Weißrussland (Belarus)
Allgemein
Statistische Daten
Hauptstadt: Minsk
Fläche: 207.595 km²
Einwohnerzahl: 9.498.364
Währung: Weißrussischer Rubel
Staatsform: Republik
Amtssprache: Weißrussisch, Russisch
Religion: Orthodoxe 48 %, römisch-katholisch etwa 20 %
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner pro km²
Zeitzone: UTC+3
Telefon-Vorwahl: + 375
Netzspannung: 220 V/ 50 Hz
Gefahrenindex:
Visumpflicht: nein
Reisepass erforderlich: ja
Lage
Geographische Einordnung
Weißrussland (auch Belarus genannt) ist in 6 Gebiete und den Hauptstadtbezirk Minsk gegliedert und hat Grenzen zu Russland (Norden und Osten), Ukraine (Süden), Polen (Westen), Litauen und Lettland (Nordwesten).
Infrastruktur
Weißrussland hat den internationalen Flughafen Minsk 2 (MSQ), der Inlandsflughafen Minsk 1 (MSQ) bietet u.a. Flüge nach Kiev und Stockholm an.
Das Bahnnetz ist recht gut ausgebaut und es werden regelmäßige Zugverbindungen zwischen allen größeren Städten angeboten.
Die Straßen sind nur teilweise asphaltiert; die Qualität der Straßen kann nach Region sehr unterschiedlich sein.
Termine / Feiertage
Daten für 2026
Nationalfeiertag:
3. Juli: Unabhängigkeitstag (1944 von der deutschen Besatzung)
Weitere Feiertage:
1.-2. Januar: Neujahr
7. Januar: Orthodoxes Weihnachten
8. März: Internationaler Tag der Frau
28. April: Raduniza (Tag der Freude)
1. Mai: Tag der Arbeit
9. Mai: Tag des Sieges
7. November: Tag der Oktoberrevolution
25. Dezember: Katholisches Weihnachten
Daten für 2027
Nationalfeiertag:
3. Juli: Unabhängigkeitstag (1944 von der deutschen Besatzung)
Weitere Feiertage:
1.-2. Januar: Neujahr
7. Januar: Orthodoxes Weihnachten
8. März: Internationaler Tag der Frau
1. Mai: Tag der Arbeit
9. Mai: Tag des Sieges
11. Mai: Raduniza (Tag der Freude)
7. November: Tag der Oktoberrevolution
25. Dezember: Katholisches Weihnachten
Daten für 2028
Nationalfeiertag:
3. Juli: Unabhängigkeitstag (1944 von der deutschen Besatzung)
Weitere Feiertage:
1.-2. Januar: Neujahr
7. Januar: Orthodoxes Weihnachten
8. März: Internationaler Tag der Frau
25. April: Raduniza (Tag der Freude)
1. Mai: Tag der Arbeit
9. Mai: Tag des Sieges
7. November: Tag der Oktoberrevolution
25. Dezember: Katholisches Weihnachten
Kontakte
Notrufnummern
Notruf: 103
Polizei: 102
Feuerwehr: 101 oder 112
Zentraler Sperr-Notruf für deutsche Girocards, Kreditkarten und Handys: +49 116 116 oder +49 30 40 50 40 50
Allgemein
Strom / Elektrizität
220 V, 50 Hz. Üblicher Netzsteckertyp C und F (= SchuKo-Stecker).
Weitere Infos zu den gängigen Netzsteckertypen findet man auf der Internetseite der „International Electrotechnical Commission“.
Steckertyp C
Steckertyp F
Telefon / Mobilfunk
Festnetz und Mobilfunkanbieter sind landesweit nicht jederzeit verfügbar.
Die Netzabdeckung für Mobilfunk weist in abgelegenen und ländlichen Gebieten Lücken auf.
Für öffentliche Fernsprecher sind Telefonkarten erforderlich, die es in Postämtern und an Zeitungskiosken gibt.
Internet
Internet und E-Mail-Dienste sind landesweit nicht jederzeit verfügbar.
WLAN-Hotspots und Internetcafés sind in Minsk und in einigen Postämtern des Landes vorhanden.
Die Telekommunikations-Überwachung durch einheimische Sicherheitsbehörden kann nicht ausgeschlossen werden.
Verkehr
Luftfahrt / Luftverkehr
Minsk, die Hauptstadt des Landes verfügt über einen gut ausgebauten internationalen Flughäfen (MSQ), der an das internationale Streckennetz angeschlossen ist. Er wird teilweise täglich, zumeist wöchentlich von vielen Airlines aus aller Welt angeflogen.
Der inländische Flugverkehr spielt aufgrund der geringen Größe des Landes keine Rolle.
Wirtschaft
Banken / Geld
Landeswährungen: 1 Belarus-Rubel (BYN) = 100 Kopeken.
Banköffnungszeiten: Mo-Fr 09.00-17.00 Uhr.
Die Bargeldversorgung über Bankautomaten mittels Debit- und Kreditkarten sowie Zahlungen mit Kreditkarten sind flächendeckend weitgehend gewährleistet. Aufgrund von politisch motivierten europäischen und internationalen Sanktionen gegen Weißrussland kann es allerdings sporadisch und kurzfristig zu Einschränkungen in der Nutzbarkeit von nicht-belarussischen Karten kommen.
Bank-Karten dagegen können in Belarus nur eingeschränkt genutzt werden.
Beim Umtausch von Bargeld werden Euro und Dollar weitestgehend akzeptiert, das Britische Pfund hingegen weniger.
Vorsorge
Vorgeschriebene Impfungen
Es bestehen keine generell verpflichtenden Impfnachweise bei Einreise.
Empfohlene Impfungen
Diphtherie
Tetanus
Keuchhusten
Polio-Grundimmunisierung sollte vorliegen
Hepatitis A
Siehe auch: Reiseimpfungen - Empfehlungen des Ständigen Ausschusses Reisemedizin (StAR) der DTG 2025
Impfungen aus besonderem Grund
Hepatitis B (bes. bei Langzeitaufenthalt oder engem Bevölkerungskontakt)
Tollwut (in abgelegenen Regionen)
FSME
Gesundheitsrisiken/-Versorgung
Medizinische Versorgung
Die medizinischen Einrichtungen entsprechen laut Auswärtigem Amt im technischen, apparativen und hygienischen Bereich nicht europäischen Standards. Mit Weißrussland gibt es kein Sozialversicherungsabkommen, das die gegenseitige Abrechnung von medizinischen Behandlungskosten regelt. Behandlungen in Krankenhäusern müssen im Voraus bezahlt werden. Kreditkarten werden oft nicht akzeptiert. Empfohlen wird der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die sowohl den medizinisch notwendigen, als auch den medizinisch sinnvollen Rücktransport deckt.
Die Medikamentenversorgung ist nur in den Großstädten weitgehend gesichert, deshalb ist eine eigene Reiseapotheke ratsam, die neben Medikamenten für gängige Reiseerkrankungen auch regelmäßig benötigte Arzneimittel (inkl. ärztlichem Attest), Einwegspritzen und Verbandsmaterial enthält.
Infektionen / Krankheiten
Tuberkulose
Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden dabei in aller Regel auf dem Luftweg von Mensch zu Mensch übertragen. Die Tuberkulose betrifft bevorzugt die Lunge, kann aber auch in jedem anderen Organ auftreten. Auch Tiere können die Bakterien z.B. über Rohmilch oder rohes Fleisch übertragen.
Symptome: zu Beginn eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche und eine leicht erhöhte Temperatur. Im weiteren Verlauf kann auch höheres Fieber auftreten. Zudem kommt es zu starkem Husten, bei dem die Erkrankten Blut spucken und Brustschmerzen haben. Im Fall einer Streuung der Bakterien auf weitere Organe kann es zu einer Hirnhautentzündung (Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Halluzinationen, Wesensveränderung, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und Koma) oder zu einer Blutvergiftung kommen, die tödlich enden kann.
Inkubationszeit: zwischen 6–8 Wochen.
Vorkommen: weltweit, allerdings ist vor allem die Situation im südlichen Afrika sowie in Osteuropa und Zentralasien sehr problematisch.
Allgemein
Es besteht ein erhöhtes Risiko an folg. Infektionen/Krankheiten zu erkranken:
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Zeckenbisse oder durch den Konsum von Rohmilch infizierter Tiere übertragen wird.
Symptome: grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen).
In Einzelfällen kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten kommen.
Häufig verläuft eine FSME ohne Symptome.
Inkubationszeit: zwischen 2 und 20 Tagen.
Durchfallerkrankungen
Tritt infolge von diversen Darminfektionen auf und wird häufig durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Nahrung verursacht.
Symptome: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, kolikartige Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme durch starken Wasserverlust. Je nach Erreger gibt es verschiedene Krankheitsverläufe.
Inkubationszeit: einige Stunden bis Tage.
Vorkommen: häufig in Ländern Afrikas, Asiens (v.a. Südostasien) und Lateinamerikas; oft in Gebieten ohne getrennte oder ausgebaute Trink- und Abwassersysteme.
Tollwut (Rabies)
Die Tollwut ist eine schnell fortschreitende Virusinfektion des Zentralnervensystems.
Tollwutviren werden durch Biss- und Kratzverletzungen infizierter Säugetiere auf den Menschen übertragen. Gefährdet sind Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, sofern sie in Tollwut-Risikogebieten tätig sind, und Reisende in Ländern mit hohem Tollwutvorkommen (v.a. unter einfachen Bedingungen oder Langzeitaufenthalten).
Die Tollwuterkrankung verläuft immer tödlich. Die Impfung vor oder kurzfristig nach einer potentiellen Infektion schützt vor der Erkrankung.
Symptome: meist unspezifische Anzeichen wie Fieber, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Muskelschmerzen, leichte Ermüdbarkeit, Nervosität, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.
Die ersten typischen Anzeichen einer Tollwut sind Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Juckreiz in der Umgebung der Bisswunde.
In ca. 80 % der Fälle tritt die Erkrankung in ihrer klassischen Form, der sogenannten "wilden Wut" auf. Die Tollwut zeigt sich als untypisch verlaufende Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).
Symptome: Verwirrtheit, Halluzinationen, Kampflust und Krampfanfälle; Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems. Dazu zählen unter anderem eine übermäßige Speichelproduktion, Gänsehaut und Herzrhythmusstörungen.
Inkubationszeit: i.d.R. 20–70 Tage, kann aber auch schon nach 4 Tagen oder erst nach einem Jahr ausbrechen.
Vorkommen: Tollwut bei Tieren kommt in vielen Ländern weltweit vor. Zu den meisten menschlichen Infektionen kommt es in Entwicklungsländern.
Hygiene
Trinkwasser
Leitungswasser entspricht nicht westeuropäischen Standards.
Zum Trinken sollte abgefülltes Wasser gekauft werden. Anonsten sollte Leitungswasser vor dem Verzehr (Trinken, Nahrungszubereitung) abgekocht, am besten auch gefiltert, werden.
Eiswürfel sollten nur benutzt werden, wenn sie abgepackt und aus klar erkenntlich sicheren Quellen stammen.
Trinkwasser sollte daher immer abgekocht werden und auf Eiswürfel in Getränken sollte verzichtet werden. Süßwasser ist häufig belastet durch Keime und auch durch Schadstoffe.
Nahrung
Die Hygienebedingungen bei der Nahrungsmittelzubereitung entsprechen nicht westeuropäischen Standards.
Vorzugsweise sollte nur Essen von vertrauenswürdigen Quellen verzehrt werden.
Auch sollten Lebensmittel bevorzugt gekocht verzehrt werden.
Rohe Früchte und rohes Gemüse sind nur mit Vorsicht zu genießen, da diese möglicherweise mit Wasser gewaschen wurden, welches nicht ausreichend sauber ist. Generell sollte Obst und Gemüse immer geschält werden.
Lebensmittel sollten immer gekocht verzehrt werden. Obst und Gemüse sollte immer geschält werden.
Luft
In Ballungsräumen kann es zu Smog oder Feinstaubbelastungen kommen.
Einatmung von Nebel aus alten, ggf. rostigen Duschleitungen oder Klimaanlagen birgt Infektionsrisiken.
Klima
Allgemein
Gemäßigt kontinentales Klima mit ausreichenden Niederschlägen meist im Sommer; heiße Sommer, kalte Winter. Durchschnittliche Temperatur in Minsk im Januar -6,6 und im Juli 17,6 °C.
Klimatabelle
Klimastation MINSK
Höhe über NN in m: 234
Geographische Position: 27° 32’ E, 53° 52’ N
Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | |
Temp. ø Max. (°C) | -4,7 | -3,8 | 1,3 | 9,9 | 17,9 | 21,5 | 23,1 | 21,7 | 17,0 | 9,6 | 2,6 | -2,3 |
Temp. ø Min. (°C) | < 10,9 | -9,9 | -6,0 | 1,1 | 7,0 | 10,6 | 12,7 | 11,6 | 7,6 | 2,8 | <1,8 | -6,9 |
Regentage | 10 | 8 | 10 | 9 | 9 | 11 | 11 | 8 | 10 | 10 | 11 | 13 |
Niederschlag (mm) | 38 | 32 | 40 | 41 | 60 | 82 | 89 | 71 | 59 | 46 | 50 | 52 |
Sonnenstunden ø | 1,3 | 2,6 | 4,1 | 5,8 | 7,8 | 8,8 | 8,4 | 7,5 | 5,1 | 3,3 | 1,1 | 0,9 |
Wasser-Temp. ø (°C) | ||||||||||||
Klimabelastung* | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- |
Klimabelastung: -- = keine, zs = zeitweise schwül, s = schwül, ss = sehr schwül, h+t = heiß und trocken
Natürliche Umweltgefahren
Überschwemmungen
Infolge von Unwettern und Extremniederschlägen kommt es insbesondere entlang der Wasserläufe regelmäßig zu Sturzfluten und/oder Überschwemmungen. Dadurch kann es zu Einschränkungen im Verkehr kommen.
Erdbeben
Hier besteht eine geringe Erdbebengefahr.
Weitere Gefahren
In den Wintermonaten kann es aufgrund der niedrigen Temperaturen von unter -20 Grad, zu einer extremen Kälte kommen, die gesundheitsgefährdend sein kann. Diese Extremtemperaturen können Engpässe im Verkehrsbereich (eingeschränkter Nah-, Fern- und Flugverkehr) und in der Infrastruktur verursachen. Dies kann zu Einschränkungen im öffentlichen Leben führen.