Vietnam
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Hanoi (6.448.837 Einwohner)
Regierungsform: Sozialistische Republik
Fläche: 331.690 km²
Einwohnerzahl: 95.415.000
Währung: Neuer Dong (VND), 1 Dong = 10 Hào = 100 Xu
Staatsform: Sozialistisches Einparteiensystem
Amtssprache: Vietnamesisch
Religion: Buddhismus (70%), Hoa Hao, Christentum, Islam
Bevölkerungsdichte: 282 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+7
Telefon-Vorwahl: +84
Netzspannung: 127 und 220 V, 50 Hz
Gefahrenindex: 2-3
Visumpflicht: Ja
Reisepass erforderlich: Ja
Lage
Geographische Einordnung
Vietnam erstreckt sich über 1750 Kilometer in nord-südlicher Richtung und ist an seiner schmalsten Stelle 60 Kilometer breit. Im Norden grenzt es an China, im Westen an Kambodscha und Laos. Der Osten und Südosten werden vom Südchinesischen Meer, im äußerste Südwesten vom Golf von Thailand begrenzt.
Das Landschaftsbild ist von Flüssen geprägt und lässt sich grob in 3 Gebiete einteilen. Tongking, Annam und Cochinchina, die von Norden nach Süden sich aneinander reihen.
Im Norden im Tongkingdelta befindet sich das Mündungsgebiet des roten Flusses, im Süden ist das Delta des Mekongs die beherrschende Landschaft. Dazwischen, in der schmalen Mitte Vietnams liegt Annam, welches von Bergen und Hochland geprägt ist.
Das ganze Land war ursprünglich von Wald bedeckt, heute nur noch zu einem Viertel, was dem Krieg in den 1960er und 1970er Jahren und dem Entlaubungsmittel der US-Amerikaner geschuldet ist. Die verbliebenen Regenwälder sind dicht und unerschlossen.
Infrastruktur
Vietnam hat 3 internationale Flughäfen, Noi Bai International Airport (HAN),Tan Son Nhat International Airport (SGN) und Da Nang International Airport (DAD), Inlandsflüge werden angeboten, ebenso Fährverbindungen zwischen den Häfen.
Das Eisenbahn - sowie das Straßennetz ist recht gut ausgebaut. Die Straßen im Landesinneren und Norden sind schlechter als an der Küste und in der Regenzeit häufig überschwemmt.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
2. September: Unabhängigkeitstag (1945 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
16. - 20. Februar: Tet (Vietnamesisches Neujahr)
26.+27. April: Tag der Hung-Könige + Feiertag
30. April: Tag der Wiedervereinigung
1. Mai: Tag der Arbeit
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
2.(+3.) September: Unabhängigkeitstag (1945 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1. Januar: Neujahr
5. - 11. Februar: Tet (Vietnamesisches Neujahr)
16. April: Tag der Hung-Könige
30. April: Tag der Wiedervereinigung
1.(+3.) Mai: Tag der Arbeit
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
2.(+4.) September: Unabhängigkeitstag (1945 von Frankreich)
Weitere Feiertage:
1.(+3.) Januar: Neujahr
26. - 30. Januar: Tet (Vietnamesisches Neujahr)
4. April: Tag der Hung-Könige
30. April: Tag der Wiedervereinigung
1.(+2.) Mai: Tag der Arbeit
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 113
Polizei: 113
Feuerwehr: 114
Ambulanz: 115
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Internet
Internet ist sowohl über Kabel als auch mobil landesweit in allen erschlossenen und besiedelten Gebieten verfügbar. Lücken bestehen lediglich in abgelegenen Urwaldregionen.
Die wichtigsten Anbieter sind Viettel Telecom und Vinaphone (VNPT).
In den Städten und den meisten Orten gibt es Internet-Cafés, zudem bieten immer mehr private und öffentliche Einrichtungen (teils kostenloses) WLAN an.
Die staatliche Kontrolle über das Internet ist groß. Es kann zu spontanen Sperren einzelner Seiten oder gesamter Netzwerke kommen. Zudem kann der Staat von Unternehmen Nutzerdaten zur Auswertung verlangen. Das Kritisieren online der vietnamesischen Regierung, des Staates oder des Landes steht unter Strafe und sollte unbedingt vermieden werden.
Telefon / Mobilfunk
Sowohl Festnetz als auch Mobilfunk sind landesweit in allen erschlossenen und besiedelten Gebieten verfügbar. Lücken bestehen lediglich in abgelegenen Urwaldregionen.
Die wichtigsten Anbieter sind Viettel Telecom, Vinaphone (VNPT) und Mobifone.
Erkundigen Sie sich bei ihrem Anbieter nach bestehenden Raoming-Abkommen oder Auslandstarifen.
Ansonsten kann man auch in Vietnam Mobiltelefone mieten oder kaufen, ebenfalls sind SIM-Karten erwerbbar.
In den Städten sowie in kleineren Siedlungen meist vor den Postämtern gibt es teilweise noch Kartentelefone. Karten kann man auf Postämtern, in Geschäfte und u.U. auch in Restaurants oder Hotels erhalten.
Strom / Elektrizität
127/220 V, 50 Hz. Übliche Netzsteckertypen: A, C, G.
Ein Steckdosenadapter ist empfohlen.
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.
Steckertyp A
Steckertyp C
Steckertyp G
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Der vietnamesische Luftverkehr gewinnt mit stetigem Wirtschaftswachstum des Landes immer mehr an Bedeutung. Ebenfalls steigt die Qualität der Terminals und der Flotten. Heute fliegen 35 ausländische Fluggesellschaften nach Vietnam. Es existieren insgesamt über 16 Inlandsflugstrecken und 26 internationale Flugrouten. Die internationalen Flughäfen sind in Ho Chi Minh City, Hanoi, Danang, die nationalen Flughäfen in Phu Quoc, Danang, Nha Trang, Dalat, Quy Nhon,Ho Chi Minh City, Hanoi, Hue.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährung: Neuer Dong (VND), 1 Dong = 10 Hào = 100 Xu
Banköffnungszeiten: Mo - Fr 08.00 - 11.30 Uhr und 13.00 – 15.00 Uhr, Sa 8.00 Uhr - 13.00 Uhr (Abweichungen möglich.
Die Ein- und Ausfuhr der vietnamesischen Landeswährung ist nicht gestattet. Fremdwährung ist in unbegrenzter Höhe erlaubt. Wechselmöglichkeiten finden sich am Flughafen, Banken, Wechselstuben und Juweliergeschäften. Auch Reiseschecks werden akzeptiert. Mit der ec Karte (Maestro) oder Kreditkarten von Visa oder Mastercard lässt sich Bargeld abheben, was jedoch mit Gebühren verbunden ist. Die ec Karte schneidet hier bei den Kosten günstiger ab.
Mit der ec Karte ist das Bezahlen in Vietnam nicht möglich. Kreditkarten von Visa, Mastercard oder American Express werden in vielen Einkaufszentren, gehobenen Restaurants, großen Hotels und bei Autovermietungen als Zahlungsmittel akzeptiert. Die Kreditkartenzahlung ist nicht so verbreitet in Vietnam, hier steht Bargeld nach wie vor an erster Stelle. In kleinen Städten oder im Hinterland sollte man nicht ohne Bares unterwegs sein.
Für die Zahlung mit Kreditkarte fallen nicht unerhebliche Gebühren an. Da ist zum einen das Auslandseinsatzentgelt der kartenausgebenden Banken und Sparkassen und zum anderen berechnen auch die Akzeptanstellen oft eine Gebühr, die zwischen 1 und 5 % des Zahlbetrages ausmacht. Erkundigen Sie sich vor der Abreise bei Ihrer Bank nach den Gebühren.
Internationaler Kartensperr-Notruf für alle Geldkarten: +49 116 116
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Typhus-Impfung bei Risikoreise (Hygienemängel)
Japan-Enzephalitis-Impfung bei längeren Individualreisen in ländlichen Regionen während der Hauptübertragungszeit (z. B. Monsunzeit)
Tollwut-Impfung, bes. bei Aufenthalt in abgelegenen Regionen
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Lande ist mit der in Europa nicht zu vergleichen. Sie ist vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Hanoi und HCMC gibt es jeweils ein franko-vietnamesisches Krankenhaus, das über einen etwas besseren Standard verfügt. Einige internationale Kliniken (Family Medical Practice, SOS International) sind oftmals erste Anlaufstellen für erkrankte Besucher bzw. Touristen.
Rücksprache mit dem zuständigen Krankenversicherungsträger vor Reisebeginn bzw. Abschluss einer Reisekrankenversicherung und einer zuverlässigen Reiserückholversicherung wird dringend empfohlen. Es muss damit gerechnet werden, dass der Patient für die anfallenden Behandlungskosten zunächst in Vorlage treten muss.
Lassen Sie sich vor einer Reise nach Vietnam durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle bzw. einen Tropen- oder Reisemediziner beraten, siehe beispielsweise www.dtg.org. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Vietnam bewusst sein.
Infektionen / Krankheiten
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
Denguefieber
Denguefieber ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Mückenarten übertragen wird. Man findet sie vor allem in wärmeren Regionen der Erde.
Symptome: mehrtägiges Fieber sowie starke Muskel- und Knochenschmerzen. Die möglichen Komplikationen sind beim Denguefieber besonders zu beachten. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhöhte Blutungsneigung, seltener auch schwere innere Blutungen und/oder Kreislaufschock einstellen.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 10 Tagen.
Vorkommen: kommt vor allem in Südostasien, Teilen von Asien (Indien, Pakistan, Afghanistan), Süd- und Mittelamerika, Afrika und Australien vor.
Prophylaxe: Moskito-Netze, lange Kleidung und Insektenspray wird unbedingt empfohlen.
Impfungen: Eine Impfung ist möglich, wird seitens der STIKO jedoch nur für eine eng begrenzte Personengruppe empfohlen.
Malaria
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber) ist eine Infektionskrankheit. Ursache der Malaria sind winzige Parasiten: Plasmodien. Sie werden von der Anopheles-Mücke übertragen.
Symptome: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Schweißausbrüche und schweres allgemeines Krankheitsgefühl, oft auch Durchfall und Erbrechen.
Vor allem Malaria tropica kann schwere Organkomplikationen wie Koma, Schock und Nierenversagen auslösen und ist ohne Therapie bei nicht–immunen Menschen – also Touristen – rasch lebensgefährlich. Malaria tertiana und Malaria quartana verlaufen meist milder und über einen längeren Zeitraum.
Inkubationszeit: mind. 7 Tage bei Malaria tropica, bei den weniger gefährlichen Varianten Malaria tertiana und quartana eventuell länger.
Vorkommen: in tropischem und subtropischem Klima. Risiko der Übertragung ist besonders hoch in der Umgebung von stehenden Gewässern oder an Gewässern mit geringer Fließgeschwindigkeit.
Je nach Niederschlagsmenge und Saison kann es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen.
HIV/AIDS
Diese Erkrankung des Immunsystems wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem HI-Virus (HIV). Der Erreger wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, verunreinigte Blutkonserven, Nadelstichverletzungen und verunreinigtes Drogenbesteck übertragen. Es schwächt das Immunsystem, wodurch die Patienten anfälliger für andere Krankheiten werden. Medikamente können die Lebenserwartung von Menschen mit AIDS verlängern. Heilbar ist diese Krankheit bisher nicht.
Symptome: HIV-Symptome variieren je nach Stadium der Erkrankung und werden in drei Klassen (A, B und C) unterteilt. Im Anfangsstadium verursacht eine HIV-Infektion grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Abgeschlagenheit, die nach einiger Zeit aber oft selbstständig verschwinden und somit häufig falsch gedeutet werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit beginnt die körpereigene Abwehr mit Hilfe der Bildung von Antikörpern, welche versuchen den Erreger zu bekämpfen. Im Falle einer HIV-Infektion gelingt es dem menschlichen Immunsystem lediglich, das Ausmaß der Krankheit zu verringern – diese aber nicht zu bekämpfen. Im Laufe der Zeit vermehrt sich das Virus oft still und heimlich im Körper der Betroffenen und schädigt innere Organe wie den Darm in großem Ausmaß. Zudem steigt die Anfälligkeit für Krankheiten enorm. Erfolgt keine Therapie mit bestimmten Medikamenten ist das Immunsystem früher oder später machtlos. Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall oder verschiedene Krebsarten entstehen problemlos. Erst dann spricht man von AIDS.
HIV-Symptome müssen nicht zwangsläufig in AIDS-Symptome übergehen. Wird die Infektion rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann ein AIDS-Ausbruch verhindert werden.
Vorkommen: AIDS ist eine weltweit auftretende Erkrankung; ein Großteil der Infizierten lebt in Afrika.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Japanische Enzephalitis
Die japanische Enzephalitis ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, eine Gehirnhautentzündung nach einem Mückenstich. Grundsätzlich kann die japanische Enzephalitis in jedem Alter auftreten.
Symptome: i.d.R. keine schweren Krankheitssymptome. Nur bei ca. 1 von 250 Fällen kommt es zu einer schweren Erkrankung mit Fieber, Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit, Verwirrtheit, Krampfanfällen und Lähmungen bis zum Koma.
Inkubationszeit: zwischen 5–15 Tagen.
Vorkommen: hauptsächlich in asiatischen Länder, im westlichen Pazifikraum und gelegentlich in Australien (Torres Strait und nördl. Queensland). Betroffen sind besonders ländliche Gebiete, in denen Schweinezucht und Reisanbau betrieben werden.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Tuberkulose
Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.
Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.
Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.
Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose, aber hochansteckende Viruserkrankung. Sie betrifft meist Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann ganzjährig auftreten, ist jedoch vor allem im Spätsommer und Herbst besonders häufig.
Symptome: beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie Fieber, Leistungsschwäche, Halsschmerzen, Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit. Etwa ein bis zwei Tage nach Auftreten des Fiebers entwickeln sich im Mundraum schmerzhafte rote Punkte. Diese Stellen befinden sich vor allem im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut oder auch um den Mund herum. Sie wandeln sich nach kurzer Zeit in kleine Bläschen oder oberflächliche Geschwüre (Aphten) um. Etwa zeitgleich oder wenige Stunden nach dem Auftreten der roten Punkte im Mundraum entwickelt sich an Händen und Füßen ein Ausschlag mit Bläschen, die ein Sekret absondern, in dem viele Viren stecken. Dadurch können die Viren problemlos auch an andere Körperstellen gelangen.
In 20% der Fälle verläuft die Krankheit symptomlos.
Inkubationszeit: zwischen 2–35 Tagen, i.d.R. zwischen 7–14 Tagen.
Vorkommen: insbesondere im westpazifischen Raum (u.a. Malaysia, Singapur, China, Japan). Grundsätzlich gibt es den Erreger jedoch weltweit.
Zika-Virus
Das Zika-Virus (ZIKV) ist ein erstmals in Ostafrika nachgewiesenes Virus, das von Stechmücken übertragen wird. Während eine Zika-Infektion für gesunde Erwachsene überwiegend ungefährlich ist und meist keine oder nur milde Symptome auslöst, kann eine Infektion während der Schwangerschaft bei dem Fötus schwere Schäden verursachen.
Übertragen wird das Virus hauptsächlich von der Gelbfiebermücke, auch bekannt als Ägyptische Tigermücke.
Symptome: Fieber (daher auch die Bezeichnung "Zika-Fieber"), knotig-fleckiger Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
Selten auch: Muskel- und Kopfschmerzen sowie Erbrechen.
Inkubationszeit: i.d.R. zwischen 3–12 Tagen.
Vorkommen: in allen tropischen und manchen subtropischen Ländern. Epidemisch derzeit vor allem im tropischen/subtropischen Süd- und Mittelamerika, einschließlich Mexiko.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Klima
Allgemein
Durch seine große Nord-Süd-Ausdehnung liegt Vietnam in zwei Klimazonen:
Der Norden hat ein subtropisches Klima. Es gibt zwei Jahreszeiten, der Winter dauert etwa vom November bis April, der Sommer vom Mai bis Oktober. Die kühlsten Monate sind meist der Dezember und der Januar, wo es in Hanoi oft um die 15 °C kühl und nass ist (Nieselregen). In den Bergen um Sapa kommt es auch vor, dass zeitweise etwas Schnee fällt. Der Sommer ist im Norden sehr heiß, 30 °C und mehr sind im Juni/Juli die Regel.
Der Süden ist dagegen tropisch. Man unterscheidet drei Jahreszeiten: Die kühle Zeit vom November bis Januar (in Ho-Chi-Minh-Stadt mit tagsüber 28 °C–30 °C, nachts kühlt es oft unter 20 °C ab), die heiße Jahreszeit vom Februar bis im Mai (schwül und oft über 35 °C) und die Regenzeit vom Juni bis Oktober, während der es ebenfalls heiß ist, aber es häufig ein bis zwei Stunden lange Regengüsse gibt. Tagelange Regenfälle sind auch mitten in der Regenzeit die absolute Ausnahme. Besonders um Hoi An, aber auch im Mekong-Delta gibt es in dieser Jahreszeit jedoch oft Überschwemmungen.
Die Klimagrenze liegt beim Wolkenpass zwischen Hue und Da Nang.
Klimatabelle
Nachfolgend finden Sie hier Klimadaten ausgewählter Wetterstationen des Landes:
Klimastation HA-NOI (HANOI)
Höhe über NN in m: 6
Geographische Position: 105° 48’ E, 21° 1’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 20,4 | 20,5 | 23,1 | 27,4 | 31,8 | 33,0 | 32,8 | 32,2 | 31,0 | 28,9 | 25,6 | 22,1 |
Temp. ø Min. (°C) | 13,7 | 14,6 | 17,3 | 20,7 | 23,8 | 25,4 | 25,6 | 25,3 | 24,3 | 21,5 | 18,1 | 14,9 |
Regentage | 5 | 7 | 11 | 9 | 13 | 11 | 12 | 12 | 10 | 7 | 5 | 3 |
Niederschlag (mm) | 20 | 28 | 37 | 101 | 168 | 236 | 256 | 310 | 265 | 150 | 70 | 15 |
Sonnenstunden ø | 2,7 | 1,9 | 1,5 | 3,1 | 6,1 | 5,3 | 6,3 | 5,9 | 5,9 | 6,0 | 4,9 | 3,9 |
Wasser-Temp. ø (°C) | 20 | 19 | 20 | 23 | 27 | 29 | 29 | 29 | 29 | 28 | 25 | 22 |
Klimabelastung* | -- | -- | zs | s | ss | ss | ss | ss | ss | s | zs | -- |
Klimastation HO-CHI-MINH - STADT (SAIGON)
Höhe über NN in m: 19
Geographische Position: 106° 40’ E, 10° 49’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | 31,7 | 32,8 | 34,0 | 35,0 | 33,3 | 31,9 | 31,1 | 31,3 | 31,1 | 31,1 | 30,8 | 30,6 |
Temp. ø Min. (°C) | 21,0 | 21,8 | 23,4 | 24,8 | 24,6 | 23,9 | 23,7 | 23,8 | 23,7 | 23,5 | 22,7 | 21,6 |
Regentage | 1 | < 1 | 1 | 4 | 15 | 21 | 19 | 20 | 21 | 18 | 9 | 4 |
Niederschlag (mm) | 11 | 4 | 10 | 46 | 214 | 297 | 285 | 275 | 303 | 270 | 112 | 34 |
Sonnenstunden ø | 6,3 | 7,5 | 7,2 | 6,9 | 5,4 | 5,1 | 4,4 | 5,1 | 4,5 | 4,9 | 5,2 | 6,0 |
Wasser-Temp. ø (°C) | 27 | 27 | 27 | 28 | 29 | 30 | 30 | 29 | 29 | 29 | 29 | 28 |
Klimabelastung* | s | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss | ss |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Allgemein
In den Provinzen von Mittelvietnam und dem Mekong-Delta, aber auch in einigen Provinzen im Süden Vietnams, kann es besonders zwischen Juni und Oktober zu schweren Stürmen und großflächigen Überschwemmungen kommen, die teilweise zur Zerstörung der Infrastruktur führen.
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Erdbeben
Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.
Tsunami
In den Küstengebieten besteht eine eher geringe Tsunamigefahr.
Trop. Wirbelstürme & Tornados
Es besteht eine hohe Gefahr durch tropische Wirbelstürme und Tornados.
Trop. Wirbelstürme können grundsätzlich während des ganzen Jahres entstehen. Von den Tropenstürmen kann neben den Küstenregionen auch das Hinterland betroffen sein. Durch Tropenstürme können schwere Zerstörungen an Gebäuden und der Infrastruktur entstehen. Die Wasserpegel können mehrere Meter ansteigen. Alle Personen, die sich in dem betroffenen Gebiet befinden, sind akut gefährdet und sollten sich unbedingt in Sicherheit bringen. Mit Stromausfällen und Unterbrechungen bei der Wasserversorgung, Überschwemmungen und Erdrutschen in der gesamten betroffenen Region sowie Unterbrechungen im Transport- und Verkehrsbereich muss gerechnet werden.
Weitere Gefahren
Massiver Einsatz von Entlaubungsmitteln.
Blindgänger und nicht entsorgte Landminen fordern auch heute noch Opfer. Außerhalb der Touristenziele und -routen stellen nicht explodierte Bomben und Minen immer noch eine ernstzunehmende Gefahr dar. Die Minenfelder sind in der Regel gekennzeichnet. Bei individuellen Ausflügen in abgelegene Gebiete ist es dennoch ratsam, sich bei den lokalen Sicherheitsbehörden und/oder der Bevölkerung zu informieren.