischen Institutionen zur Verfügung (nur zu Informationszwecken, nicht als Empfehlung gedacht).
Das französische “Centre Médico-Social” (CMS) bietet auch ausländischen Reisenden eine allgemeinmedizinische Erstversorgung an: Centre Médico-Social (CMS): c/o Ambassade de France, 235, Rue de la Gendarmerie (B. P. 898) N'Djaména. Tel.: +235 22 522837. Mobiltel.: +235 63 300178, +235 63 319678.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Fieberhafte Erkrankung, die durch Viren verursacht wird. Die gefürchteten Lähmungserscheinungen können auftreten, wenn die Viren die graue Substanz des Rückenmarks oder Stammhirns befallen. Dabei bevorzugen sie diejenigen Zellen, die für die willkürlichen Bewegungen des Menschen verantwortlich sind. Dadurch können Lähmungen verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, meistens durch Schmierinfektion. Es erkranken vornehmlich Kinder, aber es können auch Erwachsene erkranken.
Eine Impfung gegen die Kinderlähmung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Symptome: oft ohne spezifische Symptome; manchmal treten grippeähnliche Beschwerden auf wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopfweh, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche. Im weiteren Verlauf können die Viren das Gehirn und Rückenmark befallen, so dass es zu Lähmungen kommen kann. Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich.
Inkubationszeit: zwischen 3- 14 Tagen.
Vorkommen: verstärkt in Afghanistan, Pakistan und Nigeria.
Bilharziose (Schistosomiasis)
Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.
Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.
Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.
Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Gelbfieber
Gelbfieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten (Ägyptische Tigermücke, Aedes aegypti) übertragen wird. Bei schwerem Verlauf endet sie in mehr als jedem zweiten Fall tödlich. Aus diesem Grund ist eine vorbeugende Impfung gegen die Infektion sehr wichtig. Bei der Ein- und Ausreise in manche Länder ist sie sogar zwingend vorgeschrieben.
Symptome: es kommt zu hohem Fieber, Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Bei schweren Krankheitsverläufen kommt es zu Blutungen und Störungen der Leberfunktion mit Gelbsucht - daher der Krankheitsname. Diese sind lebensbedrohlich.
Inkubationszeit: i.d.R. 3–6 Tage.
Vorkommen: vor allem in wärmeren Regionen Afrikas und Südamerikas.
Bakterielle Meningitis (Hirnhautentzündung)
Die bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, gilt als die "klassische" Form der Hirnhautentzündung. Eine Meningitis kann aber auch andere Ursachen haben. Häufig entsteht sie auch durch eine Virus-Infektion, z.B. bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Eine durch Bakterien verursachte Hirnhautentzündung verläuft in vielen Fällen gravierender als eine rein virusbedingte. Neben einer Reihe anderer Keime, wie z.B. Pneumokokken, gehören Meningokokken zu den typischen Erregern der bakteriellen Meningitis. Säuglinge sind häufiger betroffen als andere Altersgruppen. Einen gewissen Schutz vor einer bakteriellen Meningitis bietet die Impfung gegen Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae.
Symptome: sehr starke Kopfschmerzen; Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schweres allgemeines Krankheitsgefühl.
Bei schweren Krankheitsverläufen: Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle, Erstarrung des Körpers und Koma.
Schwere, lebensbedrohliche Krankheitsverläufe können sich innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Inkubationszeit: zwischen 2–10 Tagen, i.d.R. 3–4 Tage.
Vorkommen: In den gemäßigten Zonen kommt es während der Wintermonate zu den meisten Erkrankungen. Örtlich begrenzte Ausbrüche entstehen an überfüllten, geschlossenen Orten (zum Beispiel in Wohnheimen oder Militärbaracken) und bei Menschenansammlungen. In Afrika gibt es einen sog. Afrikanischen Meningitisgürtel. Dieser erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien. Hier treten während der trockenen Jahreszeit (von November bis Juni) immer wieder große Ausbrüche und Epidemien auf. Ein regionales Risiko besteht bei Großveranstaltungen wie z.B. in Mekka (Saudi-Arabien) bei der jährlichen Hadsch.
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
Filariose
Die Filariose ist eine tropische Erkrankung. Die Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit verschiedenen Arten von Fadenwürmern (Filarien), welche durch den Stich einer Mücke oder Bremse auf den Menschen übertragen werden.
Symptome: Entzündung und Schwellung der Lymphknoten, Lymphgefäße und Ödeme.
Inkubationszeit: mehrere Monate bis Jahre.
Vorkommen: hauptsächlich in tropischen Ländern.
Cholera
Cholera ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Übertragen wird sie meist durch verunreinigtes Trinkwasser. In vielen Fällen kann sie zu schweren Durchfällen mit lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen.
Symptome: starker, wässriger Durchfall und Erbrechen; bei schwerem Krankheitsverlauf droht ein massiver Flüssigkeitsverlust, der rasch zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung führen kann.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: vor allem in Entwicklungsländern, in denen es an Trinkwasserhygiene mangelt. Insbesondere Regionen in Afrika und Südostasien.
Leishmaniose (Orientbeule)
Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.
Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).
Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.
Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).
Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.
Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Sicheres Trinkwasser ist abgekocht oder kommt aus verschlossenen Flaschen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Sichere Nahrung wurde erhitzt oder stammt aus (selbst)abgeschälten Früchten
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).
Klima
Allgemein
Im Tschad gibt es drei Klimazonen. Der Süden ist subtropisch mit einer Regenzeit von Mai bis November und einer Trockenzeit von September bis April. Die Zentralregion liegt in der Sahelzone mit einer kurzen Regenzeit zwischen Juni und September und einer langen Trockenzeit. Der Norden reicht in die Sahara mit Wüstenklima. Hier weht der heiße und trockene Harmattan, und Dürreperioden treten auf.
Die durchschnittliche Temperatur schwankt zwischen 14 und 35 °C im Dezember und 23 bis 42 °C im August.
Klimatabelle
Klimastation N’Djamena (ehem. Fort Lamy)
Höhe über NN in m: 295
Geographische Position: 15° 2’ E, 12° 8’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
32,4 | 35,2 | 38,7 | 41,0 | 39,9 | 37,2 | 33,5 | 31,6 | 33,7 | 36,9 | 35,8 | 33,5 | |
Temp. ø Min. (°C) | 14,3 | 16,6 | 21,0 | 24,8 | 25,8 | 24,7 | 23,1 | 22,4 | 22,7 | 21,8 | 17,8 | 14,8 |
Regentage | 0 | 0 | 0 | 1 | 4 | 5 | 11 | 13 | 8 | 2 | < 1 | 0 |
Niederschlag (mm) | 0 | 0 | 1 | 10 | 26 | 50 | 144 | 174 | 84 | 20 | < 1 | 0 |
Sonnenstunden ø | 9,7 | 10,1 | 9,3 | 9,0 | 9,0 | 8,6 | 6,8 | 6,5 | 7,5 | 9,1 | 10,1 | 10,1 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | h + t | h + t | h + t | h + t | zs | s | s | s | s | zs | h + t | h + t |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Extreme Hitze
Teilweise kommt es in Regionen zu Temperaturen von über 40 °C, die zu Einschränkungen im öffentlichen Leben und im Infrastrukturbereich (Verkehrswesen, Wasser- und Stromversorgung) führen können.
Verhaltenstipps
Ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees sowie eher leichte Speisen zu sich nehmen. Durch das Schwitzen verliert der Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente. Diese können durch Mineraldrinks wieder ersetzt werden. Es empfiehlt sich, helle, luftige Kleidung aus Naturfasern zu tragen. Bei direkter Sonneneinstrahlung sollten vor allem Kinder eine Kopfbedeckung tragen. Überanstrengungen sollten vermieden werden.
Dürren
Es besteht eine hohe Dürregefahr.
Epidemien
Es besteht eine hohe Epidemiegefahr.
Weitere Gefahren
Heiße, trocken-staubige Stürme (Harmattan) können insbesondere in der Sahelzone im Zentrum des Landes und in der Sahara im Norden vorkommen.