Tunesien
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Tunis, 728.453 Einwohner
Fläche: 163.610 km²
Einwohnerzahl: 11.299.400
Währung: 1 Tunesischer Dinar (TND) = 1.000 Millimes
Staatsform: Republik
Amtssprache: Arabisch
Religion: 98 % sunnitische Muslime, wenige Juden und Christen
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+1 MEZ
Telefon-Vorwahl: +216
Netzspannung: 230 V
Gefahrenindex: 0
Visumpflicht: nein
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Tunesien liegt im Norden Afrikas zwischen Algerien im Westen, Libyen im Osten und dem Mittelmeer im Norden.
Infrastruktur
Internationale Verbindungen an die Flughäfen Tunis (TUN) (Carthage International), Djerba (DJE) (Melita), Monastir (MIR) (Skanes), Sfax (SFA), Tozeur (TOE) (Nefta), Gafsa-Ksar (GAF) und Tabarka (TBJ) (7 Novembre). Inlandsflüge werden angeboten.
Fähren verbinden die größten Häfen miteinander, das Schienennetz sowie das Straßennetz sind gut ausgebaut. Taxis, Busse und Mietwagen sind in allen größeren Städten vorhanden.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
20. März: Unabhängigkeitstag (1956 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
20.-22. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
9. April: Tag der Märtyrer
1. Mai: Tag der Arbeit
27.-28. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
16. Juni: Islamisches Neujahr
25. Juli: Tag der Republik
13. August: Tag der Frauen
25. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
15. Oktober: Tag der Evakuierung
17. Dezember: Tag der Revolution und der Jugend
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
20. März: Unabhängigkeitstag (1956 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
9.-11. März: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
9. April: Tag der Märtyrer
1. Mai: Tag der Arbeit
16.-17. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
6. Juni: Islamisches Neujahr
25. Juli: Tag der Republik
13. August: Tag der Frauen
14. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
15. Oktober: Tag der Evakuierung
17. Dezember: Tag der Revolution und der Jugend
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
20. März: Unabhängigkeitstag (1956 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
26.-28. Februar: Eid al-Fitr (Fest des Fastenbrechens)
9. April: Tag der Märtyrer
1. Mai: Tag der Arbeit
5.-6. Mai: Eid al-Adha (Opferfest)
25. Mai: Islamisches Neujahr
25. Juli: Tag der Republik
3. August: Mawlid an-Nabi (Geburtstag des Propheten Mohammed)
13. August: Tag der Frauen
15. Oktober: Tag der Evakuierung
17. Dezember: Tag der Revolution und der Jugend
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 190
Polizei: 197
Feuerwehr: 198
Küstenwache: -
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Telefon / Mobilfunk
Festnetz-Infrastruktur ist vorhanden. Es gibt zahlreiche öffentliche Telefone, ähnlich den deutschen Telefonzellen, die entweder mit “Publitel” oder “Taxiphone” gekennzeichnet sind.
Das Mobilfunknetz deckt weite Teile des Landes ab, ausgenommen den Wüstengebieten im Süden und Südwesten. Aktuelle Infos zur konkreten GSM-Netzabdeckung.
Internet
Internetcafés gibt es in den meisten Städten und größeren Ortschaften.
Strom / Elektrizität
230 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: C und E.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der “International Electrotechnical Commission”.
Steckertyp C
Steckertyp E
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Internationale Verbindungen u.a. mit Tunis Air, europäischen und internationalen Airlines ab vielen europäischen Flughäfen an die Flughäfen Tunis (TUN) (Carthage International), Djerba (DJE) (Melita), Monastir (MIR) (Skanes), Sfax (SFA), Tozeur (TOE) (Nefta), Gafsa-Ksar (GAF) und Tabarka (TBJ) (7 Novembre). Inlandsflüge werden angeboten.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: 1 Tunesischer Dinar (TND) = 1.000 Millimes
Banköffnungszeiten: Im Winter Mo-Fr 8-16, im Sommer Mo-Fr 7.30-13 Uhr.
Geld kann bei jeder größeren Bank während der üblichen Geschäftsstunden oder in den größeren Hotels umgetauscht werden. Geldumtausch auf der Straße ist verboten. An Automaten kann man mit gängigen internationalen Kreditkarten (MasterCard, Visa, American Express) und auch mit der EC-/Maestro-Karte Geld abheben. Allerdings hat es an einigen Bankautomaten Probleme mit der Maestro-Karte gegeben: Teilweise wurde gar kein Geld, teilweise nur geringe Beträge ausgegeben.
Achtung: Auch in Tunesien kommt es zu Fällen von Geldkartenkriminalität. Auch Falschgeld ist im Umlauf. So werden die Karten während des Bearbeitungsvorgangs am Automaten unbemerkt kopiert und anschließend Geld abgehoben. Ebenso werden Kreditkarten aus dem Hotel entwendet und nach Gebrauch unbemerkt zurückgelegt, so dass der Missbrauch erst nach der Rückkehr auffällt.
Vorsorge
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Tollwut
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Das Versorgungsniveau ist zumindest in Tunis gut. Viele gut ausgestattete Privatkliniken (Clinique International Hannibal, Polyclinique Les Berges du Lac, Clinique de la Soukra u.a.) sind auch Ziel von Patienten aus benachbarten afrikanischen Ländern. Außerhalb der Hauptstadt ist mit einigen Einschränkungen zu rechnen, vor allem in staatlichen Krankenhäusern (lediglich Basisversorgung, keine Pflegeleistungen, auch nicht für Touristen).
Mit Tunesien gibt es ein Sozialversicherungsabkommen, das die gegenseitige Abrechnung von medizinischen Behandlungskosten regelt. Alle Patienten mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) oder einem Auslandskrankenschein (ausgestellt von der deutschen Krankenkasse) werden in Arztpraxen und Krankenhäusern behandelt, wobei nicht alle Untersuchungen und Therapien durch den Leistungskatalog der Krankenkassen gedeckt sind und separat bezahlt werden müssen. Empfohlen wird daher der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt.
Die Medikamentenversorgung kann in Tunesien derzeit schwierig sein, vor allem bei Reisen in ländliche Gebiete sollten Reisende deshalb wegen einer medizinischen Unterversorgung eine Reiseapotheke mitnehmen, die neben Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Einwegspritzen und Verbandsmaterial enthält.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Hepatitis A
Hepatitis A ist eine durch das Hepatitis-A-Virus verursachte, ansteckende Leberentzündung. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen.
Das Virus wird im Stuhlgang ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt über die Aufnahme von Stuhl oder Stuhlresten beziehungsweise von damit verunreinigten Lebensmittel oder Trinkwasser über den Mund. Das Hepatitis A-Virus ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte und Desinfektions- sowie Reinigungsmitteln, daher kommt es zu einer großen Verbreitung.
Symptome: eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Dazu kommen eine allgemeine Erschöpfung und mitunter Schmerzen im Bereich der Leber, also im rechten Oberbauch.
Im Anschluss können die typischen Symptome einer Gelbsucht entstehen.
Inkubationszeit: zwischen 2–6 Wochen.
Vorkommen: dort, wo die sanitären Bedingungen schlecht und Trinkwasserkontrollen unzureichend sind. In Europa kommt das Hepatitis-A-Virus (HAV) im Süden häufiger vor als im Norden. In Ländern mit niedrigem Hygienestand sowie in tropischen und subtropischen Gebieten ist es weit verbreitet.
Hepatitis B
Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Hepatitis B ist eine ansteckende akute oder chronische Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird. Die Viren gelangen über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten in den Körper. Das Hepatitis B-Virus (HVB) kann die Leberzellen schädigen und zu Störungen der Organfunktion führen. Da Hepatitis B i.d.R. über sexuelle Kontakte übertragen wird, zählt sie zu den Geschlechtskrankheiten.
Eine Impfung kann gegen die Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) schützen
Symptome: Das Auftreten kann bis zu 6 Monate dauern. Dann kommt es zu: Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht. In etwa zehn Prozent der Fälle geht eine akute Hepatitis B in ein chronisches Stadium über, was schwerwiegende Komplikationen wie eine Leberzirrhose oder ein Leberzellkarzinom verursachen kann. Auch rund zehn Prozent derjenigen Infizierten, bei denen keine akute Hepatitis B aufgetreten war, entwickeln im weiteren Verlauf eine chronische Hepatitis B.
Inkubationszeit: zwischen 40–200 Tagen, i.d.R. 60–90 Tage.
Vorkommen: Besonders viele Infektionen sind im Osten Asiens, in Ost- und Zentralafrika und im Amazonasgebiet zu verzeichnen. Auch in Ost- und Zentraleuropa tritt Hepatitis B relativ häufig auf. In Westeuropa vergleichsweise selten. In Ländern mit geringeren medizinischen Standards ist das Risiko erhöht, sich über eine infizierte Blutkonserve oder über Spritzen und Kanülen anzustecken.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Typhus
Typhus ist eine hoch fieberhafte Infektionskrankheit in deren weiterem Verlauf mit Durchfall und teils schweren, den Darm betreffenden Komplikationen gerechnet werden muss, zum Beispiel dem Auftreten von Darmgeschwüren oder -durchbrüchen.
Man unterscheidet zwischen Typhus (Abdominaltyphus) und der typhusähnlichen Krankheit (Paratyphus) – sie ist die abgeschwächte Form. Typhus wird mit Antibiotika behandelt.
Besonders gefährdet für eine Infektion sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem, verminderter Magensäureproduktion oder entzündlichen Darmerkrankungen.
Symptome (Abdominaltyphus): uncharakteristische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Gliederschmerzen; innerhalb von zwei bis drei Tagen hohes Fieber, das langsam ansteigt und bis zu drei Wochen anhalten kann; allgemeines Krankheitsgefühl; Benommenheit, Bauchschmerzen, Husten, eventuell Verstopfung, ab der zweiten Woche Durchfall.
Selten auch: nicht juckende, stecknadelkopfgroße, rötliche Flecken auf Bauch, Brust und Rücken; dicker, weißlicher oder grauweißer Belag auf dem Hauptteil der Zunge, himbeerrote Zungenspitze und -ränder.
Symptome (Paratyphus): Der Krankheitsverlauf des Paratyphus ist ähnlich wie beim Typhus, die Symptome sind allerdings meist geringer ausgeprägt. Im Vordergrund stehen häufiger Übelkeit und Erbrechen, wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber bis 39 °C.
Inkubationszeit: 2–21 Tage, i.d.R. zwischen 10–14 Tagen.
Vorkommen: Der Typhus-Erreger kommt weltweit vor. Vor allem in Asien, insbesondere in Südostasien, finden sich Regionen mit erhöhtem Risiko sowie zunehmenden Antibiotikaresistenzen des Erregers. In Industrienationen treten Erkrankungen fast ausschließlich nach Fernreisen auf.
Bilharziose (Schistosomiasis)
Parasitäre Infektionskrankheit. Bei Kontakt (z.B. beim Baden, Waschen oder Trinken) können die Larven der Pärchenegel innerhalb weniger Minuten in die Haut eindringen. Von dort wandern sie dann über die Lymph- und Blutgefäße in die verschiedenen Organe und setzen sich dort fest.
Symptome: starker Juckreiz an der Eintrittsstelle mit Hautausschlag. Teilweise lebensbedrohliches Fieber; Kopf-, Glieder-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Es gibt verschiedene Arten von Pärchenegeln, die unterschiedliche Organsysteme beschädigen. Mögliche Auswirkungen sind: Beschwerden beim Wasserlassen, blutiger Urin, Durchfall, Leber-, Milz-, Lungen- und Hirnschäden.
Inkubationszeit: je nach den jeweiligen Beschwerden verschiedene Inkubationszeiten.
Vorkommen: fast überall in Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in einigen Teilen Südamerikas, der Karibik und Ostasiens.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Leishmaniose (Orientbeule)
Die Erreger dieser Infektionskrankheit werden von Sandmücken übertragen. Es können sowohl Menschen und Tiere erkranken. Die Leishmaniose tritt in verschiedenen Varianten auf.
Kutane (Haut-)Leishmaniose: befällt die Haut.
Symptome: schmerzlose Geschwüre, die i.d.R. von selbst wieder vergehen (Orientbeule, auch Aleppobeule bzw. Bagdadbeule genannt).
Mukokutane (Schleimhaut-)Leishmaniose: befällt Haut und Schleimhäute.
Symptome: Nasen- und Rachenbeschwerden (kommt vor allem in Südamerika vor). Erfordert meist eine Therapie.
Viszerale (Innere Organe) Leishmaniose: befällt die inneren Organe.
Symptome: Beschwerden in der Milz und Leber, aber auch im Knochenmark. Eine Therapie ist zwingend notwendig, es gibt lebensbedrohliche bis tödliche Verläufe (Dum-Dum-Fieber oder Kala Azar genannt).
Inkubationszeit: reicht von wenigen Wochen bis zu mehreren Jahren.
Vorkommen: weltweites Vorkommen in warmen Ländern. In Europa z.B. verstärkt im Mittelmeerraum (Frankreich, Spanien, Malta, Portugal, Italien, Türkei etc.). Weltweit vor allem im Nahen Osten, im Norden und Osten Afrikas, aber auch in warmen Regionen Südamerikas und in Asien, insbesondere in Indien.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Sicheres Trinkwasser ist abgekocht oder kommt aus verschlossenen Flaschen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Sichere Nahrung wurde erhitzt oder stammt aus (selbst)abgeschälten Früchten
Luft
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Luft in geschlossenen Innenräumen kann stark herabgekühlt sein und Schadstoffe enthalten (Insektizide).
Natürliche Umweltgefahren
Erdbeben
Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Stürme
In den Wüstengebieten können Sandstürme auftreten.
Extreme Hitze
Teilweise kommt es in Regionen zu Temperaturen von über 40 °C, die zu Einschränkungen im öffentlichen Leben und im Infrastrukturbereich (Verkehrswesen, Wasser- und Stromversorgung) führen können.
Dürren
Es besteht eine geringe Dürregefahr.
Klima
Allgemein
In Tunesien herrscht ein mediterranes Klima mit warmen Sommern (30 °C) und milden Wintern (15 °C) und gelegentlichen starken, aber kurzen Regenschauern in der Küstenregion im Norden des Landes. Im Wüstengebiet und in der Übergangszone zur Wüste ist es das ganze Jahr über heiß und trocken. Die durchschnittlichen Temperaturen in Tunis liegen zwischen 6 und 14 °C im Januar und 21 bis 33 °C im August.
Klimatabelle
Klimastation Tunis-Carthage
Höhe über NN in m: 3
Geographische Position: 10° 14’ E, 36° 50’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 15,3 | 16,5 | 18,3 | 20,5 | 24,6 | 28,6 | 31,9 | 32,3 | 29,4 | 24,6 | 20,1 | 16,0 |
Temp. ø Min. (°C) | 7,2 | 7,3 | 9,0 | 10,8 | 14,2 | 17,9 | 20,3 | 21,1 | 19,5 | 15,6 | 11,6 | 8,6 |
Regentage | 9 | 8 | 8 | 6 | 3 | 2 | < 1 | 1 | 4 | 6 | 6 | 8 |
Niederschlag (mm) | 63 | 51 | 50 | 44 | 25 | 13 | 4 | 8 | 38 | 72 | 63 | 63 |
Sonnenstunden ø | 5,2 | 6,0 | 6,9 | 7,9 | 9,9 | 10,7 | 12,0 | 11,1 | 8,8 | 7,1 | 6,2 | 5,0 |
Wasser-Temp. ø (°C) | 15 | 14 | 14 | 15 | 17 | 20 | 24 | 25 | 24 | 22 | 19 | 16 |
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | zs | s | s | zs | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken